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Amazon wollte Netflix kaufen - Gründer lehnten ab

23.09.2019 | 15:59 Uhr | René Resch

Netflix war gerade zwei Monate alt, da wagte Amazon-Gründer Jeff Bezos bereits den ersten Versuch, Neflix zu übernehmen.

Laut den Memoiren von Marc Randolph, Mitgründer von Netflix, wollte Amazon ursprünglich schon 1998 den heutigen Streaming-Giganten Netflix übernehmen. Netflix war damals erst zwei Monate alt. Der Deal platzte allerdings.

„Wir waren vielleicht zwei Monate lang am Start und bekamen den Anruf, dass Jeff Bezos, der Gründer und CEO von Amazon, uns sehen möchte“, sagte Randolph gegenüber CNBC: Make it. „Wie aufregend ist das?“

Im seinem Buch schreibt Randolph: „Wir trafen im Sommer 1998 Amazon-Gründer Jeff Bezos – und in seinem Büro sah es aus wie im Schweinestall.“ Weiter schreibt er, dass es im damaligen Amazon-Komplex sehr eng gewesen sei: „Die Schreibtischplatten waren alte Holztüren, und man hatte sie auf Holzpfosten befestigt. Jeff war in einem Büro mit vier anderen Leuten zusammen.“

Bezos wollte „Netflix kaufen, um Amazons Einstieg in den Videomarkt voranzutreiben“. Bezos habe von einem achtstelligen Bereich gesprochen, „einem Betrag zwischen 14 und 16 Millionen Dollar.“ Eine genaue Summe nannte Bezos damals allerdings nicht.

Beide Unternehmen wären zusammen heute über eine Billion US-Dollar wert

Netflix ist heute 119 Milliarden US-Dollar wert, Amazon kommt auf einen Wert von 887 Milliarden US-Dollar. Zusammen wären die beiden Unternehmen heute also über eine Billion US-Dollar wert. Die Gründer Randolph und Hastings entschieden allerdings schon auf ihrem Flug, dass ein Verkauf noch nicht zur Debatte stehe, beide nicht aufgeben und ihre Anteile behalten wollten. Den Deal lehnten die beiden daher „höflich“ ab.

Heute ist Amazon Prime Video ein ernsthafter Netflix-Konkurrent. Und Amazon dreht weiterhin im Streaming-Markt sowie weiteren Bereichen ordentlich auf. Für Netflix hingegen wird das Streaming-Geschäft immer schwieriger. Amazon, Apple, Disney und weitere Konkurrenten gründen eigene Streaming-Plattformen und Netflix kämpft, um weiterhin den Titel des Platzhirsches zu behalten. Hätten sich Randolph und Hastings damals für einen Verkauf entschieden, sähe der Streaming-Markt vielleicht ganz anders aus. Randolph verließ Netflix bereits 2004.

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