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Amazon untersucht Bestechungsvorwürfe gegen Mitarbeiter

17.09.2018 | 16:03 Uhr | Denise Bergert

Amazon-Mitarbeiter sollen gegen Bezahlung negative Bewertungen gelöscht und gebannte Accounts freigeschaltet haben.

Amazon-Mitarbeiter sind bestechlich und bieten interne Daten über Mittelsmänner für Marketplace-Händler an. Das zeigt ein aktueller Report des Wall Street Journal . Wie die Zeitung bei ihren Recherchen herausfand, löschen einige Amazon-Mitarbeiter gegen Bezahlung negative Shop- oder Artikelbewertungen. Mit dem nötigen Kleingeld lässt sich sogar ein gebannter Verkäufer-Account bei Amazon wieder herstellen.

Dabei handelt es sich laut dem Wall Street Journal nicht um einige wenige Einzelfälle, sondern um eine Taktik von Mittelsmännern. Diese machen Amazon-Mitarbeiter über Dienste wie WeChat ausfindig und bieten ihnen Bargeld gegen interne Daten oder vertrauliche Informationen über ihren Arbeitgeber. Diese Informationen können Marketplace-Verkäufern einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Das entfernen einer negativen Bewertungen kostet laut dem Wall Street Journal beispielsweise rund 300 US-Dollar. Auch E-Mail-Adressen von Käufern, die ein negatives Review geschrieben haben, werden gegen Bezahlung an Shop-Betreiber herausgegeben. Diese Praxis sei aktuell vor allem in China verbreitet, es gebe jedoch auch Hinweise auf Bestechung in den USA.

Amazon selbst hat bereits eine Untersuchung eingeleitet. Gegenüber dem IT-Magazin The Verge erklärt ein Amazon-Sprecher , das Unternehmen versuche bereits, der Herausgabe von internen Daten vorzubeugen, indem es den Zugang für Mitarbeiter so beschränkt wie möglich halte. Mitarbeiter, die gegen die strengen Richtlinien des Konzerns verstoßen drohen Disziplinarmaßnahmen bis hin zur Entlassung und der strafrechtlichen Verfolgung.

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