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Amazon: Streiks an diesen deutschen Standorten

29.03.2021 | 09:06 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der Kampf Ver.di gegen Amazon geht in eine neue Runde. An diesen Amazon-Standorten wird gestreikt.

Mit Beginn der Nachtschicht von Sonntag (28.3.2021) auf Montag (29.3.2021) hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di die Beschäftigten in sechs Verteilzentren des Onlinehändlers Amazon zu einem viertägigen Streik aufgerufen. Durch die Arbeitsniederlegungen wollen die Beschäftigten in Rheinberg, Werne, Koblenz, Bad Hersfeld (zwei Standorte) und Leipzig die „Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie den Abschluss eines Tarifvertrags für gute und gesunde Arbeit durchsetzen“. Ob diese neuen Streikmaßnahmen erfolgreicher sind als die zahlreichen Streiks der vergangenen Jahre, bleibt abzuwarten. Bisher hat Amazon alle Forderungen von Ver.di abgelehnt.

Orhan Akman, der bei Ver.di für den Einzel- und Versandhandel zuständig ist, begründet den neuesten Streik folgendermaßen: "Amazon verdient sich in der Corona-Krise weiter eine goldene Nase. Schon deshalb muss die Tarifflucht dort beendet werden. Unsere Kolleginnen und Kollegen fordern im Einzel- und Versandhandel der verschiedenen Bundesländer Lohnsteigerungen von 4,5 Prozent plus mindestens 45 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das muss dieses Jahr auch bei Amazon drin sein“.

Akman ergänzt: „Durch die Schließung weiter Teile des stationären Einzelhandels in der Corona-Krise sei das Bestellaufkommen bei Amazon durch die Decke gegangen."

Ver.di wirft Amazon außerdem vor, dass „durch die permanente Arbeitshetze und Leistungskontrolle die Einhaltung von Abständen und anderen Maßnahmen gegen Ansteckungen oft kaum möglich“ sei.

Ver.di ruft seit Jahren bei Amazon zu Streiks auf. Im Wesentlichen geht es darum, dass Ver.di den Abschluss eines Tarifvertrags nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels verlangt. Amazon lehnt dies jedoch ab und legt die schlechteren Vorgaben des Tarifvertrags für die Logistikbranche zugrunde. Bisher blieben alle diese Streikaktionen wirkungslos.

Amazon hat die Vorwürfe von Ver.di immer zurückgewiesen. Beim letzten Streik im Oktober 2020 äußerte sich Amazon folgendermaßen gegenüber PC-WELT: "Tatsache ist, dass Amazon bereits exzellente Löhne, exzellente Zusatzleistungen und exzellente Karrierechancen bietet - und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung. Diese Vorteile und Chancen hat jede und jeder bei Amazon, genauso wie die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Führungskräften.

Das Lohnpaket samt den Zusatzleistungen und unsere Arbeitsbedingungen bestehen auch im Vergleich mit anderen wichtigen Arbeitgebern in der Region. Unser Ziel wird es immer sein, in einem exzellenten Arbeitsumfeld durch Teamarbeit und den direkten Austausch mit den Mitarbeitern hervorragendes für Kunden zu schaffen.“ Zitat Ende

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