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Amazon bezieht Stellung zu Klima-Forderungen der Mitarbeiter (Update)

28.01.2020 | 14:01 Uhr | Denise Bergert

In einem Blogpost fordern mehr als 300 Amazon-Mitarbeiter den Konzern auf, den Klimaschutz ernster zu nehmen. Update 29.01.: Amazon bezieht Stellung.

Update 29.01.2020:

Amazon hat heute eine offizielle Stellungnahme zu den Klima-Forderungen seiner Mitarbeiter abgegeben. Darin hält der US-Konzern an seinem Ziel fest, erst bis 2040 klimaneutral agieren zu wollen. Auf die Forderungen der Mitarbeiter, dieses Vorhaben bereits 2030 zu erreichen, geht das Unternehmen nicht ein. 

„Natürlich verfolgen wir diese Themen mit Leidenschaft. Eine Amazon Webseite zu ‚Unseren Positionen‘ macht dies deutlich und zeigt auf, was wir in diesen Bereichen tun. Nehmen wir zum Beispiel den Klimawandel: Wir haben den ‚Climate Pledge‘ gegründet und uns selbst verpflichtet, bis 2040 in allen Geschäftsbereichen CO2-neutral zu sein – zehn Jahre vor dem Pariser Klimaabkommen,“ so ein Unternehmenssprecher.

Amazon betont außerdem, dass es im Unternehmen bereits zahlreiche Klima-Initiativen gebe, an denen sich Mitarbeiter beteiligen könnten: „Wir planen, bis 2030 zu 100 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen und wir haben Tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im gesamten Unternehmen an Nachhaltigkeitsinitiativen arbeiten. Bei uns sind alle Mitarbeiter eingeladen, sich in einem der vielen Teams bei Amazon zu engagieren, die sich mit Nachhaltigkeit und anderen Themen beschäftigen.“

Den Mitarbeitern, die sich am Wochenende dafür eingesetzt hatten, dass Amazon strengere Richtlinien für den Klimaschutz erfüllen soll, zeigt der Konzern jedoch die kalte Schulter. Ihre Forderungen würden die Arbeit ihrer Kollegen herabsetzen und für eine falsche öffentliche Darstellung sorgen. „Wir folgen unseren Kommunikationsrichtlinien und dulden nicht, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Unternehmen oder die intensive Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen – die Lösungen für wichtige Probleme entwickeln – öffentlich herabsetzen oder falsch darstellen.“

Ursprüngliche Meldung 28.01.2020:

Erst im Januar hatte Amazon Mitarbeitern mit einer Kündigung gedroht , wenn sie weiterhin öffentlich die Klimaziele des US-Konzerns kritisieren. Davon zeigte sich die Initiative Amazon Employees for Climate Justice am vergangenen Wochenende gänzlich unbeeindruckt. 364 Mitarbeiter zeigten in einem Blogbeitrag auf der Plattform medium.com Flagge und forderten den Konzern unter Nennung ihres vollen Namens und ihrer Position bei Amazon auf, den Klimaschutz ernster zu nehmen.

In ihren Aussagen auf medium.com lobten die Amazon-Mitarbeiter zwar Sofortmaßnahmen wie etwa die Bestellung von mehr als 100.000 elektrisch betriebenen Lieferfahrzeugen. Sie kritisieren jedoch auch, dass in ihren Augen zu lasche Ziel, erst 2040 klimaneutral zu arbeiten. Amazon solle dieses Ziel bereits 2030 erreichen. Einige Mitarbeiter äußern sich zudem kritisch über das Geschäftskonzept von Amazon. Mit Lieferungen noch am Tag der Bestellung fördere das Unternehmen übermäßigen Konsum – Kunden würden dazu verführt, Dinge zu bestellen, die sie gar nicht bräuchten. Zahlreiche Mitarbeiter zeigen sich außerdem empört über die Tatsache, dass Amazon ihnen mit einer Kündigung droht, wenn sie öffentlich Kritik an dem US-Konzern üben. Welche Konsequenzen der aktuelle Blogpost für die 364 Mitarbeiter haben wird, bleibt abzuwarten.

Offener Brief: Mitarbeiter bitten Amazon um mehr Umweltfreundlichkeit

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