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Amazon: Gericht verbietet Sonntagsarbeit

12.12.2019 | 16:24 Uhr | Michael Söldner

Die 2015 beantragte Genehmigung für die Arbeit an zwei Adventssonntagen bei Amazon wurde abgelehnt.

Die Mühlen des Gesetzes mahlen langsam. Einem schon 2015 gestellten Antrag des Online-Versandhändlers Amazon hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster gestern eine Absage erteilt . Darin hatte Amazon um eine Genehmigung für den Einsatz von 800 Mitarbeitern im  Logistikzentrum Rheinberg gebeten. Die Besonderheit: Es ging konkret um zwei Adventssonntage, an denen die Angestellten Sendungen für das Weihnachtsgeschäft verpacken sollten. Laut Amazon wäre ohne die zwei Sonntage ein „unverhältnismäßiger Schaden“ entstanden, da versprochene Lieferfristen andernfalls nicht hätten eingehalten werden können.

Nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster rechtfertige das zur Weihnachtszeit massiv ansteigende Geschäft jedoch keine Sonntagsarbeit. Der Klage der Gewerkschaft Verdi gab das OVG Recht, laut Grundgesetz sei der Sonntag arbeitsfrei zu halten. Zwar seien Ausnahmen grundsätzlich möglich, dafür müssten aber „besondere Verhältnisse von Außen“ gegeben sein. Dies sei im Fall von Amazon nicht der Fall gewesen. Im Gegenteil: Das Gericht wirft Amazon vor, das Weihnachtsgeschäft 2015 mit Express-Versand und Lieferungen am gleichen Tag noch vergrößert zu haben. Die Lieferengpässe seien erst dadurch so groß geworden. Amazon kann beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in Revision gehen. Ob der Konzern dies plant, bleibt vorerst unklar.

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