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Alter Bundeswehrlaptop auf Ebay: Anleitung für Flugabwehrpanzer

16.03.2020 | 12:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein alter Bundeswehr-Laptop kostete auf Ebay rund 90 Euro. Darauf befand sich die Anleitung für ein Flugabwehrsystem.

Sicherheitsforscher der Bochumer Firma G Data haben auf einem alten auf Ebay verkauften Bundeswehr-Notebook Dokumente entdeckt, die als "Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch" eingestuft waren. Dabei handelte es sich um die Systemdokumentation eines Flugabwehrraketensystems der Bundeswehr, wie Spiegel Online schreibt.

Neben dieser Dokumentation fanden die Sicherheitsexperten auch eine Software zum Bestellen von Ersatzteilen auf dem ausgemusterten Notebook. Die G Data-Forscher kauften den alten Bundeswehrnotebook für rund 90 Euro auf Ebay von einer Recycling-Firma.

Das Notebook wiegt fast fünf Kilogramm. Es handelt sich dabei um ein so genanntes "Datensichtgerät" vom Typ Rocky II+ RT686 des deutschen Herstellers Roda. Das Rocky II+ RT686 läuft noch mit Windows 2000 und fährt hoch, ohne dass man ein Passwort eingeben muss.

Die darauf installierte Verwaltungssoftware Modis erforderte zwar die Eingabe von Benutzernamen und Passwort. Doch in beide Felder musste man nur „Guest“ beziehungsweise „guest“ eingeben, schon war man drin und konnte die Systemdokumentation des Leichten Flugabwehrsystems (LeFlaSys) Ozelot lesen. Dabei handelt es sich um das bekannte lufttransportfähige Kettenfahrzeug Wiesel 2 mit darauf montiertem Flugabwehrraketensystem. Die Dokumentation beschreibt das Waffensystem genau und gibt eine Anleitung zur Bedienung und auch zur Zerstörung, um zu verhindern, dass es in feindliche Hände fällt.

Das Verteidigungsministerium sagte gegenüber dem Spiegel, dass diese alten Rechner alle ausgesondert wurden und dabei angewiesen wurde, die Speichermedien zu löschen oder unbrauchbar zu machen. Das Verteidigungsministerium geht davon aus, dass „bei der Verwertung des angesprochenen Rechners ein Fehler passiert ist".

Seit dem Jahr 2019 sei zudem laut Verteidigungsministerium vorgeschrieben, dass alle Datenträger ausgebaut und vernichtet werden müssen. Die auf dem Notebook gefundenen Daten seien aber nicht problematisch. Vermutlich wissen über deren Inhalt ohnehin längst alle ausländischen Geheimdienste und Armeen Bescheid...

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