2661883

Aldi verkauft 3 Gaming-PCs für 1.399 bis 3.599 Euro – wir verraten, ob der Kauf lohnt

24.05.2022 | 13:03 Uhr | Sebastian Schenzinger

Discounter Aldi bietet ab dem 2. Juni, 7 Uhr drei Gaming-PCs für 1.399, 1.599 und 3.599 Euro an. In allen drei Modellen stecken eine Intel CPU in Kombination mit einer Nvidia GPU sowie 32 GB Arbeitsspeicher. Wir prüfen, ob die Rechner ihr Geld wert sind.

Ab dem 2. Juni, 7 Uhr gibt es im Onlineshop des Discounters Aldi  drei Gaming-PCs im Angebot. Während der Preis für das günstigste Modell Medion Erazer Engineer X10 (MD34775) noch bei 1.399 Euro liegt, so sind für den Medion Erazer Hunter X20 satte 3.599 Euro fällig. Diesen gab es bereits mit einer ähnlichen Konfiguration Mitte Februar bei Aldi zu kaufen - wir berichteten .

Dazwischen reiht sich noch der Medion Erazer X10 (MD34895) für 1.599 Euro. Alle drei Medion-PCs haben gemeinsam, dass die Grafikkarte von Nvidia und der Prozessor von Intel stammt, allerdings setzt der Hersteller nicht immer auf Komponenten der aktuellen Generation.

Die Konfiguration: Medion System Engineer X10 MD34775 für 1.399 Euro und MD34895 für 1.599 Euro

  • CPU: Intel Core i7-11700 (2,5 bis 4,9 GHz, 8 Kerne / 16 Threads, 16 MB Intel Smart Cache)

  • GPU MD34775 : Nvidia GeForce RTX 3060 LHR mit 12 GB GDDR6 Videospeicher

  • GPU MD34895 : Nvidia GeForce RTX 3070 LHR mit 8 GB GDDR6 Videospeicher

  • SSD: 1 TB PCIe-SSD

  • RAM: 32 GB DDR4-Arbeitsspeicher (bis zu 2933 MHZ)

  • Gehäuse: In Win 301 mit Glasfenster

  • Mainboard: unbekannt

  • CPU-Kühler: unbekannt

  • Netzteil: unbekannt

  • Betriebssystem: Microsoft Windows 11 Home

  • Garantie: 3 Jahre

  • Preis: 1.399 Euro / 1.599 Euro

Einschätzung: Da beide Gaming-PCs unter dem Namen System Engineer X10 hören, lassen sich diese nur an der Seriennummer unterscheiden. Das Modell mit der Kennung MD34775 setzt als GPU auf eine Nvidia GeForce RTX 3060 (zum Testbericht) wohingegen im MD34895 eine Nvidia GeForce RTX 3070 (zum Testbericht) verbaut ist.

Die restliche Hardware ist bei beiden Systemen – soweit bekannt – identisch. Der Prozessor Core i7-11700 gehört mittlerweile zum alten Eisen, basiert er noch auf der Rocket-Lake-Architektur. Hier wäre der Griff zu einer Alder-Lake-CPU sowohl aus Preis-Leistungs-Sicht als auch in puncto Energieeffizienz die deutlich bessere Wahl gewesen. Hinzu kommt, dass 32 GB RAM zwar "nice to have" sind, für einen Gaming-PC hätten aber auch 16 GB vollkommen ausgereicht. Die 1 TB PCIe SSD bietet genug Speicherplatz für Betriebssystem und ein paar Spiele, das genaue Modell ist aber leider nicht bekannt. Ebenso fehlen Informationen zum verbauten Mainboard, dem CPU-Kühler und dem Netzteil. Vermutlich setzt Medion hierbei auf OEM-Komponenten, welche ein späteres Aufrüsten erschweren können. 

Aldi-PCs selbst zusammenbauen: Wir haben beide Systeme – soweit möglich – mit auf dem freien Markt erhältlichen Komponenten nachkonfiguriert und kommen für den MD34775 im Wert von 1.399 Euro auf einen Einzelkomponentenpreis von knapp 1300 Euro (zur Konfiguration) .

Für den Nachbau des MD34895 im Wert von 1.599 Euro wären wiederum gute 1.500 Euro fällig (zur Konfiguration) . Aldi verlangt also bei beiden Gaming-PCs rund 100 Euro für den Zusammenbau und die dreijährige Garantie, was in Ordnung geht. Dennoch halten wir die Konfigurationen aus oben aufgeführten Gründen für fragwürdig. Zumal die gleiche Gaming-Performance auch deutlich günstiger zu haben ist, wie unsere Gaming-PC-Konfigurationen für rund 1.000 Euro und 1.200 Euro zeigen.

Alternative: Ein alternativer Fertig-PC wäre der Hyrican Striker 6819 mit Coe i5-12400F, 16 GB RAM, einer 1 TB SSD sowie einer RTX 3060 für nur 1.199 Euro bei Otto  oder wahlweise auch mit RTX 3070 für 1.541 Euro bei Otto

Die Konfiguration: Medion Hunter X20 für 3.599 Euro Konfiguration

  • CPU: Intel Core i9-12900KF (3,2bis 5,2 GHz, 16 Kerne / 24 Threads, 30 MB Intel Smart Cache)

  • GPU: Nvidia GeForce RTX 3080 Ti mit 12 GB GDDR6X Videospeicher

  • Mainboard: Gigabyte Z690 Aorus Pro AX

  • SSD: 2 TB PCIe-SSD

  • HDD: 2 TB HDD

  • RAM: 32 GB DDR5-Arbeitsspeicher (bis zu 4800 MHZ)

  • CPU-Kühler: Alphacool Eisbaer 240

  • Netzteil: Seasonic Focus GX-750

  • Gehäuse: In Win 103 mit Glasfenster

  • Betriebssystem: Microsoft Windows 11 Home

  • Garantie: 3 Jahre

Einschätzung:  Die Konfiguration des Medion Hunter X20 ist durchdacht und setzt auf hochwertige Markenkomponenten. Der Core i9-12900KF zählt zu den aktuell schnellsten Gaming-CPUs, wie unser Prozessorvergleich zeigt und ist zudem etwas günstiger als der normale Core i9-12900K (zum Testbericht) , welcher sich nur durch eine integrierte Grafikeinheit unterscheidet.

Lobenswert finden wir auch den Griff zur RTX 3080 Ti (zum Testbericht) . Eine RTX 3090 oder RTX 3090 Ti sind beim Gaming nur marginal schneller und der Aufpreis dafür überproportional hoch. Ein deutliches Einsparpotenzial hätte es aber beim Arbeitsspeicher gegeben. Unser Test hat gezeigt , dass DDR4 RAM nur unwesentlich langsamer ist als DDR5 Arbeitsspeicher. Während ein 32 GB DDR4-Kit mit 3600 MHz im Preisvergleich ab rund 110 Euro erhältlich ist, sind für die gleiche Menge DDR5-RAM mit 4800 MHz mindestens 195 Euro fällig. Hinzu kommt, dass sich bei einem Z690-Mainboard mit DDR4-Slots noch einmal Geld hätte einsparen lassen.

3.599-Euro-Aldi-PC selbst nachbauen: Auch den Medion Hunter X20 haben wir nachkonfiguriert (zur Konfiguration) und mussten feststellen, dass der Selbstbau dieses Systems bedeutend günstiger wäre. So kommen wir auf einen Einzelkomponentenpreis von rund 2.870 Euro, das sind über 700 Euro weniger als Aldi für den Gaming-PC verlangt. Hinzu kommt, dass sich mit DDR4-RAM und einem anderen Mainboard noch einmal 100 Euro einsparen lassen würden.

Summa summarum können wir vom Kauf des PCs zu diesem Preis nur abraten. Wer sich den Selbstbau zutraut, kann sich von unseren Gaming-PC-Konfigurationen inspirieren lassen.

Alternative: Ein alternativer Fertig-PC, welcher ebenfalls eine RTX 3080 Ti verbaut hat, wäre der Hyrican Striker 6800 RGB. In diesem stecken außerdem ein Ryzen 7 5800X, 32 GB DDR4-Arbeitsspeicher und eine 1 TB PCIe-SSD. Der Preis fällt mit 2.299 Euro bei Notebooksbilliger bedeutend günstiger aus. 

PC-WELT Marktplatz

2661883