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Aldi: Gaming-PC für 2499 Euro ab sofort erhältlich - günstiger als Selbstbau

27.01.2022 | 06:15 Uhr | Sebastian Schenzinger

Ab dem 27. Januar, ab 7 Uhr gibt es im Online-Shop von Aldi den Medion Erazer Hunter X20 mit Core i7-12700K, RTX 3070 Ti und 32 GB DDR5-RAM im Angebot. Ein Blick auf den Einzelkomponentenpreis zeigt, dass der Preis von 2.499 Euro mehr als fair ist.

In Zeiten der Grafikkartenknappheit und überzogener Preise sind Fertig-PCs oftmals die bessere und vor allem günstigere Alternative gegenüber DYI-Projekten. Gerade der Discounter Aldi hat immer wieder interessante Gaming-PCs im Angebot, wie zuletzt im November den Medion System Hunter X25 (zum Artikel) .

Ab dem 27. Januar um 7 Uhr ist ein sehr ähnlich ausgestatteter Gaming-PC für 2499 Euro im Online-Shop erhältlich, der nicht nur auf eine sinnvolle Kombination aus Markenkomponenten, sondern auch auf die neueste Hardware setzt. So sind eine Alder Lake CPU, eine Ampere Grafikkarte und DDR5-RAM in dem Medion Hunter X20 (zum Angebot) verbaut. Wenn Ihnen das zu teuer ist, so hat Aldi mit dem Core-Engineer P20 für 1599 Euro (zum Angebot) und dem Core-Engineer P10 für 1299 Euro (zum Angebot) noch zwei weitere Gaming-PCs im Portfolio, über welche wir in einem separaten Artikel berichten. 

Update 20.01:  Aldi/Medion hat uns auf Anfrage mitgeteilt, dass es sich bei der verbauten SSD um ein PCIe 3.0 Modell handelt und der DDR5-RAM von Samsung stammt. Wir haben unseren Artikel dementsprechend aktualisiert.

Medion Erazer Hunter X20 für 2.499 Euro: Konfiguration

  • Intel Core i7-12700K (3,60 bis 5,00 GHz, 12 Kerne / 20 Threads, 25 MB Intel Smart Cache)

  • Nvidia GeForce RTX 3070 Ti mit 8 GB GDDR6X Grafikspeicher

  • Gigabyte Z690 Aorus Pro AX

  • 1 TB PCIe-3.0-SSD und 2 TB HDD

  • 32 GB DDR5-RAM von Samsung (bis zu 4800 MHz)

  • Alphacool Eisbaer 240 AiO-Wasserkühlung mit zwei In Win Saturn aRGB 120 mm Lüftern

  • Seasonic Focus GX750

  • In Win 103 mit Glasfenster

  • Windows 11 Home

  • 3 Jahre Garantie

Unsere Analyse der Komponenten des Gaming-PCs

Beim Medion Erazer Hunter X20 handelt es sich um einen alten Bekannten, da bereits im November unter dem Namen Medion Erazer System Hunter X25 eine nahezu identische Konfiguration für ebenfalls 2.499 Euro erhältlich gewesen ist. Großer Unterschied ist die Wahl der CPU: So setzt Medion nicht länger auf den AMD Ryzen 9 5900X, sondern auf den brandneuen Intel Core i7-12700K.

Ein Blick auf unseren CPU-Benchmark (zum Artikel) zeigt, dass das eine sehr gute Wahl ist. Bei dem 8+4-Kerne Hybrid-Prozessor handelt es sich um die derzeit zweitschnellste Gaming-CPU. Der Rückstand auf den Core i9-12900K (zum Testbericht)  fällt marginal aus, dafür kostet der i7 in der Anschaffung satte 176 Euro weniger als der i9. Bei der Anwendungs-Performance liegt die Alder-Lake-CPU nur knapp hinter dem AMD Ryzen 9 5900X bei vergleichbarer Leistungsaufnahme. Beim Gaming agiert der Intel Prozessor dann eine gute Ecke effizienter. 

Der 12700K sitzt auf einem Gigabyte Z690 Aorus Pro (hier im PC-WELT Preisvergleich) , welches bei der Ausstattung keine Wünsche offen lässt. So verfügt das Mainboard über eine 17-Phasen-Spannungsversorgung, kann DDR5-RAM mit bis zu 6200 MHz ansprechen und hat einen Wi-Fi 6 Chip mit Bluetooth 5.2 verbaut. Allerdings kostet die Hauptplatine auch 300 Euro und für die meisten Anwender hätte ein Mainboard für gute 200 Euro wie das Gigabyte Z690 UD AX auch ausgereicht, welches nicht viel schlechter ausgestattet ist.

Fraglich bleibt auch, wie sinnvoll der Griff zu DDR5-Arbeitsspeicher ist. 32 GB kosten im Preisvergleich derzeit mindestens 266 Euro, der von Samsung verbaute RAM kostet - zumindest im Einzelhandel - mit 448 Euro noch einmal deutlich mehr. Die gleiche Menge an DDR4-RAM mit 3600 MHz ist bereits ab 118 Euro im Preisvergleich erhältlich (mit RGB-Beleuchtung ab 127 Euro) und wie unser Test gezeigt hat (zum Artikel) ist der Performance-Zuwachs von DDR5-Arbeitsspeicher in den meisten Anwendungsbereichen äußerst gering. Für einen Selbstbau-PC hätten wir aus Preis-Leistungs-Sicht definitiv zu einem günstigeren Mainboard und DDR4-RAM geraten. 

Zu den 32 GB RAM gesellen sich eine 1 TB große PCIe 3.0 SSD und eine 2 TB große HDD. Leider gibt Aldi von keiner der drei Komponenten die genaue Modellbezeichnung an. Das Gleiche gilt auch für die verbaute Grafikkarte, eine Nvidia GeForce RTX 3070 Ti.  Unser Test (zum Artikel)  zeigt, dass es sich dabei um die "schlechteste" Ampere-GPU handelt, da sich Nvidia einen geringen Performance-Zuwachs gegenüber der normalen RTX 3070 mit einer deutlich erhöhten Leistungsaufnahme erkauft. In Zeiten der Grafikkartenknappheit spielt das jedoch nur eine untergeordnete Rolle und schlecht ist die Performance der Grafikkarte auf keinen Fall - alle von uns getesteten Spiele ließen sich in 1440p-Auflösung mit höchsten Grafikdetails flüssig zocken.

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Für die Stromversorgung ist das Markennetzteil Seasonic Focus GX750 zuständig, welches über eine 80-PLUS-Gold-Zertifizierung und ein modulares Kabelmanagement verfügt. 

Wie schon bei vielen anderen Aldi PCs kommt auch beim Hunter X20 die All-in-One Wasserkühlung Alphacool Eisbär 240 zum Einsatz, bei der Medion die zwei nicht beleuchteten 120mm-Lüfter gegen die aRGB-Modelle In Win Saturn ausgetauscht hat. Wie bei den betreffenden Vorgänger-PCs fragen wir uns, warum der Hersteller nicht gleich auf die RGB-AiO Alphacool Eisbaer Aurora setzt. Denn die wäre sogar günstiger als die von Medion verbaute Kombi, zumindest im freien Handel. Die Hardware verbaut Medion im In Win 103 mit Glasfenster und beleuchtetem Logo.

Windows 11 ist in der Home Variante vorinstalliert und Aldi gewährt eine dreijährige Garantie.

Unsere Einschätzung: günstiger als Selbstbau

Wir haben Medion Erazer Hunter X20 so identisch wie möglich nachkonfiguriert (zur Konfiguration)  und kommen auf einen Einzelkomponentenpreis von rund 2.825 Euro. Sie sparen dementsprechend 325 Euro, müssen die Komponenten nicht selbst zusammenbauen und erhalten eine dreijährige Garantie. Für DIY-Bastler hätten wir jedoch eine etwas andere Konfiguration empfohlen. So hätten wir zum Core i7-12700KF (minus 22 Euro) gegriffen und diesen auf ASUS Prime Z690-P WIFI D4 (minus 64 Euro) mit 32 GB DDR4-RAM (minus 311 Euro) gesetzt. Damit lägen wir bei einem Gesamtpreis von 2.428 Euro. Durch einen Verzicht auf RGB-Lüfter und ein günstigeres Gehäuse ließe sich noch weiteres Geld einsparen, wodurch der Selbstbau bei vergleichbarer Performance dann grob 100 Euro billiger käme. Dennoch ist der Aldi-PC ein faires Angebot. 

Alternativen

Einen vergleichbar ausgestatteten Fertig-PC zu finden ist schwierig. Captiva (zum Angebot) ist der einzige Hersteller, der noch eine Kombination aus RTX 3070 Ti und Alder Lake CPU anbietet. Allerdings verbaut der Hersteller nur DDR4-RAM mit 2400 MHz, was aus unserer Sicht in keinster Weise nachvollziehbar ist und die CPU einiges an Performance kostet. Zudem kommt ein 650 Watt No-Name-Netzteil zum Einsatz, weshalb wir den PC nicht wirklich empfehlen können. Aldi hat hier in den letzten Jahren einiges dazugelernt und setzt bei den hochpreisigen Systemen ausschließlich auf Markenkomponenten. 

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