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Aldi: 3.799-Euro-Gaming-PC mit RTX 3090 und Core i9

31.08.2021 | 09:15 Uhr | Sebastian Schenzinger

Aldi übertreibt schon wieder und bietet einen High-End-Gaming-PC mit RTX 3090 und Core i9-11900K für 3.799 Euro an. Nicht nur der Preis, sondern auch die restlichen verbauten Komponenten haben es in sich. Wir klären, ob die Konfiguration auch gut ist und ob Sie mit einem Selbstbau-PC günstiger fahren würden.

Kaum ist der eine PC ausverkauft, schon gibt es erneut einen Gaming-PC mit RTX 3090 (zu unserem Testbericht) und einem Intel Core i9-11900K (zu unserem Testbericht) bei Aldi Nord und Aldi Süd im Angebot. Auch wenn der PC in einem anderen Gewand (Gehäuse) daherkommt und nicht länger auf den Namen Erazer X20, sondern Enforcer X10 hört, hat sich am Innenleben im Vergleich zum Angebot vom 26. August (zu unserem Artikel) nahezu nichts geändert. Lediglich der Arbeitsspeicher hat sich auf 64 GB verdoppelt, dafür ist jedoch auch der Preis auf 3.799 Euro gestiegen. Das Angebot gilt ab dem 6. September um 8 Uhr.

Medion Enforcer X10 für 3.799 Euro: Konfiguration

  • Intel Core i9-11900K (3,5 bis 5,3 GHz, 8 Kerne/16 Threads, 16 MB L3-Cache)

  • Nvidia GeForce RTX 3090 mit 24 GB GDDR6X Videospeicher

  • MSI MPG Z490 Gaming Edge WiFi

  • 2 TB PCIe SSD

  • 2 TB HDD

  • 64 GB Kingston HyperX Fury RGB (bis zu 3200 MHz)

  • In Win 905 OLED mit Glasfenster

  • Alphacool Eisbaer 240 AiO-Wasserkühlung mit zwei In Win Saturn aRGB 120 mm Lüftern

  • Seasonic Focus GX 750

  • Windows 10 Home

  • 3 Jahre Garantie

  • 30 Tage Testversionen von Microsoft 365, McAfee LiveSafe und Xbox Game Pass

Unsere Einschätzung zum 3.799-Euro-Gaming-PC bei Aldi

Der Core i9-11900K ist Intels aktuelles Topmodell und für einen Gaming-PC eine gute Wahl wie unser CPU-Vergleich (zum Artikel) zeigt. Allerdings wäre ein Griff zum Ryzen 7 5800X aus unserer Sicht noch besser gewesen. Der ist nämlich beim Gaming gleich schnell, bei Kreativanwendungen sogar etwas schneller, kostet aktuell 140 Euro weniger und die Leistungsaufnahme fällt beim Gaming mit 72 Watt zu 128 Watt bedeutend niedriger aus.

Für die Kühlung verbaut Medion die 240 Millimeter große All-in-One-Wasserkühlung Alphacool Eisbär. Warum sich Medion für ein fünf Jahre altes Modell ohne RGB-Lüfter - die dann sogar extra gegen RGB-Lüfter von In Win ausgetauscht werden - entschieden hat, bleibt fraglich. Lobenswert finden wir den Griff zum MSI MPG Z490 Gaming Edge Wi-Fi. MSI hat nämlich durch ein BIOS-Update den PCIe 4.0 Support freigegeben, weshalb ein Griff zur 40 Euro teureren Z590-Variante wenig Sinn macht. 

Mit der RTX 3090 verbaut Medion den Testsieger unseres  GPU-Vergleichs (zum Artikel) . Im ausführlichen  Test (zum Artikel)  gehen wir darauf ein, dass Nvidia die BFGPU in erster Linie nicht an Gamer, sondern an Kreative richtet, welche die 24 GB Videospeicher der RTX 3090 auch ausnützen können. Für einen Gaming-PC empfehlen wir zur nur zwei bis drei Prozent langsameren RTX 3080 Ti (zum Preisvergleich) zu greifen. Diese lässt sich durch manuelle Übertaktung auf das gleiche Leistungsniveau bringen, kostet derzeit jedoch 749 Euro weniger und 12 GB Videospeicher sind selbst fürs Gaming in UHD-Auflösung ausreichend. Für einen Arbeits-PC wäre jedoch der Ryzen 9 5900X (zum Preisvergleich) bedeutend besser geeignet gewesen als der Core i9-11900K. Dieser bietet nämlich vier zusätzliche Kerne, damit im Schnitt 40 Prozent mehr Anwendungsleistung und ist trotzdem 60 Euro günstiger.

Dass die Konfiguration von Medion nicht so ganz ausgewogen ist, zeigt auch ein Blick auf den Arbeitsspeicher. 64 GB RAM bringen beim Gaming in 99,9 Prozent der Spiele gegenüber 32 GB keinen Vorteil. Hier wäre es deutlich sinnvoller gewesen, auf Arbeitsspeicherriegel mit einer höheren Taktrate zu setzen. Für Kreativanwender sieht das anders aus, aber dann sind wir wieder beim Problem der Prozessorwahl.

Das 750 Watt Markennetzteil von Seasonic mit Gold-Zertifizierung ist eine gute Wahl, allerdings bereits sehr am Limit der Spezifikationen. Die RTX 3090  ist mit 350 Watt spezifiziert, im Test haben wir jedoch Peaks von 450 Watt gemessen. Zusammen mit dem 11900K, der bei aktiviertem Adaptive Boost gerne mal 250 Watt und mehr aus der Steckdose  zieht, wird es da schnell eng. Einen großen Spielraum für eine Übertaktung sehen wir da definitiv nicht.  

Das Gehäuse In Win 905 OLED ist richtig schick und kommt mit zwei Seitenscheiben aus Glas, RGB-Beleuchtung und sogar einem kleinen OLED-Display daher. Der Preis hat es jedoch in sich: 270 Euro. Ob es das wert ist, muss sich jeder selbst beantworten. Als Speicher stehen eine 2 TB PCIe-SSD und eine 2 TB HDD zur Verfügung. Windows 10 ist in der Home Version auf der SSD vorinstalliert und Medion gewährt auf das Gesamtpaket drei Jahre Garantie.

Aldi-PC nachkonfiguriert: Etwa 1.100 Euro günstiger mit vergleichbarer Gaming-Leistung

Wir haben den PC - soweit möglich - nachkonfiguriert (zur Liste) und kommen auf einen Preis von 3877 Euro (Stand 30.08.2021). Die Lüfter sind dabei nicht mitgerechnet, da diese aktuell nicht lieferbar sind. Der Preis für den Medion Enforcer X10 von 3799 Euro ist in Anbetracht der Einzelkomponentenpreise sehr gut.

Eine vergleichbare Gaming-Leistung erhalten sie jedoch auch mit einem Ryzen 7 5800X, einer RTX 3080 Ti, 32 GB RAM und einem Gehäuse für unter 100 Euro. Diese Konfiguration wäre um etwa 1.100 Euro günstiger als das Angebot von Aldi. 

Die Alternativen zum Medion Enforcer X10

Die Suche nach einem vergleichbar ausgestattetem Fertig-PC liefert quasi nur ein Ergebnis, den HP Omen 30l Desktop (zu Cyberport) für 4.299 Euro. In dem PC stecken ebenfalls ein Intel Core i9-11900K, eine RTX 3090, 64 GB RAM mit 3200 MHz, ein 750 Watt Netzteil und eine AiO-Wasserkühlung. Statt einer SSD-HDD-Kombi setzt HP jedoch auf zwei 2 TB SSDs. Dafür gibt es kein so schickes Gehäuse, der Preis liegt deutlich höher und die Garantiedauer beträgt nur zwei Jahre.  

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