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Airbus entwickelt leise und unsichtbare Militärdrohne LOUT

07.11.2019 | 14:57 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Airbus hat im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums eine besonders leise und für Radar unsichtbare Militärdrohne gebaut. Mit Waffenschacht.

Airbus, genauer gesagt die Sparte Military Helicopters, hat eine für das Radar unsichtbare Drohne vorgestellt: Die LOUT-Drohne (Low Observable UAV Testbed). Das berichtet Spiegel Online. Airbus hat die LOUT-Drohne seit 2010 im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums entwickelt. Die LOUT-Drohne soll nicht nur dem gegnerischen Radar entgehen, sondern auch sehr leise fliegen. Das wäre vor allem bei Nachteinsätzen wichtig.

Auf den wenigen von Airbus veröffentlichten Aufnahmen ist nicht viel zu erkennen. Immerhin scheint so viel festzustehen, dass die Form der Drohne den US-amerikanischen Tarnkappen-Flugzeugen ähnelt. Nur dass die US-Tarnkappenflieger bemannt sind, die LOUT-Drohne dagegen unbemannt fliegen soll. Daran ändert auch nichts die auf den Airbus-Fotos erkennbare Pilotenkanzel.

Die Drohne soll 12x12 Meter groß sein und am Bauch einen Waffenschacht besitzen. Sie kann also bewaffnet werden. Die Drohne soll kaum messbare elektromagnetische Strahlung abgeben und auch für wärmebasierte Erkennungssysteme unentdeckbar bleiben, indem die Drohne über Kühlsysteme verfügt. Die Wärmeerkennung spielt bei bestimmten Raketentypen eine Rolle, die sich ihr Ziel über dessen Wärmeabstrahlung suchen.

Die neue Tarndrohne ist noch nicht geflogen. Sie ist also nur eine Ankündigung, die bisher nur unter Laborbedingungen und in der Computersimulation getestet wurde. Ob die Drohne tatsächlich als fertiges Produkt zum Einsatz kommen wird, ist noch offen. Bei dem Projekt ging es zunächst einmal um die Entwicklung der Technik. Diese kann auch in das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt Future Combat Air System (FCAS) für ein neues Kampfflugzeug einfließen.

Airbus will mit der Drohne offensichtlich auch Werbung in eigener Sache machen. Denn der europäische Technikkonzern steht beispielsweise bei der Nachfolgefrage für die alten Tornados der Bundeswehr in starker Konkurrenz zum US-Hersteller McDonnell Douglas, der wiederum zum Airbus-Dauerkonkurrenten Boeing gehört. Neben derartigen klassischen von Piloten bemannten Kampfflugzeugen gewinnen aber immer mehr auch unbemannte Drohnen an Bedeutung. Das ist ein wichtiger Wachstumsmarkt, den Airbus den US-Herstellern nicht kampflos überlassen will.

Hier hat Airbus einen kurzen Überblick zur LOUT-Drohne veröffentlicht.





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