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Affen-Selfie soll Fotografen ruiniert haben

01.08.2017 | 14:10 Uhr |

Die Tierschutzorganisation Peta hat für den Affen Naruto Klage vor einem Gericht eingereicht. Der Affe soll die Rechte an seinen Selfies und die damit erzielten Einnahmen bekommen. Der Fotograf, dem die Kamera gehört, ist angeblich ruiniert.

Update 1.8.2017: Prozesskosten ruinieren angeblich den Fotografen

David Slater, der Fotograf, mit dessen Kamera ein Affe sein weltberühmtes Selfie mit dem Affen-Grinsen gemacht hat, ist laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung pleite. Wegen des Rechtsstreits mit Peta, einer Organisation, die für sich in Anspruch nimmt, für die Rechte von Tieren zu kämpfen. In dem konkreten Fall kämpft Peta seit dem Jahr 2015 vor einem Gericht in San Francisco aber zunächst einmal um Geld, das die aggressiv auftretende Organisation selbst einstreichen will, indem sie die Einnahmen aus den Urheber- und Lizenzrechten an dem Affen-Selfie einstreicht. Im Namen des Affen wohlgemerkt. Peta will eigenen Angaben zufolge das Geld für die vom Aussterben bedrohte Affen-Art verwenden. 

Slater bereut es längst zu dem Foto-Shooting in den Dschungel von Indonesien aufgebrochen zu sein, wie der Fotograf versichert. Wegen des Rechtsstreits mit den militanten Tierschützern von Peta und den daraus resultierenden Prozesskosten sei er finanziell derart angeschlagen, dass er seiner Tochter nicht einmal mehr ein Fahrrad kaufen könne, wie die SZ schreibt.

Das Urteil des US-Gerichts steht noch aus.

Update Ende, Beginn der ursprünglichen Meldung vom 23.9.2015

Mich laust der Affe. So denkt man bei dem Streit um die Bildrechte an den berühmten Selfies, die ein weiblicher Affe - genauer: ein Makake (Schopfaffe) namens Naruto - im Jahr 2011 auf der indonesischen Insel Sulawesi von sich geschossen hat. Das Foto ging um die Welt, auch wir berichteten darüber und über den kuriosen Streit um die Rechte an dem Bild zwischen Wikipedia und dem Fotografen David Slater, dem die Kamera gehörte, mit der Naruto seine Selfies machte.
 
Wikipedia argumentierte damals, dass Affen keine Urheberrechte beanspruchen könnten. Und der Fotograf ebenfalls keine Rechte an den Fotos besitzen würde, weil er sie ja nicht geschossen habe. Der Fotograf jedoch beansprucht die Rechte an den Fotos für sich.
 
Nun geht das Affentheater in eine neue Runde. Mit der Klage einer amerikanischen Tierschutzorganisation für einen Affen aus Indonesien gegen einen englischen Fotografen vor einem US-Gericht (dabei handelt es sich um den oben in dem Update vom 1.8.2017 erwähnten Prozess in San Francisco).
 
Die Tierschutz-Organisation People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) hat gemeinsam mit Antje Engelhardt vom Deutschen Primatenzentrum Klage im Namen des Affen eingereicht. Mit dem Ziel: Der Affe soll die Rechte an den von ihm selbst geschossenen Fotos bekommen und auch daran verdienen.
 
Petas Klage vor dem US-Bundesgericht in San Francisco ist gegen den Fotografen und Kamera-Besitzer David Slater und dessen Firma Wildlife Personalities Ltd. sowie gegen die Firma Blurb gerichtet.

Peta argumentiert, dass das Urheberrechtsgesetz in den Vereinigten Staaten einem Tier nicht das Copyright verbieten würde. Sollten die Kläger erfolgreich sein, so wollen die Tierschützer die Einnahmen verwalten und dem Makaken zugutekommen lassen. Die Einnahmen würden beispielsweise durch die von Blurb verlegten Bücher von David Slater anfallen, in denen er einige der von dem Makaken aufgenommenen Fotos abgedruckt hat.
 

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