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Ähnliche Projekte weltweit

22.04.2004 | 09:36 Uhr | Markus Pilzweger

Ein ähnliches Projekt gibt es bereits seit 2002 am Flughafen im australischen Sydney, in die Vereinigten Arabischen Emirate kann man ohne Iris-Check nicht mehr einreisen. Im privatwirtschaftlichen Bereich ist man auch in Deutschland bereits weiter: Man kann mit dem Fingerabdruck Hotel- und Autotüren öffnen, Computer kaufen und sogar sein Bier bezahlen, nämlich im Heilbronner Biergarten "FoodCourt". Der Zoo Hannover hat für seine Dauergäste Europas größte Anlage zur automatischen Gesichtskennung in Betrieb genommen. Experten beziffern den weltweiten stark wachsenden Umsatz mit Biometrie-Produkten auf 1,5 Milliarden US-Dollar, in der Hauptsache für Zugangskontrollen zu Sicherheitsbereichen.

Die terror-geschädigten US-Amerikaner hatten ihre an einem visa-freien Reiseverkehr interessierten Bündnispartner gehörig unter Druck gesetzt, indem sie bis Oktober dieses Jahres einen maschinenlesbaren Ausweis mit gespeicherten biometrischen Merkmalen verlangten. Inzwischen ist die Frist auf den 1. Januar 2006 verlängert worden, vor allem wegen der Abstimmungsprobleme bei den Daten-Standards. Der Biometrie-Experte Christoph Busch vom Darmstädter Fraunhofer-Institut ist Mitglied in den zuständigen Kommissionen und optimistisch: "Für die EU ist 2006 erreichbar. Die Standards werden voraussichtlich im Mai 2005 fertig sein."

Busch rechnet damit, dass die Euro-Ausweise auf Chips die Fingerabdrücke und Gesichtsmerkmale ihres Eigentümers enthalten werden, da es bei dem sicheren Iris-Verfahren erhebliche Patentprobleme gebe. An der Grenze genügt dann ein Blick in eine Kamera oder ein Fingerabdruck auf einen Scanner, um zu überprüfen, ob Pass und Reisender tatsächlich zusammengehören. Der Abgleich mit Fahndungsdateien könnte in Sekundenschnelle ablaufen, weshalb der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) die neue Technik für unverzichtbar hält.

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