2514368

Adobe erneuert Creative Cloud

16.06.2020 | 19:34 Uhr | Markus Schelhorn

Die größte Überarbeitung seit der letzten MAX verspricht Adobe für die Creative Cloud. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Unter anderem die Apps Photoshop, Lightroom, Premiere Pro, After Effects, Illustrator und Adobe XD hat Adobe überarbeitet. Das seien so viele neue Funktionen und Verbesserungen, wie seit der letzten großen Konferenz Adobe MAX nicht mehr – so Adobe. Die nächste dieser jährlichen Konferenzen findet übrigens vom 19. bis 21. Oktober 2020 statt . Hier werden sicherlich weitere größere Neuerungen folgen.

Mit der Creative Cloud bietet Adobe ein Ökosystem für Kreative an. Egal ob Fotografie, Design, Video, Webseiten gestalten: Zu allen Anwendungen findet man sowohl Desktop-Programme, Webanwendungen und Smartphone-Apps, die über die Adobe Cloud miteinander verbunden sind. Bei diesem vernetzten Arbeiten spielt die Plattform immer weniger eine Rolle, auf der die Anwendung läuft. In Corona-Zeiten müssen vor allem Kreative neue Wege finden, mit anderen zusammenzuarbeiten. Laut eigener Aussage von Adobe sei die Creative Cloud dafür ausgelegt, die Zusammenarbeit mit Kreativen und dem Kunden einfach zu gestalten. So betreffen eine Reihe der Verbesserungen den Austausch der Dokumente mit Teamkollegen oder Kunden.

Ein weiterer Schwerpunkt sind intelligente Funktionen, die Adobe mithilfe seiner künstlichen Intelligenz (KI) namens Sensei ermöglicht. So ist die am 11. Juni veröffentlichte App Photoshop Camera eine Anwendung, die sehr stark auf künstliche Intelligenz setzt ( siehe unsere News ).

Neben vielen weiteren Neuerungen für eine verbesserte Zusammenarbeit sind hier die wichtigsten Neuerungen im Überblick aufgeführt:

Photoshop stellt automatisch Haare frei

Schon mit den bisherigen Werkzeugen von Photoshop kann man beispielsweise Gesichter und Haare gut freistellen. Das bedarf allerdings in den meisten Fällen Handarbeit, um ein sauberes Ergebnis zu erhalten. Nun hat Adobe mithilfe der künstlichen Intelligenz von Sensei das Freistellen von Porträts verbessert. Adobe dazu: „Die Subject-Select-Funktion setzt auf eine Reihe neuer Algorithmen in Adobe Sensei, dem Framework für KI und maschinelles Lernen von Adobe, die es euch erlauben, selbst detailreiche Portraitaufnahmen mit nur einem einzigen Klick präzise auszuwählen.“

Weitere Neuerungen: Adobe Fonts werden automatisch geladen, sollten diese nicht aktiviert sein. Zudem lassen sich nun Muster auch drehen. Laut Adobe sein die Geschwindigkeit und die Stabilität verbessert worden.

Objekte wie Haare stellt die neueste Version von Photoshop deutlich besser frei als zuvor. Möglich macht das die künstliche Intelligenz von Sensei.
Vergrößern Objekte wie Haare stellt die neueste Version von Photoshop deutlich besser frei als zuvor. Möglich macht das die künstliche Intelligenz von Sensei.
© Adobe
Adobe Sensei sucht nach fehlenden Schriften und installiert diese wenn möglich. Diese Funktion ist auch in Anwendungen wie Illustrator dazugekommen.
Vergrößern Adobe Sensei sucht nach fehlenden Schriften und installiert diese wenn möglich. Diese Funktion ist auch in Anwendungen wie Illustrator dazugekommen.
© Adobe
Nützlich: Muster lassen sich in Photoshop nun drehen. Das ging bisher nicht.
Vergrößern Nützlich: Muster lassen sich in Photoshop nun drehen. Das ging bisher nicht.
© Adobe

Camera Raw nun mit verbessertem Design

Die Bedienoberfläche von Photoshop Camera Raw, nun in Version 12.3, hat eine Generalüberholung erhalten. Die Bedienung ist an Lightroom angeglichen. So lassen sich beispielsweise nun die HDR- und Panoramafunktion über das Menü aufrufen. Die Filmstreifen kann man zudem entweder horizontal am unteren Rand oder vertikal am linken Rand positionieren.  Das Update unterstützt zudem die DNG-Bilder, die mit einigen iPad-Modellen aufgenommen wurden. Hier eine Liste aller unterstützten Kameras und Objektive .

Adobe Camera Raw wurde optisch komplett überarbeitet.
Vergrößern Adobe Camera Raw wurde optisch komplett überarbeitet.
© Adobe

iPad-Versionen von Photoshop und Lightroom arbeiten besser zusammen

Photoshop und Lightroom sind auf dem iPad nun enger integriert. So lassen sich Bilder aus Lightroom an Photoshop senden und Photoshop-Werkzeuge in Lightroom zur Verfügung stellen, möchte man dort ein Foto bearbeiten. Ein weiteres Update für Photoshop auf dem iPad: Die App kann nun alle Werkzeuge von Adobe Capture nutzen.

Lightroom Classic CC nun mit lokalem Farbtonregler

Die wichtigste Neuerung von Lightroom Classic CC ist ein verbesserter Farbtonregler (HSL), der eine lokale Anpassung ermöglicht. Verbessert sind zudem Raw-Standards und die erst kürzlich eingeführte ISO-adaptive Vorgabe (Preset). Diese ändert die Werte  beispielsweise für Schärfe und Rauschreduzierung abhängig vom ISO-Wert der Aufnahme. Zudem soll das Scrollen flüssiger möglich sein.

Außerdem dabei: Direkt aus Lightroom lassen sich nun Online-Seminare und Vorlesungen führender Fotografen ansehen und deren Vorgaben laden. Einige der Fotografen: Nicole Young, Kristina Sherk und Marr Kloskowski.

Lightroom CC unterstützt verschiedene Bearbeitungsversionen

Auch die Cloud-Version von Lightroom kann nun den verbesserten Farbtonregler nutzen. Zudem lassen sich nun verschiedene Versionen einer Bearbeitung erstellen. Damit kann man beispielsweise eine Schwarzweiß- und Farbversion eines Fotos bearbeiten, ohne zusätzliche Kopien des Bildes anfertigen zu müssen.

Adobe Premiere Pro: Adobe Stock Audio direkt nutzen

Das Videoschnittprogramm Premiere Pro erhält eine Integration von Adobe Stock Audio. So kann man nach kaufbarer Musik suchen und es gleich im Projekt zu verwenden. Zum Schneiden des Videos braucht die Musik noch nicht lizenziert zu sein, das erfolgt erst beim Abschluss des Projekts.

Außerdem gibt es drei Sensei-gestützte Funktionen:

Scene Edit Detection analysiert bereits exportierte Videodateien und kann die Schnitte wiederherstellen.

Roto Brush 2 in After Effects ersetzt Project Fast Mask und vereinfacht das Maskieren von Vorder- und Hintergrundelementen.

Auto Reframe sorgt dafür, dass der prägnanteste Punkt in einer Videoaufnahme immer im Fokus bleibt, wenn Teile des Videos beschnitten sind.

Musik von Adobe Stock Audio lässt sich nun direkt in Premiere Pro suchen, im Videoprojekt integrieren udn erst beim Beenden des Projekts lizenzieren.
Vergrößern Musik von Adobe Stock Audio lässt sich nun direkt in Premiere Pro suchen, im Videoprojekt integrieren udn erst beim Beenden des Projekts lizenzieren.
© Adobe

Premiere Rush: Effekte-Panel für die Smartphone-App

Mit Premiere Rush sind schnell Videoclips auf dem Smartphone erstellt, per Cloud lassen sie sich auch auf mit der Desktop-App weiterbearbeiten. Neu ist ein Effekt-Panel, das neben einer Auto-Reframe-Funktion (passt ein Videoclip an das Seitenverhältnis des Projekts an). Zudem war laut Adobe eine Ken-Burns-Funktion zum Animieren von Standbildern ein oft geäußerter Wunsch. Mit der Bezeichnung Pan & Zoom gibt es diese Option ebenfalls.

Indesign mit verbesserter Zusammenarbeit

Indesign-Dokumente kann man mit der neuen Funktion „Share for Review“ mit anderen Teammitgliedern oder Kunden prüfen und kommentieren. So können andere per Webbrowser ihre Kommentare und Änderungswünsche einfach per Stiftwerkzeug angeben. Die „Share for Review“-Funktion wird im Oktober erweitert. Ein weiteres nützliches Detail, das einem die Arbeit erleichtert: Sensei sucht automatisch nach fehlenden Schriften und lädt diese, sofern es möglich ist.

Illustrator nutzt Cloud Documents

Mit Adobe Illustrator ist es nun einfacher, mit Photoshop und Adobe XD zusammenzuarbeiten. Möglich macht das Cloud Documents. Es erlaubt, direkt über den Startbildschirm von Illustrator Änderungen an Dateien zu verfolgen, sie zu beschriften und zu früheren Versionen zurückkehren. Bald soll es zudem möglich sein, Dokumente mit anderen zu teilen, um sie direkt zu bearbeiten oder zu überprüfen. Zudem soll bald eine iPad-Version von Illustrator erscheinen. Cloud-Dokumente werden dann automatisch auf dem iPad verfügbar sein, wo auch immer man sich befindet. Über einen Weblink lässt sich zudem ein Entwurf beispielsweise mit Kunden teilen, ohne dass sie eine App laden müssen.

PC-WELT Marktplatz

2514368