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Abschaffung der Zeitumstellung verzögert sich anscheinend

03.06.2019 | 09:58 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Abschaffung der Zeitumstellung wird sich offensichtlich noch einige Jahre hinziehen. Die meisten EU-Staaten haben ihre Position zur Abschaffung der Zeitumstellung noch nicht vorgelegt.

Die Abschaffung der Zeitumstellung wird sich offensichtlich noch einige Jahre hinziehen. Wie ZDF online unter Berufung auf ein Papier der EU-Ratspräsidentschaft berichtet, benötigen die EU-Mitgliedsstaaten mehr Zeit, um einen Flickenteppich mit vielen unterschiedlichen Zeitzonen in der EU zu vermeiden. Denn trotz Aufforderung hätten nur wenige EU-Länder ihre nationale Position zur Aufhebung der Zeitumstellung bisher dargelegt.

Die EU-Kommission wollte die Zeitumstellung ursprünglich bereits 2019 abschaffen. Das EU-Parlament entschied jedoch, erst ab 2021 auf die halbjährliche Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit zu verzichten. Doch selbst dieser Termin scheint nicht haltbar zu sein. Einigkeit besteht unter den EU-Staaten offensichtlich nur darüber, dass ein „Flickenteppich mit unterschiedlichen Zeitzonen“ vermieden werden solle.

Dabei geht es vor allem darum, dass sich alle EU-Staaten einer Zeitzone (die auf einem gemeinsamen Längengrad liegen) auf eine einheitliche Uhrzeit einigen. Denn unterschiedliche Uhrzeiten innerhalb einer Zeitzone wären für die Wirtschaft und für das Alltagsleben fatal (wenn also beispielsweise in Deutschland, Österreich, Tschechien, Frankreich und den Niederlanden die Uhren unterschiedlich gehen würden).

Derzeit gibt es im EU-Raum vier Zeitzonen, von denen eine, die Azores Standard Time, aber nur für die im Atlantik liegenden und zu Portugal gehörenden Azoren gilt (von der deutschen Normalzeit/Winterzeit müssen Sie 2 Stunden abziehen, um auf die Azores Standard Time zu kommen). Für das eigentliche Europa sind drei Zeitzonen relevant (für diese Zusammenstellung wird die Normalzeit = Winterzeit zu Grunde legt):

  • Western European Time (z.B. Irland, Portugal) beziehungsweise Greenwich Mean Time (Großbritannien). Hierzu ist von der deutschen Normalzeit/Winterzeit 1 Stunde abzuziehen.

  • Central European Time (u.a. Belgien, Frankreich, Niederlande, Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Spanien, Ungarn, Tschechien). Unsere Winter-/Normalzeit. 

  • Eastern European Time (u.a. Bulgarien, Rumänien, Griechenland). Zur deutschen Normalzeit/Winterzeit 1 Stunde addieren.

In Deutschland ist Wirtschaftsminister Peter Altmaier für das Thema Zeitumstellung zuständig. Altmaier wolle laut ZDF von der EU-Kommission zunächst eine Folgenabschätzung für die Abschaffung der Zeitumstellung erhalten. Die Bundesregierung habe außerdem noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob in Deutschland künftig dauerhaft die Sommerzeit oder die Winterzeit gelten solle. Laut ZDF-Politbarometer votieren die meisten Deutschen für eine dauerhafte Beibehaltung der Sommerzeit.

Die derzeitige Winterzeit ist übrigens die „Normalzeit“: Mitteleuropäische Zeit (MEZ). In Deutschland wurde 1980 die davon abweichende Sommerzeit eingeführt: Das ist dann die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Hierzu wird im Frühjahr die Uhr um eine Stunde vorgestellt: Statt zum Beispiel 6 Uhr ist es dann also 7 Uhr. Abends ist es somit länger hell. Und im Herbst wird die Uhr wieder um eine Stunde zurückgestellt. Diese Regelung gilt seit 1996 EU-weit.

Ende der Zeitumstellung frühestens im Jahr 2021

EU-Parlament stimmt für Abschaffung der Zeitumstellung



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