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EU unterstützt deutschen Corona-Impfstoff mit 80 Mio. Euro

17.03.2020 | 10:56 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Donald Trump wollte einen von einem deutschen Unternehmen entwickelten Impfstoff gegen das Coronavirus exklusiv für die USA. Doch Trump scheitert. Die EU unterstützt die Entwicklung des Impfstoffes mit bis zu 80 Mio!

Trump greift nach deutscher Firma: Am Wochenende machte eine Meldung die Runde, die vielen Menschen in Deutschland ernsthafte Sorgen bereitet haben dürfte: US-Präsident Donald Trump wollte laut Medienberichten einen von der deutschen Biotech-Firma Curevac in der Entwicklung befindlichen Impfstoff gegen das Coronavirus exklusiv für die USA haben. Laut der Welt bot Trump dem Unternehmen Curevac eine Milliarde Dollar für die exklusive Nutzung des Impfstoffes (der allerdings noch nicht fertiggestellt ist).

Trump, der in der Coronakrise bisher ziemlich unglücklich agierte, ließ damit einmal mehr jegliches Fingerspitzengefühl vergessen und ignorierte alle Spielregeln, die zwischen zivilisierten Staaten üblich sind. Jetzt meldet unter anderem n-tv, dass Curevac mit den USA keinen Exklusivvertrag schließen werde.

Hopp widersetzt sich Exklusivertrag mit USA: Curevac sitzt in Tübingen. Laut n-tv erklärte SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, der einer der Gründer und Geschäftsführer der dievini Hopp BioTech Holding ist, dass ein Exklusivvertrag mit den USA nicht infrage komme. Die dievini Hopp BioTech Holding hält 80 Prozent an Curevac.

N-tv zitiert Hopp folgendermaßen: "Wenn es uns hoffentlich bald gelingt, einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln, soll dieser Menschen nicht nur regional, sondern solidarisch auf der ganzen Welt erreichen, schützen und helfen können." Hopp gehe es außerdem auch um die Arbeitsplätze in Deutschland.

Dietmar Hopp hat laut sueddeutsche.de Details dazu verraten, wie Trump sich den in Deutschland entwickelten Impfstoff für die USA sichern wollte. Demnach habe Trump direkt mit Curevac gesprochen. Curevac wandte sich dann an Hopp und fragte diesen nach seiner Meinung zu dem Angebot. Und Hopp sagte ab. Die Süddeutsche zitiert Hopp folgendermaßen: "Für mich ist das selbstverständlich, es kann gar nicht sein, dass eine deutsche Firma den Impfstoff entwickelt und dieser in den USA exklusiv genutzt wird. Das war für mich keine Option".

Stühlerücken bei Curevac: Zwischenzeitlich tauschte Curevac auch seinen Vorstandsvorsitzenden aus: Der US-Amerikaner und Betriebswirtschafler Daniel Menichella, der Trump offensichtlich entgegenkommen wollte, wurde durch den Deutschen Biologen Ingmar Hoerr, Mitgründer von Curevac, ersetzt. Ingmar Hoerr war aber nur ganz kurz Vorstandsvorsitzender. Bereits am Montag hat ihn Franz-Werner Haas ersetzt, wie die FAZ berichtet.

Curevac dementiert Angebot aus den USA: Curevac selbst hatte anfangs nur eine knappe Pressemitteilung auf seiner Webseite veröffentlicht. Darin steht unter anderem, dass man das Ziel habe "Menschen und Patienten weltweit zu erreichen, zu helfen und zu schützen." Und weiter: "CureVac enthält sich jeglicher Kommentare zu den aktuellen Medienspekulationen und weist die Behauptungen über den Verkauf des Unternehmens oder seiner Technologie deutlich zurück." Später versuchte Curevac die Wogen dann noch mit einem Dementi per Twitter zu glätten.

Geld für Curevac: Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt die Suche nach einem Impfstoff gegen Covid-19 finanziell. Der Haushaltsausschuss hat 140 Millionen Euro dafür freigegeben. Ein Teil dieses Geldes geht auch an Curevac.

Curevac bekommt außerdem von der EU Kredite in einer Höhe von bis zu 80 Millionen Euro, um möglichst schnell einen Impfstoff gegen den Coronavirus Sars-CoV-2, das die Infektionskrankheit Covid-19 verursacht, zu entwickeln. Laut Spiegel Online sollen klinische Tests im Juni 2020 starten.

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