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Ab 9.12. bei Aldi: Gaming-Laptop-Biest für 2.699 Euro - lohnt der Kauf?

30.11.2021 | 10:15 Uhr | Sebastian Schenzinger

Aldi bietet ab dem 9. Dezember mit dem Medion Erazer Beast X25 erneut ein absolutes High-End-Gaming-Notebook an, welches bereits Ende Mai und Ende Juli erhältlich gewesen ist - das Display löst jetzt aber in 1440p auf. Hinsichtlich der Leistung zählt es derzeit zu den absoluten Topmodellen auf dem Markt. Dafür ist es sogar verhältnismäßig günstig.

Ab dem 9. Dezember gibt es im Onlineshop (zum Angebot) von Aldi Nord und Aldi Süd mit dem Medion Erazer Beast X25 für 2.699 Euro ein absolutes High-End-Gaming-Notebook im Angebot. Natürlich nur solange der Vorrat reicht. Der Name ist hier Programm, denn in Hinsicht auf die technischen Spezifikationen ist das Gerät wortwörtlich ein Biest. Die derzeit schnellste Mobil-GPU paart Medion mit einer der schnellsten Mobil-CPUs und packt noch eine mehr als üppige Speicherausstattung obendrauf. Dabei fällt der Laptop überraschend leicht aus, was jedoch auf Kosten der Batterielaufzeit geht.

Das Gerät gab es bereits Ende Mai und Ende Juli bei Aldi zu erwerben, damals jedoch noch mit einem 1080p-Display mit 300 Hz, jetzt kommt das Biest mit QHD-Auflösung bei 165 Hz. Außerdem hat Medion mittlerweile ein BIOS-Update für die Grafikkarte bereitgestellt, das Dank erhöhter TGP auf 165 Watt noch mehr Leistung freischaltet.

Medion Erazer Beast X25 Spezifikationen

  • AMD Ryzen 9 5900HX mit 3,3 bis 4,6 GHz und 8 Kernen/16 Threads (45W+)

  • Nvidia GeForce RTX 3080 mit 16 GB GDDR6-Videospeicher, Boost bis 1605 MHz und maximaler TGP von 165 Watt

  • 17,3"-IPS-Display mit 2560 x 1440 Bildpunkten und 165 Hz

  • 2 TB PCIe-SSD

  • 64 GB DDR4-RAM (bis zu 3200 MHz)

  • RGB-Backlit-Keyboard mit 16.7 Mio. Farben

  • Wi-Fi 6 & Bluetooth 5.1

  • 6-Zellen-Li-Polymer-Hochleistungsakku mit 91,2 Wh (3 Stunden Akkulaufzeit)

  • Windows 11 Home vorinstalliert

  • B x H x T: ca. 39,5 x 2,6 x 26,2 cm, ca. 2,3 kg

Einschätzung: Gaming-Notebook-Biest lässt keine Wünsche offen

Bei der Ausstattung lässt das Medion Erazer Beast X25 keine Wünsche offen. Mit dem Octa-Core Ryzen 9 5900HX ist AMDs zweitschnellste Mobil-CPU auf Basis der Cezanne-Architektur verbaut. Die TDP lässt sich in einem Bereich von 35 bis 54 Watt konfigurieren.

Zur Seite stehen der CPU satte 64 GB DDR4 Arbeitsspeicher. Das halten wir eher für übertrieben, da beim RAM nicht gerade die Devise viel hilft viel gilt. Gerade für Gamer wären 32 GB vollkommen ausreichend gewesen, so müssen Sie dafür einen wohl nicht geringen Aufpreis zahlen.

Als Grafikkarte kommt das derzeitige Non-Plus-Ultra, die Nvidia GeForce RTX 3080 (Mobile) mit 16 GB GDDR6-Videospeicher zum Einsatz. Laut Medion darf sich die GPU bis zu 165 Watt genehmigen, was enorm viel ist. Nvidia spezifiziert die Grafikkarte mit 80, 90, 115, 125, 135, 145 und 150+ Watt. Der maximale Boost-Takt soll dadurch bei 1605 MHz liegen. Hier gibt es Geräte wie das MSI GE76 Raider (hier erhältlich) , die mit bis zu 1740 MHz höhere GPU-Taktraten erreichen, dennoch zählt das Medion Erazer Beast zu den aktuell schnellsten Notebooks auf dem Markt. 

17,3-Zoll-Display mit QHD-Auflösung und 165 Hz

Aldi Nord bewirbt die RTX 3080 des Medion Erazer Beast X25 mit bis zu 165 Watt.
Vergrößern Aldi Nord bewirbt die RTX 3080 des Medion Erazer Beast X25 mit bis zu 165 Watt.
© Aldi Nord

Beim Display setzt Medion nicht länger auf eine Variante mit Full-HD-Auflösung bei 240 Hz, sondern verbaut ein IPS-Panel mit 2560 x 1440 Pixeln bei 165 Hz. Somit kann die RTX 3080 Mobile mit 16 GB VRAM ihr volles Potenzial entfalten.

Ihre Daten finden auf der 2 TB großen PCIe SSD ihren Platz, das reicht auf jeden Fall für einige Spiele aus. Mit einem Gewicht von nur 2,3 kg fällt das Medion Erazer Beast X25 in Anbetracht der verbauten Hardware und der TDP-Spezifikationen überraschend leicht aus. Das dürfte sich dann jedoch negativ auf die Akkulaufzeit auswirken. In den Geräte-Details spricht Aldi von nur 3 Stunden Akkulaufzeit bei der Wiedergabe eines Videos, was die Achillesferse des Gaming-Notebooks ist. Dazu kommt, dass das Gerät beim Zocken sehr laut wird, da in so einem kleinen Gehäuse nicht viel Platz für eine aufwendige Kühllösung bleibt.

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Summa summarum wird Medions Ansatz auf maximale Leistung zu setzen deutlich: Eine CPU mit konfigurierbarer TDP, eine RTX 3080, die mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 165 Watt arbeiten darf und das Maximum an konfigurierbarem Arbeitsspeicher. Die Konkurrenz ist hinsichtlich der Hardware im selben Preisbereich schwächer aufgestellt. Entweder lässt sich die GPU nicht mit einer so hohen Leistungsaufnahme betreiben oder die Speicherausstattung ist schlechter. An dieser Stelle müssen wir jedoch hinzufügen, dass wir die 64 GB RAM für übertrieben halten und das den Preis des Geräts nur unnötig in die Höhe treibt, da nur ein Bruchteil der Anwender von so viel Arbeitsspeicher profitiert. Eher unschön ist dann auch die Akkulaufzeit von nur 3 Stunden bei der Videowiedergabe. Selbst ein Gaming-Notebook, das bis obenhin mit High-End-Hardware vollgestopft ist, sollte heutzutage auf die doppelte Laufzeit kommen.

RTX 3080 Mobile und die TGP

Die Leistungseinordnung einer Notebookgrafikkarte ist seit der Veröffentlichung der RTX-3000-GPUs schwieriger denn je. So gibt es etwa die Mobilversion der RTX 3080 in unterschiedlichen TGP-Versionen mit 80, 90, 115, 125, 135, 145 und 150+ Watt. Das Gleiche gilt auch für die RTX 3070 und die RTX 3060. In der Praxis kann das zur Folge haben, dass eine RTX 3080 mit 80 Watt TGP schlechter performt als eine RTX 3070 mit 120 Watt TGP, obwohl der Produktname etwas anderes suggeriert. Deswegen sind die Notebookhersteller eigentlich dazu angehalten, die TGP in den Produktspezifikationen immer mit aufzuführen, um zumindest für etwas Klarheit zu sorgen.

Bei dem Medion Erazer Beast X25 war das aber leider nicht der Fall als es bereits Ende Mai erhältlich gewesen ist. Deswegen haben wir - und auch die Kollegen der ComputerBase - damals extra bei Medion angefragt und als Antwort bekommen, dass sich die RTX 3080 mit bis zu 165 Watt (150W + 15W Dynamic Boost) konfigurieren lässt. Dementsprechend haben wir diese Information auch an Sie weitergegeben.

Die TGP der RTX 3080 im Medion Eazer Beast X25 liegt gemäß dem Käufer Marco von new VR tech nur bei 125+15 Watt.
Vergrößern Die TGP der RTX 3080 im Medion Eazer Beast X25 liegt gemäß dem Käufer Marco von new VR tech nur bei 125+15 Watt.
© Marco von new VR tech

Nachdem das Gerät dann ein paar Tage verfügbar gewesen war, haben sich in diversen Foren und YouTube Videos Käufer darüber beschwert, dass die Aussage nicht stimmt und sich die RTX 3080 nur mit 125 + 15 Watt betreiben lässt. So hat sich auch Marco von "new VR tech" bei uns diesbezüglich gemeldet und netterweise Screenshots zur Verfügung gestellt. Auf seine Anfrage bei Medion reagierte der Hersteller folgendermaßen:

Sehr geehrter Herr ..., danke für Ihr Feedback zur Leistungsaufnahme des Notebooks. Die Seite Computerbase.de ist keine von der MEDION AG betriebene Internetseite. MEDION haftet nicht für fehlerhafte Produktdaten oder andere Informationen bezüglich der MEDION AG oder der Produkte. [...]

Diese Antwort war leider sehr unbefriedigend, da wir eben extra bei Medion nach dieser Information angefragt haben, um unseren Lesern bestmöglich Auskunft geben zu können. Wie dem Medion Community Forum zu entnehmen ist, scheint der Hersteller jedoch mittlerweile ein Update nachgeliefert zu haben, welches tatsächlich die maximalen 165 Watt für die RTX 3080 freischaltet. Dadurch soll der Graphics Score im 3D Markt Time Spy von 10.600 auf knapp 12.000 Punkte gestiegen sein. Die Grafikkarte wird dabei bis zu 87 Grad Celsius warm, drosselt aber wohl nicht wirklich stark herunter und kann die Leistung halten. Das sind natürlich sehr erfreuliche Informationen. Die Kommunikation von Seiten Medions ist hier jedoch alles andere als optimal verlaufen. Da Medion bei dem neuen Angebot des Erazer Beast X25 auf der Seite von Aldi Nord explizit mit bis zu 165 Watt wirbt, gehen wir davon aus, dass die Geräte mit dem neuen BIOS ausgeliefert werden und die Angabe diesmal auch tatsächlich stimmt.

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Alternativen: Ein vergleichbar ausgestattetes Notebook zu finden, ist tatsächlich eher schwierig. Gerade die Variante der RTX 3080 mit 16 GB VRAM ist nur selten vertreten und wenn wir noch die TDP von 165 Watt mit einbeziehen, landen wir schnell in Preisregionen von 4000 Euro. Das am ehesten vergleichbare Gerät ist das Schenker XMG Neo 17-M21 . Statt dem Ryzen 9 5900HX verbaut XMG zwar einen Intel Core i7-11800H, unserer Erfahrung nach sind die CPUs jedoch vergleichbar schnell beim Gaming. Das Display ist ebenfalls 17,3 Zoll groß und löst mit QHD bei 165 Hz auf. Die RTX 3080 Mobile kann ebenso auf 16 VRAM zurückgreifen und die maximale TGP liegt bei 165 Watt. Unterschiede gibt es dann bei der Speicherausstattung: So verbaut XMG nur 16 GB DDR4-RAM und eine 1 TB PCIe SSD. Das Gerät ist mit einem Preis von 2749 Euro (zum Angebot) zudem etwas teurer. 

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