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AMD stellt neue Mobil-GPUs, Advantage-Laptops und FidelityFX Super Resolution vor

02.06.2021 | 13:12 Uhr |

In einer Keynote hat AMD unter anderem neue Notebook-GPUs, Grafiktechniken und APUs vorgestellt.

AMD hat im Rahmen der virtuellen Computex 2021 mehrere Neuheiten in einer digitalen Keynote vorgestellt. Dazu zählen einige neue Produkte wie die neuen Notebook-Grafikkarten der Radeon-RX-6000M-Serie, das sogenannte AMD Advantage Design Framework und die Grafiktechnik FidelityFX Super Resolution.

Neue GPUs für Notebooks: AMD Radeon RX 6000M

Mit den kommenden Notebook-Grafikchips der Radeon-RX-6000M-Reihe nimmt AMD den ewigen Konkurrenten Nvidia nun auch auf dem Markt für mobile PCs ins Visier. Die insgesamt sechs neuen GPUs (Radeon RX 6800M, 6700M, 6600M, 6500M, 6400M und 6300M) basieren auf der hauseigenen RDNA-2-Architektur und bieten eine um bis zu 1,5-mal höhere Leistung und einen bis zu 43 Prozent geringeren Strombedarf im Vergleich zur ersten RDNA-Generation.

Neue Radeon-GPUs für Notebooks sollen deutlich mehr Leistung bieten und effizienter arbeiten.
Vergrößern Neue Radeon-GPUs für Notebooks sollen deutlich mehr Leistung bieten und effizienter arbeiten.
© AMD

Der Chip-Anbieter behauptet, dass das Top-Modell Radeon RX 6800M in der 1440p-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) Bildraten von 120 Bildern pro Sekunde bietet und dabei auch noch DirectX-Raytracing unterstützt. Zusätzlich kommen Laptop-Gamer auch in den Genuss verschiedener Techniken wie Infinity Edge, Smart Access Memory (SAM) und SmartShift. Während der Präsentation wurde auch schon angekündigt, dass Hersteller wie HP, MSI, Asus und Lenovo bereits neue Modelle mit den AMD-GPUs auf den Markt bringen werden. Technische Details zu den GPUs finden Sie in der folgenden Tabelle:

Bezeichnung

GPU-Takt

Compute Units (CUs)

Speicher / Anbindung

TDP

Radeon RX 6800M

bis zu 2.300 MHz

40

12 GB GDDR6 (96 MB Infinity Cache) / 192 Bit

145 (oder mehr) Watt

Radeon RX 6700M

bis zu 2.300 MHz

36

10 GB GDDR6 (80 MB Infinity Cache) / 160 Bit

135 Watt

Radeon RX 6600M

bis zu 2.177 MHz

28

8 GB GDDR6 (32 MB Infinity Cache) / 128 Bit

100 Watt

Radeon RX 6500M

unbekannt

unbekannt

8 GB GDDR6 (32 MB Infinity Cache) / unbekannt

75 Watt

Radeon RX 6400M

unbekannt

unbekannt

4 GB GDDR6 / unbekannt

unbekannt

Radeon RX 6300M

unbekannt

unbekannt

unbekannt / unbekannt

unbekannt

Programm für High-End-Notebooks: AMD Advantage Design Framework

Neben den neuen Mobil-GPUs hat AMD auch bekannt gegeben, wie das Unternehmen zukünftige High-End-Gaming-Laptops herstellen will: Im Rahmen des „AMD Advantage Design Framework“, einem neuen Programm, will das Unternehmen künftig eng mit OEM-Partnern (wie Acer, Lenovo, HP, etc.) zusammenarbeiten, um Hochleistungs-Gaming-Notebooks zu entwickeln. Notebooks mit AMDs Advantage Design Framework müssen strenge Voraussetzungen erfüllen.

Das AMD Advantage Design Framework stellt Anforderungen an neue High-End-Notebooks.
Vergrößern Das AMD Advantage Design Framework stellt Anforderungen an neue High-End-Notebooks.
© AMD

Für den Anfang müssen sie mit einer AMD Radeon RX 6000M, einem mobilen Prozessor der Ryzen-5000-Serie, der zugehörigen Radeon-Software, FreeSync Premium-zertifizierten Displays, schnellem NVME-Speicher und einigem mehr ausgestattet sein. Außerdem müssen diese Modelle beim Gaming mindestens 100 Bilder pro Sekunde in den meisten Spielen erreichen, bei einer Bildwiederholfrequenz von mindestens 144 Hertz (oder höher). Außerdem muss der Bildschirm eine Helligkeit ab 300 cd/m² bieten. Zusätzlich müssen die Notebooks leicht sein und eine individuell abgestimmte Wärmeentwicklung bieten.

HP bringt in Kürze neue Laptops mit neuer AMD-Technik
Vergrößern HP bringt in Kürze neue Laptops mit neuer AMD-Technik
© HP

Trotz dieser strengen Anforderungen sollen viele neue AMD-Advantage-Notebooks auf den Markt kommen. Dazu gehören das Asus ROG Strix G15/17 mit AMD Ryzen 5900HX und Radeon RX 6800M oder das HP Omen 16. Beide kommen noch diesen Monat auf den Markt. Vergleichbare Modelle von Lenovo und MSI werden später in diesem Jahr erscheinen.

Mehr Leistung dank AMD FidelityFX Super Resolution

Eine weitere große Ankündigung ist die Einführung der quelloffenen, plattformübergreifenden Grafiktechnik AMD FidelityFX Super Resolution (FSR), die eine bis zu 2,5-fach höhere Leistung und optimiertes räumliches Upscaling in ausgewählten Spielen ermöglicht. Bei dieser Technik handelt es sich im Wesentlichen um AMDs Antwort auf Nvidias KI-gestützte Technologie DLSS (Deep Learning Super Sampling).

AMDs FidelityFX Super Resolution soll eine höhere Leistung in Spielen ermöglichen.
Vergrößern AMDs FidelityFX Super Resolution soll eine höhere Leistung in Spielen ermöglichen.
© AMD

AMD hat aber auch gezeigt, dass seine FSR-Technik von mehr als zehn AMD-Prozessoren und -GPUs sowie von Nvidia-Geforce-GPUs unterstützt wird. Da diese FSR Open-Source ist, ist es für Entwickler recht einfach, diese Grafiktechnik in neue und bestehende Titel zu integrieren. AMD will am 22. Juni weitere Informationen über FSR und unterstützte Titel bekannt geben.

Neue APUs: AMD Ryzen 5 5600G und Ryzen 7 5700

Mit dem Ryzen 7 5700G und den Ryzen 5 5600G bringt AMD zwei neue APUs auf den Markt.
Vergrößern Mit dem Ryzen 7 5700G und den Ryzen 5 5600G bringt AMD zwei neue APUs auf den Markt.
© AMD

Auch zwei neue Desktop-Prozessoren, genauer gesagt APUs (Accelerated Processing Units, also CPUs mit integrierter Grafik) hatte AMD im Ärmel: den Ryzen 7 5700G und den Ryzen 5 5600G. Laut AMD kommen beide am 5. August 2021 auf den Markt und kosten 359 US-Dollar respektive 259 US-Dollar (Euro-Preise sind bisher unbekannt). Sie sind Teil von AMDs Zen-3-Familie und verfügen über integrierte Radeon-Vega-Grafik.

Das Flaggschiff Ryzen 7 5700G verfügt über acht Kerne und 16 Threads mit einem Basistakt von 3,8 GHz und einem Boost-Takt von bis zu 4,6 GHz. Die APU ist für eine TDP von 65 Watt ausgelegt. Der Ryzen 5 5600G kommt hingegen mit sechs Kernen und zwölf Threads daher.

Gestapelter Cache in Desktop-CPUs

Zum Ende der Vorstellung präsentierte AMD auch noch eine echte technische Überraschung namens AMD 3D Chiplet Technology vor: Eine Prototyp-CPU aus der Ryzen-5000-Serie, die über einen gestapelten Level-3-Cache mit stolzen 192 MB verfügt, was einer Verdreifachung des Pufferspeichers des aktuell erhältlichen Top-Prozessors entspricht. Tatsächlich werden hierbei mehrere Speicherbausteine aufeinandergestapelt und zusammen mit den anderen CPU-Komponenten auf der Chipfläche integriert.

Gestapelter Level-3-Cache auf der CPU-Chipfläche soll künftig für eine höhere Leistung in Spielen sorgen.
Vergrößern Gestapelter Level-3-Cache auf der CPU-Chipfläche soll künftig für eine höhere Leistung in Spielen sorgen.
© AMD

Der große L3-Cache soll im Schnitt eine 15 Prozent höhere Leistung in Spielen ermöglichen. Durch die besondere Art der Anbindung an die restlichen Bestandteile des Prozessors soll dieser 3D-Speicher eine geringere Wärmeentwicklung und Energieaufnahme als bisherige, vergleichbare Lösungen bieten. Bereits Ende des Jahres will AMD mit der Produktion beginnen, mit dem Marktstart dürfte deshalb erst Anfang 2022 zu rechnen sein.

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