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AMD: Vier neue Threadripper Pro mit bis zu 64 Kernen

15.07.2020 | 14:36 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

AMD hat erstmals Threadripper Pro CPUs vorgestellt. Sie sollen Intels Xeon-Chips deutlich übertrumpfen und richten sich an Profi-Nutzer.

AMD hat erstmals Threadripper-Pro-Prozessoren vorgestellt. Die im 7nm-Verfahren produzierten Profi-CPUs besitzen bis zu 64 Kernen, 128 Threads, 128 PCI-Express-4-Lanes und bieten 8-Kanal-Speichersupport für bis zu 2 TB RAM. Damit startet AMD die Jagd auf Intel Xeon-CPUs.

AMD hat diese vier Threadripper Pro-Prozessoren (Zen 2) für den Einsatz in Workstations angekündigt :

  • Ryzen Threadripper Pro 3995WX: 64 Kerne, 128 Threads, 2,7GHz Basistakt, 4,2 GHz Boosttakt

  • Ryzen Threadripper Pro 3975WX: 32 Kerne, 64 Threads, 3,5 GHz Basistakt, 4,2 GHz Boosttakt

  • Ryzen Threadripper Pro 3955WX: 16 Kerne, 32 Threads, 3,9 GHz Basistakt, 4,3 GHz Boosttakt

  • Ryzen Threadripper Pro 3945WX: 12 Kerne, 24 Threads, 4 GHz Basistakt, 4,3 GHz Boosttakt.

Alle vier Chips besitzen 128 PCI-Express-4.0-Lanes, haben eine TDP (Thermal Design Power) von 280 Watt und können bis zu 2 TB Arbeitsspeicher im 8-Kanalmodus verarbeiten. Die 64-Kernvariante besitzt acht CCD-Einheiten (Core Chiplet Dies), von denen jede wiederum acht Kerne umfasst. Die 32-Kernversion besitzt vier 8-Kern-CCDs. Die 16-Kernvariante nutzt zwei 8-Kern-CCDs und die 12-Kernversion besitzt zwei 6-KernCCDs.

Die Ryzen Threadripper Pro nutzen den neuen WRX8-Sockel.

Doch AMD stellte nicht nur die neuen Threadripper Pro-Prozessoren für Workstations vor, sondern auch gleich einen vorläufigen Exklusivpartner für die entsprechende Workstation: Lenovo. Denn Lenovo soll die neuen Threadripper Pro  3995WX zum Start exklusiv in seiner ThinkStation P620 Workstation verbauen. Die P620 besitzt darüber hinaus ein bis zwei Nvidia Quadro RTX 8000-Karten, 10-Gigabit-Ethernet, maximal 512 GB DDR4/3200 und ein 1,000-Wattnetzteil. Vier M.2-Slots und bis zu vier 3,5-Zoll-Laufwerkschächte sind ebenfalls vorhanden.

Lenovo zufolge reicht für die Threadripper Pro Luftkühlung. Als Betriebssystem bietet Lenovo zunächst nur Windows 10 Pro an - Sie können Windows 10 Pro hier legal für rund 40 Euro kaufen. In einem Monat soll aber auch Ubuntu Linux dafür verfügbar sein. Red Hat Enterprise Linux und vielleicht auch Debian sollen ebenfalls für die ThinkStation P620 Workstation folgen.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll Lenovo aber seine Exklusivität verlieren und Threadripper-Pro-Workstations auch von anderen OEMs folgen.

AMD will die Threadripper Pro aber nicht als einzelne CPUs verkaufen, sondern nur als Teil eines vorgebauten Systems. Deshalb nennt AMD auch keine Preise für die neuen Prozessoren, weil die Ryzen Threadripper Pro ja nur innerhalb einer Workstation erhältlich sind. Lenovo wiederum sagt, dass die Preise für die ThinkStation P620 Workstation bei 4.599 Dollar beginnen sollen.

AMD behauptet, dass der Threadripper Pro die Intel-Xeon-Chips deutlich übertreffen soll. Im Cinebench R20 soll zum Beispiel der 12-Kern-Threadripper Pro 3945WX den 12-Kern-Xeon-W-3235-Chip sowohl bei der Single-Core- als auch bei der Multi-Core-Performance deutlich schlagen. AMD behauptet zudem, dass ein Threadripper Pro 3995WX mit seinen 64 Kernen und 128 Threads eine Workstation mit zwei Intel Xeon Platinum 8280 CPUs ebenfalls deutlich übertrifft.

Ein wesentlicher Vorteil von AMDs Ryzen Threadripper Pro ist deren Support für PCI-Express-4.0-Grafikkarten. Denn die Intel Xeon unterstützen nur PCIe 3.0. Mit dem Erscheinen der nächsten Quadro-Generation von Nvidia, die dann ebenfalls PCIe 4.0 unterstützt, soll es Lenovo zufolge dadurch einen deutlichen Leistungszuwachs geben.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Threadripper Pro-Prozessoren sollen nicht in Servern verbaut werden. Dafür hat AMD seine Epyc-Prozessoren im Angebot.

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