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AMD Ryzen 4000G: 18 neue CPUs für OEM- und Business-Systeme

21.07.2020 | 15:00 Uhr | Sebastian Schenzinger

AMD veröffentlicht heute die ersten Ryzen 4000G Desktop-Prozessoren - Codename Renoir. Die APUs mit Radeon-Grafikchip richten sich an OEM-Hersteller und Business-Desktops.

Vier Monate nach der Vorstellung der mobilen Renoir-Prozessoren für Notebooks stellt AMD jetzt 18 neue CPUs für OEM- und Business-Desktops vor. Die Bandbreite erstreckt sich dabei von einem Dual-Core mit Simultaneous-Multithreading bis hin zu einem Octa-Core mit 16 Threads, der im Turbo bis zu 4,4 GHz erreichen soll. Bei der Hälfte der Modelle handelt es sich um spezielle Pro-Varianten, in welche zusätzliche Sicherheitsfunktionen integriert sind, um den Sicherheitsanforderungen an ein Business-Gerät zu entsprechen.

Monolithischer Chip-Aufbau

Bei den Chips der Renoir-Dektop-Prozessoren handelt es sich letztendlich um die gleiche Variante, die auch in den mobilen Geräten zum Einsatz kommt. Die CPUs basieren also auf der Zen-2-Architektur setzen aber im Gegensatz zu den Ryzen-3000-Modellen nicht auf ein Chiplet-Design, sondern auf einen monolithischen Aufbau. Im Vergleich zu den Mobilprozessoren hat laut AMD nur etwas Feintuning stattgefunden und vor allem die erhöhte TDP sorgt für höhere Taktraten und eine gesteigerte Leistung. 

CPU-Benchmark 2020: Prozessoren im Vergleich-Test

Interessant ist vor allem die Tatsache, dass die Anzahl der Grafikeinheiten (CU) sich beim Top-Modell von 11 (Ryzen 5 3400G) auf 8 (Ryzen 7 4700G) verringert hat. Im gleichen Zug soll allerdings die Leistungsfähigkeit einer CU um etwa 60 Prozent gestiegen sein, woraus eine höhere Grafikleistung resultiert. Dank der höheren Taktraten und der doppelten Kernanzahl soll die Rechenleistung des Prozessors sich bis um den Faktor 2,5 im Vergleich zum Vorgänger erhöhen.

Die AMD Ryzen 4000G Prozessoren sollen eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorgänger bieten.
Vergrößern Die AMD Ryzen 4000G Prozessoren sollen eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorgänger bieten.
© AMD

Die neuen Prozessoren teilen sich in zwei Klassen auf: Athlon 3000G und Ryzen 4000G(E). Dem kleinsten Athlon-Modell stehen dabei nur 2 Rechenkerne mit Simultaneous-Multithreading zur Verfügung, das größte Modell kann auf vier echte Rechenkerne zurückgreifen. Die Ryzen 4000G(E) CPUs unterteilen sich wiederum in jeweils drei Modelle mit 35 Watt TDP und drei Modelle mit 65 Watt TDP. Es gibt jeweils einen Prozessor mit vier, sechs oder acht Kernen im Angebot. Alle Ryzen-4000G-Modelle verfügen dabei über Simultaneous Mulithreading. Die Anzahl der Grafikeinheiten ist je nach Variante auf sechs (Ryzen 3), sieben (Ryzen 5) oder acht (Ryzen 7) abgestuft. Bei den Athlon-CPUs gibt AMD nicht an, wie viele Graphic-Cores zur Verfügung stehen. 

Die Größe des Caches hat sich im Vergleich zum Vorgänger, dem Ryzen 5 3400G, beim neuen Top-Modell verdoppelt und auch die Taktraten sind im Boost um 200 MHz auf bis zu 4,4 GHz gestiegen. Die Taktfrequenz der integrierten Grafikeinheit, die beim Ryzen 5 3400G noch bei 1400 MHz lag, hat sich um bis zu 50 Prozent erhöht. AMD gibt jedoch an, dass die TDP je nach Modell in einem Bereich zwischen zehn und 65 Watt konfigurierbar ist und die Taktraten in den OEM-Systemen dementsprechend davon abweichen können. Die technischen Daten der Pro-Prozessoren für Business-PCs unterscheiden sich dabei nicht von der normalen Variante.

Deutlich gesteigerte Leistung

Die Leistung der neuen Modelle soll sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich erhöhen, das ist aber zumindest bei Multi-Threading-Anwendungen wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sich die Kernanzahl verdoppelt hat. So soll der Ryzen 7 4700G laut AMD im Cinebench R20 nT Test um bis zu 152 Prozent bessere Werte erzielen als sein Vorgänger. Deutlich interessanter ist der um bis zu 25 Prozent höhere Wert im Single-Core, der vor allem auf die gesteigerten Instructions per Cycle Dank der Zen-2-Architektur zurückzuführen ist, da die Taktrate nur um 200 MHz höher liegt. Auf Grund des 50 Prozent höheren Taktes soll auch die Leistung der integrierten Grafikeinheit um bis zu 19 Prozent steigen, und das obwohl sich die Anzahl der CUs von elf auf acht reduziert hat. 

Der Ryzen 7 4700G kann seinen Vorgänger, den Ryzen 5 3400G, sehr deutlich hinter sich lassen. Auch der kleinere Ryzen 5 4600G erzielt ein gutes Leistungsplus.
Vergrößern Der Ryzen 7 4700G kann seinen Vorgänger, den Ryzen 5 3400G, sehr deutlich hinter sich lassen. Auch der kleinere Ryzen 5 4600G erzielt ein gutes Leistungsplus.
© AMD

Als Vergleich zur Konkurrenz gibt AMD nur Werte der neunten Generation von Intel an. Laut Hersteller liegt das an der schlechten Verfügbarkeit der Comet Lake-S Prozessoren. Während wir das für das neue Top-Modell von Intel, den Core i9-10900K bestätigen können, sind - zumindest in Deutschland - alle anderen Modelle der 10. Core-i-Generation gut erhältlich. Aber solche Vorabvergleiche der Hersteller sind sowieso mit Vorsicht zu genießen. Eine tatsächliche Leistungseinordnung ist erst möglich, wenn die ersten unabhängigen Testberichte verfügbar sind.

Leistungsvergleich zwischen der AMD 4000 G-Series und der Intel 9th Generation.
Vergrößern Leistungsvergleich zwischen der AMD 4000 G-Series und der Intel 9th Generation.
© AMD

Ryzen 4000 Pro Series für Business-Desktops

Wie auch bisher bietet AMD jeden neuen Athlon 3000G und Ryzen 4000G(E) Prozessor als entsprechende Pro-Variante an, die sich an Business-Nutzer richtet. Die Leistungswerte der Pro-Modelle unterscheiden sich dabei nicht von den "normalen" CPUs, da die technischen Daten identisch sind. AMD hebt jedoch die 43 Prozent höhere Performance pro Watt der eigenen Produkte hervor, wobei auch hier wieder ein Modell der 9. Generation von Intel zum Vergleich dient. Gemäß dem Hersteller sollen die Ryzen 4000 Pro Prozessoren über alle modernen Sicherheitsstandards verfügen. 

Die Ryzen 4000 Pro Series soll über alle modernen Sicherheitsstandards verfügen.
Vergrößern Die Ryzen 4000 Pro Series soll über alle modernen Sicherheitsstandards verfügen.
© AMD

Vorerst nur für OEM-Systeme

Die 18 neuen Prozessoren sollen in Kürze in den erstem OEM-Systemen erhältlich sein. Die im Einzelhandel erhältlichen Consumer-Produkte sollen laut dem Pressesprecher in Kürze nachfolgen. AMD begründet diesen Schritt damit, dass der OEM- und Business-Markt um den Faktor vier bis fünf größer sei als der Absatz von DIY-Komponenten. Wir warten auf jeden Fall schon ganz gespannt, auf die ersten Renoir-Prozessoren für den freien Markt.

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