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AMD Radeon RX 5600 XT: Bis zu 15 Prozent mehr Leistung durch BIOS-Update

21.01.2020 | 16:17 Uhr | Sebastian Schenzinger

AMD liefert an seine Boardpartner eine neue BIOS-Version für die Radeon RX 5600 XT aus. Diese hebt nicht nur die TDP der Grafikkarte an, sondern bringt ein deutliches Leistungsplus mit sich.

Bereits vor dem Release der Radeon RX 5700 (XT) und der Radeon RX 5500 XT hat Nvidia vorab reagiert und eine entsprechende SUPER-Grafikkarte AMDs neuen GPUs gegenübergestellt. Auch auf die anstehende Veröffentlichung der Radeon RX 5600 XT gibt es eine Reaktion seitens Nvidia und zwar in Form einer Preissenkung für die RTX 2060 von 369 auf 319,99 Euro. AMD widerum liefert vermutlich auf Grund dieser Ankündigung noch vor dem offiziellen Release der RX 5600 XT ein BIOS-Update an seine Boardpartner aus, dass Grafikkarten mit dem Radeon RX 5500 XT zum Preis ab 299 Euro auf das Leistungsniveau der RTX 2060 hebt. 

Um was geht's!

Durch ein BIOS-Update kurz vor dem Marktstart verbessert AMD die Leistung von Grafikkarten mit dem Radeon RX 5600 XT um bis zu 15 Prozent. Dadurch bieten 5600-XT-Karten etwas mehr FPS pro Euro als die Nvidia Geforce RTX 2060, die ebenfalls im 300-Euro-Preissegment rangiert. Für die Board-Partner bedeutet das jedoch einiges an extra Arbeit durch die Änderungen in letzter Minute. Tatsächlich kam diese Änderung so kurzfristig, dass der erste Schwung Grafikkarten mit dem Radeon RX 5600 XT noch mit dem alten BIOS auf den Markt kommt. Als Käufer der ersten Stunde müssen Sie also selbst Hand anlegen, um die maximale Leistung aus Ihrer Grafikkarte herauszuholen - im Idealfall sind das bis zu 15 Prozent!
Fragwürdig ist in jedem Fall die Vorgehensweise von AMD: Die Boardpartner müssen zum Launch einen künstlich eingebremsten Grafikprozessor verbauen. Die Dummen sind die Erstkäufer. Sie erwerben eine leistungsreduzierte Karte, die sich erst im Nachhinein "freischalten" lässt. Und: Nicht jeder traut sich so ohne weiteres ein Update der Grafikkarten-Firmware zu. 

Bis zu 15 Prozent Mehrleistung

Dieses BIOS-Update hat es durchaus in sich und verändert einige der technischen Daten der Radeon RX 5600 XT, die AMD noch auf der CES vor ein paar Wochen Preis gegeben hat. Am Beispiel der Pulse Radeon RX 5600 XT von Sapphire steigt der Game-Takt dadurch von 1375 MHz (Angabe AMD) auf 1615 Mhz und der maximale Boost-Takt von 1560 MHz (Angabe AMD) auf 1750 MHz. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Variante von Sapphire bereits von Haus aus übertaktet ist. Rechnet man die werkseitige Übertaktung heraus, stehen immer noch ein Leistungsplus von 55 MHz (Game-Takt) respektive 130 MHz (Boost-Takt) durch das BIOS-Update zu Buche. AMD hebt darüber hinaus auch die Speicherfrequenz von 12 Gbps auf 14 Gbps an. Auf Grund dieser Taktsteigerungen ist es nötig, die TDP von 150 Watt auf 160 Watt zu erhöhen.

Game-Takt (MHz)

Boost-Takt (MHz)

Speicher-Takt (MHz)

TDP

AMD Radeon RX 5600 XT

1375

1560

6000

150

Sapphire Pulse Radeon RX 5600 XT (altes BIOS)

1560

1620

6000

150

Sapphire Pulse Radeon RX 5600 XT (neues BIOS)

1615

1750

7000

160

Rein rechnerisch ist die Sapphire Pulse Radeon RX 5600 XT mit neuem BIOS um gute 15 Prozent schneller als AMDs auf der CES vorgestellte Referenzkarte. Dadurch dürfte die neue Grafikkarte durchaus in der Lage sein Nvidias RTX 2060 zu schlagen - bei gleichen Anschaffungskosten. Wie performant die Radeon RX 5600 XT mit dem BIOS-Update wirklich ist, muss sich in unserem Test zeigen.

Statement von AMD zum BIOS-Update

Wir haben bei AMD nach dem Grund für die kurzfristige Änderung gefragt und folgende Antwort bekommen:

"Basierend auf andauernden Tests in Zusammenarbeit mit unseren Boardpartnern, haben wir den GPU-Takt und den Speichertakt bei den übertakteten Versionen der Radeon RX 5600 XT weiter angehoben, um die Custom-Designs hinsichtlich ihrer besseren Kühlmöglichkeiten und Spannungsversorgung voll auszunutzen. Das überarbeitete Video-BIOS  haben wir unseren Boardpartnern zur Verfügung gestellt, damit sie es in ausgewählten OC-Designs implementieren können. AMDs Ziel ist es, den Markt mit branchenführenden Computing-Produkten aufzumischen und das neue Video-BIOS verwandelt die Radeon RX 5600 XT umso mehr in einen Anwärter für eine leistungsstarke Full-HD-Gaming-Grafikkarte. Früher genannte Produktspezifikationen bleiben unverändert, da sie weiterhin AMDs empfohlenes Referenzdesign darstellen." (Aus dem Englischen übersetzt.)

Die auf der CES genannten Spezifikationen der Radeon RX 5600 XT gelten nach wie vor als Referenzdesign.
Vergrößern Die auf der CES genannten Spezifikationen der Radeon RX 5600 XT gelten nach wie vor als Referenzdesign.
© AMD

So erhalten Sie das BIOS-Update

Nach Rücksprache mit den Herstellern ASUS, MSI und Sapphire haben wir jedoch in Erfahrungen bringen können, dass die RX 5600 XT, welche ab heute erhältlich ist, anfangs noch mit dem alten BIOS ausgestattet ist. Dementsprechend müssen Sie selber ein BIOS-Update durchführen, um die maximale Leistung aus Ihrer Grafikkarte herauszuholen. Wir haben für Sie in Erfahrung gebracht, wie Sie dabei vorgehen müssen.

Beim Hersteller Sapphire müssen Sie zunächst mit einem entsprechenden Tool wie zum Beispiel GPU-Z überprüfen, welches BIOS auf Ihrer RX 5600 XT installiert ist. Alternativ kann der Kundensupport mittels der Seriennummer hier auch weiterhelfen. Sollte ein BIOS-Update von Nöten sein, so erhalten Sie dieses auf der offiziellen Homepage von Sapphire inklusive Anleitung, die erklärt, welche Schritte Sie vornehmen müssen (derzeit noch nicht online).

Laut ASUS ist es möglich die Modelle TUF 3 Gaming und ROG Strix ebenso mit dem leistungsstärkeren BIOS auszustatten. Hierfür stellt ASUS ein extra BIOS-Update-Tool bereit, welches vor dem Flash-Vorgang überprüft, ob ein Update überhaupt nötig ist oder bereits das aktuelle BIOS installiert ist.

Sollten Sie eine RX 5600 XT von MSI erworben haben, können Sie das BIOS Ihrer Grafikkarte entweder manuell über die offizielle Herstellerseite oder über die kostenlose Software Dragon Center updaten. Auch hier stellt der Hersteller eine Anleitung zur Verfügung, welche Schritte Sie vornehmen müssen.

Auch die Grafikkarten von Powercolor sollen die neue BIOS-Version laut AMD unterstützen. Zu den 5600-XT-Grafikkarten von ASRock und Gigabyte liegen uns aktuell leider noch keine Informationen vor.

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