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AMC: Kinokette will Universal boykottieren

29.04.2020 | 16:45 Uhr | Denise Bergert

Universal will Kinofilme künftig auch im Stream veröffentlichen. Diese Pläne will die Kinokette AMC boykottieren.

Durch die weltweite Covid19-Pandemie, sind neben Schwimmbädern, Restaurants und Hotels auch Kinos geschlossen. Einige Hollywood-Studios haben daraufhin den Kinostart ihrer Blockbuster verschoben, andere nutzten die Gelegenheit und boten ihre Filme im Stream an – mit großem Erfolg. Der Animationsfilm Trolls World Tour von NBCUniversal spielte im Stream Umsätze in Höhe von 100 Millionen US-Dollar ein. Das Sequel zu Trolls hatte in nur drei Wochen bei Streaming-Anbietern mehr Geld eingespielt als das Original nach fünf Monaten im Kino.

Beflügelt von dem unerwarteten Erfolg in der Kino-Krise erklärte Jeff Shell, CEO von NBCUniversal, in einem Interview mit dem Wall Street Journal , dass das Unternehmen seine Strategie ändern wolle, sobald die Kinos wieder öffnen. So sollten einige Filme noch in klassischen Lichtspielhäusern laufen, während andere direkt im Stream veröffentlicht werden sollen – ein Kinostart soll für sie gar nicht erst in Frage kommen. Ein gleichzeitiger Release im Kino und im Stream sei ebenfalls denkbar. Mit Peacock hat Universal auch bereits eine eigene Streaming-Plattform am Start.

Shells Statement hatte eine wütende Erklärung von Adam Aron, Chef der Kinokette AMC, zur Folge. Er bezeichnete Shells Pläne als „inakzeptabel“. Als Folge werde AMC mit sofortiger Wirkung keine Universal-Filme mehr in Kinos in den USA, Europa und im Mittleren Osten zeigen. Durch die Corona-Pandemie und die zunehmende Beliebtheit von Streaming-Diensten fürchten Kinobetreiber um ihre Existenz. Sie bangen, dass die Menschen auch nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen Filme lieber auf dem heimischen Sofa konsumieren könnten, anstatt ins Kino zu gehen.

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