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90-Nanometer-Technik: Kleinere Strukturen helfen Strom sparen

10.03.2005 | 17:01 Uhr |

AMD fertigt den Turion 64 in Dresden in 90-Nanometer-Technik. Er sitzt im Sockel 754. Wie sein großer Bruder Athlon 64 verfügt der Turion 64 über einen integrierten Speichercontroller für DDR400 bis DDR200. Laut AMD wurde der Controller aber um neue Stromspar-Funktionen erweitert. Außerdem unterstützt er im Gegensatz zu den Mobilprozessoren von Intel 64-Bit-Befehle. Das entsprechende Windows-Betriebssystem will Microsoft im April auf den Markt bringen.

Bereits mit Windows XP Service Pack 2 lässt sich die "Enhanced Virus Protection" nutzen - eine Funktion, die bei den neuen Pentium-M-Modellen unter der Bezeichnung XD-Bit (Execute Disable) läuft und das Ausführen bösartigen Codes infolge eines Buffer Overflow vermeiden soll.

An die PC-Peripherie ist der Turion 64 per Hypertransport-Bus angebunden. Ein auffälliges Detail: Der Turion 64 unterstützt bereits den Befehlssatz SSE3, den es bei Intel bisher nur beim Desktop-Prozessor Pentium 4 mit Prescott-Kern gibt. Allerdings nutzen nur wenige Programme diese Befehle.

Beim Stromsparen setzt AMD der Speedstep-Technik von Intel die eigene Entwicklung Power-Now entgegen, die für den Turion 64 weiter verfeinert wurde. Power Now passt Spannung und Taktrate an die Auslastung des Prozessor an - beim Athlon 64 für den Desktop nennt AMD dieses Verfahren Cool’n’Quiet.

Zum Stromsparen gehört auch, dass der Prozessor möglichst wenig Leistung verbrät, wenn er nichts zu tun hat - in diesem Fall sollte er sich möglichst schnell in einen Schlafzustand begeben, bei dem sein Stromverbrauch minimal ist. Der Turion 64 verfügt dafür laut AMD über einen Deeper-Sleep-Modus, ähnlich wie der Pentium M.

Anders als beim Centrino gibt es bei AMD für den Turion 64 keine Plattform aus einer Hand: Die Chipsätze kommen von ATI (Radeon Xpress 200M), Nvidia, SIS, ULI und VIA (K8N800A). Auch das WLAN-Modul fertigt nicht AMD, sondern Partnerfirmen wie Broadcom und Atheros. Natürlich arbeitet der Turion 64 aber mit allen Wireless-Standards wie 802.11a, 11b, 11g sowie Bluetooth zusammen.

Vor allem Geschäftskunden schätzen Intels Centrino-Plattform, da hier alle wichtigen Komponenten und Treiber aus einer Hand kommen. Hier konnte sich AMD bisher bei Notebooks noch nicht durchsetzen, und auch mit dem Turion 64 wird sich daran wenig ändern.

Allerdings interessieren sich auch immer mehr Privatkunden für leichte Notebooks mit langer Akkulaufzeit statt schneller, aber schwerer Desktop-Ersatz-Geräte. Hier könnte AMD mit dem Turion 64 punkten: Denn preislich dürfte die Kombination aus Turion 64, Chipsatz und WLAN-Modul unter dem Preis liegen, den Intel von den Notebookherstellern für sein Centrino-Paket verlangt.

AMD will zwischen 184 und 354 Dollar für den Turion 64 bei Abnahme von 1000 Stück. Zum Vergleich: Der Pentium M mit 2,0 GHz kostet bei Intel derzeit 423 Dollar. Zum Start des Turion 64 haben Acer, Fujitsu-Siemens und MSI Notebooks mit AMDs neuem mobilen Star angekündigt.

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