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8 Gründe, warum AMD-CPUs sich lohnen zu kaufen

16.12.2021 | 12:45 Uhr | Übersetzung: Sebastian Schenzinger,

Intel hat mit Alder Lake sehr starke CPUs auf den Markt gebracht, dennoch sind die Ryzen 5000 Prozessoren immer noch ein gute Wahl. 8 Gründe dafür.

Intels "Alder Lake"-CPUs der 12. Generation haben eine deutliche Performance-Steigerung im Vergleich zum Vorgänger hingelegt. In der Tat setzt vor allem der Core i5-12600K sein AMD-Gegenstück stark unter Druck. Rein aus Preis-Leistungs-Sicht macht es nicht mehr wirklich Sinn, zum Ryzen 5 zu greifen. Doch trotz der Leistungsunterschiede zwischen den Chips gibt es viele Gründe, warum Sie sich für eine Ryzen CPU entscheiden können. Hier finden Sie acht Gründe dafür:

8. Ryzen CPUs sind effizienter bei Volllast

Die Ryzen 5000 Prozessoren verfügen ab Werk über ein hartes Power-Limit von 142 Watt - 88 Watt beim Ryzen 5 5600X und Ryzen 7 5700G. Der Intel Core i9-12900K (zum Testbericht) darf sich dagegen bis zu 241 Watt genehmigen, der 12700K bis zu 190 Watt und der 12600K (zum Testbericht) bis zu 150 Watt. Das hat zur Folge, dass die Ryzen 5000 Prozessoren bei Vollauslastung bei vergleichbarer Performance um 50 bis 60 Prozent weniger Leistung benötigen als ihre Gegenstücke von Intel. Wenn Sie also planen, mit Ihrem PC viel zu arbeiten und dadurch die CPU über längere Zeiträume voll auslasten, dann ist eine Zen-3-CPU die bessere Wahl. So benötigen der 12900K und der 5950X bei uns im Test zum Enkodieren eines Videos in HandBrake quasi gleich lang, bei AMD Prozessor liegt die Leistungsaufnahme im Schnitt bei 135 Watt, die Intel CPU benötigt dagegen 215 Watt. Beim Gaming wendet sich das Blatt bereits, hier ist nur der Ryzen 5 5600X etwas effizienter als der Core i5-12600K. Der Core i7-12700K und der Core i9-12900K sind beim Zocken wiederum effizienter als der Ryzen 7 5800X und der Ryzen 9 5950X.

7. Motherboards sind viel billiger

In puncto Preis-Leistungs-Verhältnis stehen die Intel-Core-i-Prozessoren der 12. Generation definitiv besser da, aber nur bis zur Berücksichtigung der Kosten für ein dazugehöriges Mainboard. So sind für ein Z690-Mainboard (zum Preisvergleich) derzeit mindestens 180 Euro fällig, für eine Hauptplatine mit DDR5-Support sogar 190 Euro. Auf Seiten von AMD wiederum sind B550-Platinen (zum Preisvergleich) bereits ab 60 Euro erhältlich, gut ausgestattete Boards ab rund 100 Euro. Dadurch ist die Anschaffung eines AMD-Systems im Ganzen günstiger als der Kauf einer Intel-Plattform.

6. Sie müssen sich keine Sorgen um DDR5 machen

Mit der 12. Generation führte Intel die ersten CPUs ein, die den neueren, schnelleren DDR5-RAM unterstützen, der deutlich höhere Taktraten von aktuell 6000 MHz und mehr bietet. Leider ist es äußerst schwierig, DDR5 zu erhalten, derzeit ist im PC-WELT Preisvergleich kein einziges Modell bei den Händlern als verfügbar gelistet. Es gibt auch Mainboards mit DDR4-Unterstützung für Alder Lake, aber falls Sie ihre neue CPU mit neuen RAM kombinieren wollen, sind DDR5-Preise und Lieferbeschränkungen ein großes Problem.

Die Ryzen 5000 Prozessoren setzen wiederum auf DDR4-Speicher und der ist nach wie vor reichlich vorhanden und erschwinglich. Das beweist auch ein Blick hier in den PC-WELT Preisvergleich.

5. PCIe 4.0 ist immer noch sehr schnell

Die Alder Lake Prozessoren sowie die zugehörigen Z690-Mainboards unterstützen zwar nominell PCIe 5.0, aber bisher sind weder kompatible Grafikkarten noch SSDs erhältlich. Zudem haben unsere Tests gezeigt, dass Anwender bereits vom Sprung von PCIe 3.0 auf PCIe 4.0 nur in den wenigstens Fällen einen echten Nutzen ziehen konnten. 

4. Es wird noch ein CPU-Update für den Sockel AM4 geben

Ursprünglich galten die Ryzen 5000 Prozessoren als letzte kompatible CPUs für den Sockel AM4. Mittlerweile hat AMD jedoch verkündet, dass ihre Ryzen 6000 Modelle mit dem  sogenannten V-Cache   nach wie vor mit AM4 kompatibel sein werden. Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie sich jetzt  für ein System mit einer Ryzen 5000 CPU entscheiden, in Zukunft auf eine Ryzen 6000 CPU upgraden können. Kombinieren Sie den niedrigeren Motherboard-Preis mit dem Versprechen eines weiteren Upgrades, ergibt sich daraus ein vielversprechendes Angebot - zumal die CPUs der Ryzen 5000-Serie leistungsmäßig nach wie vor vorne mit dabei sind.

3. Keine Notwendigkeit, Windows 11 auszuführen

Das einzigartige Hybrid-CPU-Design von Intels Alder Lake-Chips der 12. Generation funktioniert am besten mit Windows 11. Hintergrund ist, dass das neue Betriebssystem auf einen aktualisierten Scheduler (der Teil des Betriebssystems, der die Arbeit auf die verschiedenen CPU-Kerne und Threads verteilt) setzt, der entsprechend auf die Hybrid-Architektur angepasst ist. Unser Test hat gezeigt, dass gerade der Core i5-12600K deutlich vom Einsatz von Windows 11 profitieren kann. Zudem können etliche Spiele unter Windows 10 mit einer Alder Lake CPU derzeit nicht ausgeführt werden und bei bestimmten Programmen fällt die CPU-Leistung deutlich ab, da nur die Performance-Cores beansprucht werden. Das neue Betriebssystem wiederum hat nach wie vor mit vielen Kinderkrankheiten zu kämpfen und nicht jedem sagt das neue Design zu. Die Ryzen 5000 CPUs funktionieren dagegen unter Windows 10 tadellos, sodass Sie nicht gezwungen sind auf Windows 11 upzugraden. 

2. Weniger Probleme mit älteren Spielen

Intels hybrides Design ist so neu, dass einige ältere Anwendungen einfach nicht mit der Mischung aus Hochleistungskernen und Kernen mit hoher Energieeffizienz umgehen können. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Dutzende von Spielen auf Alder Lake derzeit nicht laufen, wobei Intel mit den Spieleherstellern an einer Lösung arbeitet. 

1. Es spielt wahrscheinlich keine Rolle, welche CPU Sie kaufen

Sowohl AMD als auch Intel haben derzeit sehr starke CPUs im Portfolio. Intel hat beim Gaming knapp die Nase vorne, dafür bietet AMD im Schnitt etwas mehr Anwendungsleistung. Die Intel CPUs arbeiten beim Zocken effizienter, bei Volllast zeigen sich die Ryzen 5000 Modelle dagegen genügsamer. Die Core-i-12000 Prozessoren mögen zwar aus Preis-Leistungs-Sicht interessanter sein, dafür kosten die kompatiblen Mainboards aber eine gute Ecke mehr als bei AM4.

Aus unserer Sicht machen Sie aktuell weder mit dem Kauf einer Ryzen-5000-CPUs noch mit einem Intel Core-i-Prozessor der 12. Generation etwas falsch. Welcher Hersteller wirklich "besser" ist, entscheidet der konkrete Anwendungsfall. 

Hinweis: Der Artikel erschien zuerst hier in englischer Sprache bei unserer US-Schwesterpublikation PC-WORLD.

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