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6000 Mailkonten für Pornos gehackt: 5 Jahre Hausarrest

07.07.2020 | 11:14 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein Techniker hackte 6000 Mailkonten auf der Suche nach Pornos. Jetzt muss er rund 120.000 Dollar zahlen und sitzt fünf Jahre im Hausarrest.

Ein US-Gericht hat einen ehemaligen Yahoo-Techniker zu fünf Jahren Bewährung mit Hausarrest verurteilte, wie Cnet berichtet . Während dieser fünf Jahre darf der Verurteilte nur für bestimmte Zwecke sein Zuhause verlassen. Der Grund für die Strafe: Der Mann hatte über 6000 Benutzerkonten von Yahoo-Mail-Nutzerinnen gehackt um diese nach Porno-Fotos und Porno-Videos zu durchsuchen. 

Der 34 Jahre alte Verurteilte darf sein Haus im kalifornischen Tracy nur für die Arbeit, für religiöse Aktivitäten, Arzttermine oder Gerichtstermine verlassen. Außerdem muss der Mann 5000 US-Dollar Geldstrafe und 118.456 US-Dollar Entschädigung an Yahoo (jetzt: Oath) zahlen.

Der Mann hatte für Yahoo in unterschiedlichen technischen Positionen zwischen 2009 und Juli 2018 gearbeitet. Er missbrauchte seinen Zugang zum Backend von Yahoo um an die die gehashten Passwörter zu gelangen und diese dann zu knacken. Sein Ziel waren die Yahoo-Mail-Konten von jungen Frauen und deren Freunden und Arbeitskollegen.

Die Mailkonten durchsuchte der Mann dann nach Aufnahmen mit sexuellen Inhalten. Diese lud er sich herunter und speicherte sie auf  einer Festplatte bei sich zu Hause. Insgesamt soll es sich um 2 TB Daten mit zwischen 1,000 und 4.000 privaten Fotos und Videos gehandelt haben.

Doch der Mann begnügte sich nicht mit dem Anschauen der Pornos, sondern missbrauchte diese um auch an die Konten seiner Opfer bei anderen Diensten zu gelangen. Das ging immer dann, wenn die Opfer dort die Yahoo-Mail zur Registrierung und zur Passwortwiederherstellung verwendet haben. Mit dieser Methode soll er Zugriff auf weitere 100 Benutzerkonten bei Diensten wie Apple iCloud, Gmail, Hotmail, Dropbox und Photobucket erlangt haben.

Im Juni 2018 entdeckten andere Yahoo-Techniker sein Treiben und informierten die Behörden. Der Mann bemerkte aber, dass man ihm auf die Schliche gekommen waren und zerstörte seine Festplatte mit den gestohlenen Aufnahmen. Im Juli 2018 verließ er Yahoo. Im August 2018 durchsuchte das FBI sein Zuhause. Dabei gab der Mann zu die Festplatte zerstört zu haben. Im April 2019 erfolgte die Anklage und im September wurde er für schuldig befunden.

Das Urteil fiel vergleichsweise milde aus, weil der Mann mit den Behörden kooperierte und die gestohlenen Aufnahmen nirgends veröffentlichte.

Größter Hackerangriff der Geschichte: Alle Yahoo-Nutzer betroffen




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