2637505

5G in München oder Köln: Lösen Small Cells die Abdeckungsprobleme?

21.01.2022 | 14:30 Uhr | Stephan Wiesend

Eine bessere Verfügbarkeit von 5G will O2 / Telefónica mit sogenannten Small Cells gewährleisten, auch Open RAN soll beim Aufbau des 5G-Netzes helfen.

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist beeindruckend leistungsfähig – aber oft nur an wenigen Standorten verfügbar. Neben Vodafone und Telekom arbeitet auch O₂ am Ausbau der Verfügbarkeit. Eine weitere Neuerung wird jetzt in München in Betrieb genommen: Um das 4G und 5G-Netz schneller auszubauen, installiert O₂ erstmals sogenannte Mini-Funkzellen mit Open RAN-Technik (auch ORAN) genannt. Diese ORAN Small Cells werden in der Münchner Innenstadt installiert, zwei 4G-Versionen etwa am Gärtnerplatz, weitere reine 5G-Funkzellen (5G-Standalone) dann im Laufe des Jahres.

Das sind Small Cells

Diese besonders kompakten Funkzellen sind etwa so groß wie ein Schuhkarton und sollen sich vor allem für öffentliche Plätze eignen, wie Mallik Rao CTO von O₂/Telefonica ankündigte . Die 4G-Version erreicht Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s, aber auch für 5G sollen sich die Smart Cells besonders gut eignen. O₂ bzw. Telefonica will damit an belebten Plätzen, Einkaufsstraßen oder auch Haltestellen des Nahverkehrs für eine punktuelle 5G-Versorgung sorgen. So sind reine 5G-Funkzellen für die Kaufinger Straße geplant. Neben einer Stromversorgung benötigen die Small Cells zusätzlich eine Anbindung per Glasfaser, dies wird in München von den Stadtwerken München und dem Telekommunikationsanbieter M-Net bereitstellt.

Für den Aufbau des 5G-Netzes sind zahlreiche Projekte geplant. So nutzt man für die Anbindung der 5G Mobilfunkstationen neben Glasfaser Richtfunksysteme. Der hochkapazitive 80 GHz-Richtfunk (E-Band) soll Glasfasernetz etwa im ländlichen Raum ergänzen. Bis 2025 möchte O₂ ein bundesweites Netz anbieten – aber auch die Qualität des  4G-Netzes verbessern.

Auch die Telekom setzt schon länger auf Small Cells, seit Jahren gab es etwa einige Projekte, um alte öffentliche Telefonzellen als sogenannte Smart Cell weiterzunutzen – sowohl für den 4G- als auch 5G-Ausbau. Ein Nachteil sind die geringe Reichweite und Leistung im Vergleich zu den vollwertigen Zellen.

Vorteile von Open RAN

Laut O₂ soll Open RAN – der Begriff beschränkt sich nicht nur auf die kleinen Small Cells  oder 5G – mehr Flexibilität bei der Herstellerwahl bieten. Im Unterschied zum traditionellen RAN (Radio Access Network) ist damit ein offenes System gemeint, bei dem Komponenten mehrerer Hersteller kombiniert werden. Bisher stammen Antennen, Software und Basisstation meist vom gleichen Hersteller.  Auch die Kosten sollen deutlich niedriger sein und dank Virtualisierung und stärkerer Basierung auf Software ist die Lösung Telefonica zufolge flexibler, auch bei Integration neuer Dienste. Das soll auch zukünftige Aufrüstungen vereinfachen. Erprobt wird Open RAN von dem Mobilfunkunternehmen schon seit Dezember 2020 in Landsberg am Lech. Das Konzept hat aber auch Kritiker .

PC-WELT Marktplatz

2637505