Channel Header
2526610

50% schneller: Alle Infos zu Nvidia Geforce RTX 3000 - Leistung, Release, Preise

26.08.2020 | 17:00 Uhr | Sebastian Schenzinger

Der Launch von Nvidias nächsten Gaming-Grafikkarten der Ampere-Generation Geforce RTX 3000 steht kurz bevor. Wir fassen alle Infos zu den möglichen Hardware-Spezifikationen, Leistungswerten, Preisen und dem vermutlichen Start-Termin zusammen.

Update vom 31. August

Morgen Abend um 18 Uhr ist es endlich soweit und Nvidias ultimativer Countdown endet - wir berichten live auf YouTube . Kurz vor der offiziellen Präsentation sind die Spezifikationen der RTX 3090 24 GB, RTX 3080 10 GB und RTX 3070 8 GB wohl final gegenüber VideoCardz bestätigt worden. Die "endgültigen" Daten decken sich dabei nahezu mit den bisherigen Gerüchten, wirklich neu ist nur die Information zum Boost-Takt und der genauen Speicherkonfiguration. Kurz darauf sind die ersten Custom-Modelle von Gainward und Zotac aufgetaucht, welche die Spezifikationen noch einmal untermauert haben.  Durch einen Klick auf die Links können Sie zur entsprechenden Stelle im Artikel springen.

Update vom 26. August

Nvidia hat auf dem offiziellen YouTube-Kanal ein Video veröffentlicht, das zwei Gerüchte endgültig bestätigt: das Design des Kühlkörpers sowie den neuen 12-Pin-Stromanschluss. In dem Video sprechen führende Ingenieure von Nvidia über die Herausforderungen bei der Entwicklung einer neuen Grafikkarte. Dabei gehen Sie nicht nur auf die mechanische Konstruktion und die thermische Abführung der entstehenden Abwärme ein, sondern zeigen ab Minute 6:12 auch den neuen 12-Pin-Anschluss, der zwei herkömmliche 8-Pin-Anschlüsse ersetzt. 

Nvidia setzt bei den RTX 3000 Ampere Grafikkarten nicht nur auf einen neuen 12-Pin-Connector, sondern auch auf ein ungewöhnliches Platinen-Layout mit V-Ausschnitt.
Vergrößern Nvidia setzt bei den RTX 3000 Ampere Grafikkarten nicht nur auf einen neuen 12-Pin-Connector, sondern auch auf ein ungewöhnliches Platinen-Layout mit V-Ausschnitt.
© Nvidia

Im gleichen Bild ist auch die ungewöhnliche V-Form der Platine zu sehen und wie dicht die Bauteile wie Mosfets, Spannungswandler und Speicherbausteine beieinander sitzen. Das sorgt natürlich einerseits für kürzere Signalwege und dadurch weniger Leckströme, andererseits aber eben auch für eine höhere Wärmeentwicklung auf kleinerem Raum. Bei der Entwicklung des Kühlkörpers spielt neben den mechanischen und thermischen Aspekten auch noch das Auge eine wichtige Rolle. Einen ganz kurzen Ausblick darauf, wie schick die neuen Grafikkarten aussehen werden, gibt das Video deshalb noch ab Minute 8:10 .

Vor ziemlich genau zwei Jahren stellte Nvidia auf der Gamescom 2018 mit den drei Modellen RTX 2080 Ti, RTX 2080 und RTX 2070 alias "Turing" die ersten Grafikkarten mit hardwareseitigem Raytracing-Support vor. Ein knappes Jahr später erfolgte eine Neuauflage von vier Modellen als SUPER-Variante, um auf die Veröffentlichung von AMDs Navi GPUs zu reagieren. Am 01. September um 18 Uhr (MESZ) soll es jetzt endlich so weit sein und der Nachfolger, in Form der RTX-3000-Generation das Licht der Welt erblicken. Wir berichten von diesem Event live auf unserem YouTube-Kanal . Im folgenden fassen wir alle bisherigen Leaks und Gerüchte zu möglichen Modellen, Hardware-Spezifikationen, Leistungsdaten und Preisen zum Marktstart zusammen.

Vorstellung am 1. September und verfügbar ab Mitte September

Am 10. August veröffentlichte Nvidia auf dem offiziellen Nividia GeForce Twitter-Account einen acht sekündigen Teaser, der auf die Ankündigung von der nächsten Grafikkarten-Generation "Ampere" hindeutet. Gleichzeitig hat der Hersteller auf der offiziellen Seite einen Countdown von 21 Tagen gestartet, der am 1. September um 18 Uhr endet. In Kombination mit dem Satz "Look back before looking forward" lässt das viel Spekulationsfreiraum.

Blicken wir 21 Jahre zurück auf den 31. August 1999. An diesem Tag stellte Nvidia mit der GeForce 256 die allererste GeForce-Grafikkarte vor, welche einen enormen Leistungssprung im Vergleich zu ihrem Vorgänger "Riva" mit sich brachte. Es ist ist also gut möglich, dass Nvidia 21 Jahre später, am 1. September 2020, den Beginn einer neuen Ära einläuten will. Darauf deutet auch der Teaser selbst hin, in dem eine animierte Supernova zu sehen ist, gefolgt vom viermaligen Ticken einer Uhr.

Nvidias Ultimate Countdown deutet auf eine Vorstellung von RTX 3000 Ampere am 01. September hin.
Vergrößern Nvidias Ultimate Countdown deutet auf eine Vorstellung von RTX 3000 Ampere am 01. September hin.
© Nvidia

Eine Supernova entsteht, wenn ein massenreicher Stern das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat und in einer gewaltigen Explosion vergeht. Bei einer Supernova des Typ-II entstehen durch die gewaltigen Kräfte Elemente, die schwerer als Eisen sind, die nicht auf andere Weise - wie zum Beispiel Kernfusion - entstehen können. Eine Supernova steht also nicht nur für ein Ende, sondern auch für die Entstehung etwas Neuem.

Das Ticken der Uhr lässt sich auf mehrere Art und Weisen interpretieren. Zunächst einmal natürlich dem Näherrücken von etwas Neuem, also der Ankündigung der nächsten Grafikkarten-Generation. Die Anzahl der Schläge, also vier, könnte aber auch für einen Veröffentlichungstermin in vier Wochen stehen, eine Woche nach der Ankündigung. Oder aber Nvidia will am 01. September vier neue Modelle der Welt präsentieren.

Grafikkarten-Vergleich 2020: Die besten Gamer-GPUs im Test - mit Rangliste

Bisherige Gerüchte von wccftech und Gamers Nexus  gingen von einem Release der ersten Grafikkarte Mitte September aus, gefolgt von weiteren Modellen Ende September und Anfang Oktober. Allerdings galt zu diesem Zeitpunkt noch der 09. September als Vorstellungstermin als wahrscheinlich. Da die Präsentation jetzt aber mir hoher Wahrscheinlichkeit schon am 01. September statt findet, ist es gut möglich, dass der Release auch eine Woche früher ist. In der folgenden Tabelle haben wir Ihnen die vermuteten Termine zusammengefasst:

Datum

Fahrplan  

01. September

Vorstellung von RTX 3000 Ampere

Mitte September (17. September)

Release der GeForce RTX 3080 10 GB

2. Hälfte September

Release der GeForce RTX 3090 24 GB und der RTX 3070 Ti 8 GB

1. Hälfte Oktober

Release der GeForce RTX 3080 20 GB

tbd

Release der GeForce RTX 3070 Ti 16 GB und der RTX 3070 8 GB


Bis zu 48 GByte GDDR6X Videospeicher und 5376 Cuda-Cores

Durch unzählige Gerüchte und Leaks in den letzten Wochen, die 3DCenter zusammengetragen hat, ergibt sich mittlerweile ein ganz gutes Gesamtbild über die geplanten Modelle inklusive deren Ausstattung. So ist wohl zunächst mit sechs RTX 3000 Grafikkarten und einer Ampere-Titan als Prosumer-GPU zu rechnen. So wie es aussieht, will Nvidia die RTX 3080 und die RTX 3070 Ti jeweils mit zwei unterschiedlichen Speicherausstattungen auflegen. Der spätere Release-Termin der Varianten mit doppelt so großem Videospeicher lässt darauf schließen, dass diese zu Beginn der Entwicklung gar nicht geplant waren. Die Bekanntgabe, dass AMD Big Navi wohl auf bis zu 16 GB VRAM setzt, könnte Nvidia dazu bewegt haben, eine zweite Variante mit doppelt so großem Speicher aufzulegen. 

Ein Tweet von kopite7kimi legt nahe, dass Nvidia nicht vor hat, beide Varianten der RTX 3080 und der RTX 3070 Ti als Founders Edition aufzulegen. Es ist also nur mit Custom-Modellen der Boardpartner zu rechnen, welche 20 GB bei der RTX 3080 beziehungsweise 16 GB auf der RTX 3070 Ti verbaut haben. Das würde auch erklären, warum der Release der RTX 3080 20 GB auf drei bis vier Wochen nach der Veröffentlichung des kleineren Modells datiert ist, da Custom-Modelle generell erst ein paar Wochen später auf den Markt kommen. 

Günstigen Gaming-PC zusammenstellen: Die besten Hardware-Konfigurationen

Die Anzahl der Rechenkerne soll von 4352 (RTX 2080 Ti) auf 5248 (RTX 3090) ansteigen und im gleichen Zug sollen sich die Streaming Multiprozessoren von 68 auf 82 erhöhen. Beim unbeschnittenen Chip GA102 (Ampere-Titan) sollen es sogar 5376 Cuda-Kerne und 84 Streaming-Prozessoren sein. Hier lässt sich ein interessantes Zahlenspiel aufstellen: Vor 21 Jahren hat Nvidia wie bereits oben aufgeführt die GeForce 256 veröffentlicht. Multipliziert man 21 mit 256 kommt man auf 5376, also die Anzahl der Cuda-Kerne einer Ampere-Titan. Gleichzeitig ist die Quersumme von 5376 wiederum 21. Vollkommen unabhängig von irgendwelchen Rechnungen, haben wir in der folgenden Tabelle alle bisher "bekannten" Daten für Sie aufgeführt.

VideoCardz will jetzt kurz vor der offiziellen Vorstellung die finalen Spezifikationen der RTX 3090 24 GB, der RTX 3080 10 GB und der RTX 3070 8 GB erfahren haben. Alle drei Modelle sollen noch im September auf den Markt kommen, eine RTX 3080 mit 20 GB Videospeicher scheint bei den Board-Partnern geplant zu sein, einen Release-Termin gibt es bisher jedoch nicht. Die RTX 3000 Ampere GPUs sollen auf Raytracing-Cores der zweiten Generation und Tensor-Cores der dritten Generation setzen, was auf eine deutlich gesteigerte Rechenleistung hoffen lässt. Zudem sollen die neue Grafikkarten HDMI 2.1, DisplayPort 1.4a und PCIe 4.0 unterstützen. 

Hinweis: In der folgenden Tabelle haben wir alle bisherigen Leaks für Sie zusammengefasst. Bei den fett geschriebenen Spezifikationen, soll es sich laut VideoCardz um die finalen Daten handeln.

Name

Chip

Board

Fertigung  

Cuda-Kerne

Boost-Takt

Streaming-Prozessoren

Speichergeschwindigkeit

Speicherinterface

Bandbreite

Speichergröße

Speichertyp

TGP  

Ampere-Titan

GA102

PG133

tbd  

5376

tbd  

84

tbd  

384-bit

tbd  

48 GB

GDDR6X

tbd  

GeForce RTX 3090

GA102-300

PG132 SKU 30

7nm  

5248

1695 MHz  

82

19,5 Gbps  

384-bit

936 GB/s    

24 GB

GDDR6X

350W  

GeForce RTX 3080 20 GB

GA102

PG132-20

tbd  

4352

tbd  

68

tbd  

320-bit

tbd  

20 GB

GDDR6X

tbd  

GeForce RTX 3080 10 GB

GA102-200

PG132 SKU 10

7nm  

4352

1710 MHz

68

19 Gbps

320-bit

760 GB/s

10 GB

GDDR6X

320W

GeForce RTX 3070 Ti 16 GB

GA104

PG142-0

tbd  

3072

tbd  

48

tbd  

256-bit

tbd  

16 GB

GDDR6X

tbd  

GeForce RTX 3070 Ti 8 GB

GA104

PG142-10

tbd  

3072

tbd  

48

tbd  

256-bit

tbd  

8 GB

GDDR6X

tbd  

GeForce RTX 3070 8 GB

GA104-300

PG142 SKU 10

tbd  

2816-2944

tbd  

44-46

16 Gbps

256-bit

512 GB/s

8 GB

GDDR6

220W


Genaue Informationen zur RTX 3080 geleakt

Erstmals sind detaillierte Informationen zu einer der kommenden Ampere-GPUs im Internet aufgetaucht, nämlich der RTX 3080 mit 10 GB. So ist in der Datenbank des Userbenchmark ein Device mit dem Name "Device-IF 2206" erschienen. Über die INF-Datei eines Treiber lässt sich herausfinden, dass es sich dabei um eine RTX 3080 handelt. Die genauen Informationen hinsichtlich des Takts und des Videospeichers sind mittlerweile wieder von der Plattform verschwunden, allerdings hat _rogame  davon rechtzeitig einen Screenshot angefertigt und auf Twitter veröffentlicht.

Die Informationen zur vermeintlichen RTX 3080 10GB sind mittlerweile wieder von Userbenchmark verschwunden.
Vergrößern Die Informationen zur vermeintlichen RTX 3080 10GB sind mittlerweile wieder von Userbenchmark verschwunden.
© _rogame

Wie bisher vermutet setzt die RTX 3080 wohl auf 10 Gigabyte GDDR6X-Speicher, der mit 4750 MHz taktet, was 19 Gbps entspricht. Das deckt sich soweit alles mit den bisherigen Gerüchten. Ob wirklich auch eine Variante mit 20 GB VRAM auf den Markt kommt, muss sich erst noch zeigen, ist aber auf jeden Fall denkbar. Genauso wie eine mögliche "SUPER-Variante" mit 21 Gbps, sollte Konkurrent AMD mit Navi 2X der große Wurf gelingen. Der Boost-Clock der RTX 3080 lag im Test bei 2100 MHz, was keiner großen Steigerung im Vergleich zum Vorgänger entspräche. Der Basistakt dürfte etwa bei 1700 MHz liegen. Der Leistungszuwachs käme also vor allem durch mehr Recheneinheiten und eine neue Architektur zustande.


GDDR6X Videospeicher mit bis zu 21 Gbps bestätigt?

Micron hat in einem kurzen Briefing gegenüber VideoCardz bestätigt, dass auf der RTX 3090 GDDR6X Videospeicher verbaut sein soll. Der Speicherchiphersteller geht davon aus, dass Nvidia eine Bandbreite von 1 TB/s erreichen könnte. Die GDDR6X Speicherchips selbst sind mit 19 bis 21 Gbps spezifiziert, auf welche Geschwindigkeit Nvidia setzen wird, ist noch ungewiss. Bei einer Speicheranbindung mit 384-Bit wären so theoretisch 1008 GB/s möglich (21 * 384 / 8). Die RTX 2080 Ti bringt es im Vergleich nur auf 616 GB/s. Interessant ist aber auf jeden Fall, dass Micron nur von 12 GB Videospeicher spricht, wohingegen bisherige Leaks von 24 GB ausgegangen sind. Entweder will Nvidia auch von der RTX 3090 zwei Varianten veröffentlichen oder es liegt daran, dass Nvidia auf jeder Seite der Platine 12 GB verbauen wird, wie ein Bild auf Reddit nahelegte, das mittlerweile allerdings wieder offline genommen worden ist.


Bis zu 50 Prozent höhere Leistung in Aussicht

Technische Spezifikationen lassen sich ja immer ganz schön lesen, was am Ende aber zählt ist, wie viel Leistung das Produkt in der Realität abliefert. Hierzu lässt sich im chinesischen Forum Chiphell seit kurzem eine sehr konkrete Einordnung finden. Das Gerücht deckt alle Leistungsdaten von der RTX 3060 bis zur RTX TITAN Ampere in den Auflösungen 1080p, 1440p und 2160p und gibt auch einen Ausblick auf die Energieeffizienz. Solche Leaks sind natürlich immer mit Vorsicht zu genießen, da erstens wichtige Informationen fehlen, wie diese Daten zustande gekommen sind und diese zweitens auch frei erfunden sein können.

Im chinesischen Forum Chiphell sind umfangreiche Leistungsdaten zu RTX 3000 Ampere geleakt worden.
Vergrößern Im chinesischen Forum Chiphell sind umfangreiche Leistungsdaten zu RTX 3000 Ampere geleakt worden.
© Chiphell

Die angegeben Leistungsdaten sind auf jeden Fall nicht ganz unrealistisch. Als Ausgangspunkt dient die GTX 1080 Ti mit 100 Prozent Leistung in allen Kategorien. In unseren Test liegt die RTX 2080 Ti je nach Auflösung um 30 (Full-HD), 35 (QHD) beziehungsweise 40 Prozent (UHD) vor der GTX 1080 Ti, diese Einordnung deckt sich also soweit mit unseren Messungen. Die RTX 3090 soll wiederum in Full-HD um 32 Prozent, in QHD um 36 Prozent und in UHD um 41 Prozent vor der RTX 2080 Ti liegen. Das entspräche quasi dem gleichen Leistungssprung, den Nvidia damals von der GTX 1080 Ti auf die RTX 2080 Ti vollzogen hat und ist damit absolut realistisch. 

Weitere Werte zu den Leistungsdaten der RTX 3090 und RTX 3080 kommen von kopite7kimi. Laut seinem Tweet  soll die RTX 3090 im Benchmark-Test Time Spy Extreme einen Grafik-Score von knapp 10000 Punkten erreichen. Eine RTX 2080 Ti schaffte es bei uns im gleichen Test auf 6762 Punkte, das entspräche einem 48 Prozent höheren Wert. Im gleichen Benchmark soll die RTX 3080 laut diesem Tweet  an die 8600 Punkte herankommen. Eine RTX 2080 SUPER schaffte bei uns im Test als Vergleich einen Score von 5341 Punkten, das wären sogar 61 Prozent mehr. 

Im Benchmark Time Spy Extreme soll die RTX 3090 knapp 50 Prozent schneller sein als die RTX 2080 Ti.
Vergrößern Im Benchmark Time Spy Extreme soll die RTX 3090 knapp 50 Prozent schneller sein als die RTX 2080 Ti.
© kopite7kimi

Man darf die Rechenleistung der neuen GPUs - sofern die Werte denn stimmen - aber nicht nur an einem Benchmark festmachen. Gerade in Spielen kann die Leistung deutlich abweichen und liegt normalerweise niedriger als in den optimierten Benchmark-Tests. Was sich aus den Werten aber herauslesen lässt, ist, dass die RTX 3090 und die RTX 3080 wohl nur 14 Prozent Leistung trennen und sie damit deutlich näher zusammenliegen als noch die RTX 2080 SUPER und die RTX 2080 Ti mit 21 Prozent Abstand. Das deckt sich in etwa auch mit den oben genannten Leaks aus dem Chiphell-Forum, hier trennen die beiden Karten nämlich je nach Auflösung 14 bis 17 Prozent.

Auch auf Geekbench sind bereits erste Messungen zu neuen Nvidia Grafikkarten aufgetaucht, die sich aber nicht so ganz mit den vermuteten Spezifikationen decken. So erreichte eine unbekannte GPU von Nvidia einen OpenCL-Score von 184.096 Punkten in Geekbench 5. Die Karte soll allerdings mit 24 GB Videospeicher und 7552 Shader-Einheiten ausgestattet gewesen sein, was nicht so ganz zu den vermuteten Spezifikationen passt. Eine zweite GPU von Nvidia hat im gleichen Test 141.654 Punkte erreicht, wobei das Programm 46,8 GB Videospeicher und 6912 Shader-Einheiten ausgelesen hat, auch das deckt sich nicht mit den geleakten Informationen. Trotzdem ein kurzer Vergleich: Eine RTX 2080 Ti schafft es laut Datenbank auf 129.019 Punkte.

Beste QHD-Grafikkarte 2020: Gamer-GPUs für 1440p ab 300 Euro im Vergleichs-Test

Im Bezug auf die Raytracing-Leistung lassen sich bisher noch nicht viele Informationen finden. Nur in einem Video auf dem YouTube-Kanal Moore's Law Is Dead ist davon die Rede, dass sich die Anzahl der RT-Cores nicht wirklich erhöhen soll. Stattdessen soll die Rechenleistung pro RT-Core deutlich ansteigen. Der Referent spricht davon, dass die RTX 3000 GPUs die Brechung von Licht bis zu vier Mal schneller berechnen können als noch ihr direkter Vorgänger. Die Berechnung von Raytracing-Effekten wie Global Illumination, Godrays, Reflektionen oder Schatten soll außerdem parallel ablaufen können und weniger Leistung benötigen, was die Performance noch einmal steigern soll.


Sehr hohe Leistungsaufnahme und neuer 12-Pin-Stromanschluss

Die chinesische Webseite FCPOWERUP  will erfahren haben, dass die kommenden RTX-3000-Grafikkarten mit einem ganz neuen 12-Pin-Stromanschluss auf den Markt kommen sollen. Bisher haben GPUs immer auf 6+2-Pin-Anschlüsse gesetzt. TechPowerUp soll aus einer industrienahen Quelle das Gerücht bestätigt bekommen haben. Der neue Stromanschluss soll das Kabel-Management bei High-End-Grafikkarten verbessern, da nur noch ein einzelnes Kabel nötig wäre. Boad-Partner dürften laut TweakTown in den meisten Fällen aber auf die bekannten 6/8-Pin-Anschlüsse setzen, aus dem einfach Grund, das diese bereits auf dem Markt etabliert sind. Auf TweakTown ist im gleichen Zug auch ein Bild der Colorful iGame Vulcan X RTX 3090 aufgetaucht, auf dem zu sehen ist, dass diese Grafikkarte auf drei 8-Pin-Anschlüsse setzt.

Die Boardpartner wie Colorful dürften wohl auf die bekannten 6- und 8-Pin-Anschlüsse setzen.
Vergrößern Die Boardpartner wie Colorful dürften wohl auf die bekannten 6- und 8-Pin-Anschlüsse setzen.
© TweakTown

Der neue Anschluss soll sich aus zwei kombinierten 6-Pins zusammensetzen und eine maximale Leistung von 600 Watt bereitstellen können. Pro Pin soll eine maximale Last von 8,5 Ampere möglich sein. Da aktuelle Netzteile keinen 12-Pin-Stecker bieten, müssen die PSU-Hersteller modulare Kabel nachreichen. Nvidia will aber den Grafikkarten wohl auch einen entsprechenden Adapter beilegen, damit Nutzer nicht dazu gezwungen sind, ihre nicht-modularen Netzteile auszutauschen. Mittlerweile ist auf t.bilibili.com  das erste Bild eines entsprechenden Adapters von Seasonic aufgetaucht. Das 75 Zentimeter lange Kabel verfügt auf der einen Seite über zwei 8-Pin-Anschlüsse, die am Netzteil angesteckt werden, und auf der anderen Seite über den neuen 12-Pin-Anschluss.

Für die High-End-GPUs der RTX-3000-Serie dürfte ein neuer 12-Pin-Anschluss nötig sein. Von Seasonic gibt es ein erstes Bild eines entsprechenden Adapters.
Vergrößern Für die High-End-GPUs der RTX-3000-Serie dürfte ein neuer 12-Pin-Anschluss nötig sein. Von Seasonic gibt es ein erstes Bild eines entsprechenden Adapters.
© t.bilibili.com

Die Leistungsaufnahme der neuen Modelle soll laut Igor`s Lab dabei Nvidia untypisch sehr hoch liegen. Igor spricht bei der RTX 3090 von einer TDP von 350 Watt und bei den beiden RTX 3080 Modellen von einer TDP von 320 Watt. Das wäre eine enorme Steigerung im Vergleich zur Vorgängergeneration, sowohl die RTX 2080 Ti, als auch die RTX 2080 SUPER sind von Nvidia nämlich mit 250 Watt spezifiziert. Das stellt dementsprechend auch sehr hohe Anforderungen an das Kühldesign der Grafikkarte, um die Wäre abführen zu können. So soll allein der Kühlkörper der RTX 3090 mit einem Preis von 150 US-Dollar zu Buche schlagen.


Riesige Founders Edition und erstes Custom-Design gesichtet

Wird so die Founders Edition der Nvidia GeForce RTX 3080 aussehen?
Vergrößern Wird so die Founders Edition der Nvidia GeForce RTX 3080 aussehen?
© Chiphell

Dementsprechend hat Nvidia den Kühlkörper für die Founders Edition von Grund auf überarbeitet und setzt dabei auf einen sehr ungewöhnlichen Ansatz. Erste Fotos einer RTX 3080 sind bereits im Juni im chinesischen Forum Chiphell  aufgetaucht, auf denen die Vorder- und die Rückseite der Grafikkarte zu sehen ist. Auffallend sind die als V angeordneten Kühlrippen, welche die Abwärme eher ins Gehäuse befördern dürften als wie bisher gehabt aus dem Grafikslotblech heraus. Außerdem soll auf beiden Seite der GPU ein Kühler zum Einsatz kommen, was besondere Herausforderungen an die Platine und Bauteile stellt, da dies den verfügbaren Platz deutlich einschränkt. Allerdings handelt es sich laut Igor's Lab dabei nur um eine von zwei möglichen Kühllösungen. 

Die Founders Edition der RTX 3090 ist nicht nur deutlich größer als die RTX 2080, sondern setzt auch auf ein Triple-Slot-Design.
Vergrößern Die Founders Edition der RTX 3090 ist nicht nur deutlich größer als die RTX 2080, sondern setzt auch auf ein Triple-Slot-Design.
© @GarnetSunset

Ein neuer Leak von @GarnetSunset auf Twitter veranschaulicht zum ersten Mal wie riesig die Ausmaße der RTX 3090 im Vergleich zur RTX 2080 sind. Eine RTX 2080 Founders Edition hat eine Länge von 267 und eine Breite von 116 Millimetern. Zur Kühlung kommen zwei 90 Millimeter große Axial-Lüfter zum Einsatz. Durch das Bild lässt sich in etwa abschätzen, wie die Maße der RTX 3090 Founders Edition ausfallen dürften. So müsste die Karte in der Realität circa 320 Millimeter lang und 138 Millimeter breit sein. Gerade für Mini-ITX-Gehäuse ist die RTX 3090 Founders Edition nicht geeignet, da sie in der Breite nicht nur um etwa 30 Millimeter über das Slotblech hinausragt, sondern auch auf ein Triple-Slot-Design setzt. In kompakten Mini-Gehäusen ist so viel Platz nicht gegeben. Die auf beiden Seite installierten Lüfter fallen mit geschätzten 115 bis 120 Millimetern deutlich größer aus als bei der RTX 2080. Die Größe und das aufwändige Design des Kühlkörpers spricht für eine sehr hohe Leistungsaufnahme, die jenseits der 300 Watt liegen dürfte.

Videocardz will von ASUS ein vermeintliches Renderbild der GeForce RTX 3080 Ti ROG Strix erhalten haben.
Vergrößern Videocardz will von ASUS ein vermeintliches Renderbild der GeForce RTX 3080 Ti ROG Strix erhalten haben.
© Videocardz

Wir dürfen also gespannt bleiben, wie der Kühlkörper von RTX 3000 Ampere final aussehen wird. Videocardz hat ein erstes Bild eines Renderdesigns einer RTX 3080 Ti von ASUS veröffentlicht. Dabei handelt es sich noch um kein finales Produkt, sondern lediglich um einen Design-Vorschlag. Interessant ist auf jeden Fall der aufgedruckte Name RTX 3080 Ti, da diese Karte nach aktuellen Gerüchten RTX 3090 heißen soll. Ob ASUS auf den neuen 12-Pin-Anschluss setzt ist leider nicht ersichtlich. Es handelt sich aber auf jeden Fall um eine klassische Kühllösung mit Kühlkörper und Lüftern auf einer Seite des PCBs und nicht um den neuen Kühlansatz von Nvidia mit Lüftern auf beiden Seiten der Grafikkarte.

Mittlerweile sind noch acht weitere Modelle von Zotac und zwei von Gainward im Netz gesichtet worden. Auf diesen neuen Bildern ist zu erkennen, dass die Board-Partner wohl nicht auf den neuen 12-Pin-Stromanschluss setzen, sondern stattdessen mindestens zwei 8-Pin-Stecker verbauen. Hinsichtlich der Taktraten scheinen die Hersteller auch nach wie vor Modelle anzubieten, die ab Werk übertaktet sind. 

Die RTX 3090 von Zotac soll je nach Ausführung mit zwei oder drei Lüftern ausgestattet sein.
Vergrößern Die RTX 3090 von Zotac soll je nach Ausführung mit zwei oder drei Lüftern ausgestattet sein.
© @sfdxpro

Die acht Modelle von Zotac hat der Hardware-Leaker  @momomo_us entdeckt und einen entsprechenden Screenshot auf Twitter gepostet. In den Antworten auf den Tweet lassen sich dann auch mehrere Bilder einer RTX 3090 von Zotac finden, welche @sfdxpro gepostet hat. Die Zotac RTX 3080 Trinity HoLo genannte Karte soll über eine 20+1 Spannungsversorgung und drei 8-Pin-Stromanschlüsse verfügen. 

Sowohl die RTX 3080 als auch die RTX 3090 Phoenix Golden Sample Variante von Gainward benötigt zwei 8-Pin-Stromstecker.
Vergrößern Sowohl die RTX 3080 als auch die RTX 3090 Phoenix Golden Sample Variante von Gainward benötigt zwei 8-Pin-Stromstecker.
© VideoCardz

Laut VideoCardz plant Gainward sowohl von der RTX 3080 als auch von der RTX 3090 zunächst zwei Modelle auf den Markt zu bringen. Das PCB soll dabei scheinbar deutlich kürzer als die Karte selber ausfallen und der dritte Lüfter die Abwärme direkt von den Kühllamellen in das Gehäuse abführen wie auch bei der Founders Edition. Der Leak bestätigt außerdem die technischen Daten der RTX 3090 mit 5248 Cuda-Kernen, 24 GB GDDR6X Videospeicher mit einer Übertragungsrate von 19.5 Gbps und einer TGP von 350 Watt. Die Taktraten der RTX 3090 Phoenix Golden Sample gibt der Hersteller mit bis zu 1725 MHz und bei der RTX 3080 Phoenix GS mit bis zu 1740 MHz an - die Founders Edition soll dagegen bis zu 1695 MHz respektive 1710 MHz erreichen. Beide Karten sind außerdem mit zwei 8-Pin-Anschlüssen ausgestattet.


Wird Raytracing endlich bezahlbar?

Auch wenn extrem viele Gerüchte zu den RTX 3000 Karten im Internet kursieren, gibt es nahezu noch keine Informationen zu den Preisen, die Nvidia für die neuen GPUs ausrufen könnte. Laut  Igor`s Lab  soll jedoch allein der Preis für den Kühlkörper bereits bei 150 Euro liegen und 24 GB GDDR6X Videospeicher sind auch nicht gerade günstig. Wenn Nvidia wirklich auf ein ausgefallenes Kühldesign mit Lüftern auf beiden Seiten der Grafikkarte setzen sollte und dafür die Platinen speziell anfertigen muss, dann könnte es sich bei den Founder Editions um ein sehr teures Vergnügen handeln, aber das ist nur eine Vermutung.

Erste echte Informationen zu den Preisen könnten aus dem chinesischen Forum  Chiphell  stammen. Dort sind nämlich Details zu den unterschiedlichen RTX 3090 Modellen des Herstellers Colorful aufgetaucht. Die Informationen hat ein User des Techpowerup-Forums maschinell übersetzt und auf Techpowerup veröffentlicht.  Laut dem Leak soll Colorful drei Modelle der RTX 3090 auflegen, die Vulcan, die Vulcan X OC und die Neptune. Bei den ersten beiden soll es sich um luftgekühlte Varianten handeln, bei letzterer um eine wassergekühlte Version. Der Preis für die Vulcan X OC soll online bei 14000 Chinesischen Renminbi Yuan (CNY) liegen, das wären hierzulande etwa 1700 Euro - allerdings ohne Mehrwertsteuer! Die Neptune ist für 13000 CNY gelistet (1578 Euro) und die normale Vulcan für 12000 CNY (1456 Euro). Es ist auf jeden Fall verwunderlich, dass die luftgekühlte Vulcan X OC teurer sein soll als die wassergekühlte Neptune, da es sich bei letzterer im Regelfall um das Top-Modell handelt. Sollten die Preise der Grafikkarten jedoch stimmen, wären das hierzulande sehr stolze Preise von 1830 bis 1972 Euro inklusive einer Mehrwertsteuer von 16 Prozent.

Neue Gerüchte zu den Preisen gibt es von @GarnetSunset auf Twitter. In seinem Post hat er nicht nur ein Bild der RTX 3090 Founders Edition veröffentlicht, das Rückschlüsse auf die enorme Größe der Grafikkarte zulässt, sondern er will auch die Preise der Founders Editions von Nvidia erfahren haben. So geht er von 1400 US-Dollar für die RTX 3090 aus, wobei er seine erste Angabe von 2000 US-Dollar nach unten korrigiert hat. Des weiteren soll eine RTX 3080 800 US-Dollar, eine RTX 3070 600 US-Dollar und eine RTX 3060 400 US-Dollar kosten. Nicht ganz plausibel ist der gewaltige Preissprung zwischen der RTX 3080 und der RTX 3090. Sollten die Leaks bezüglich der Leistung oben nämlich stimmen, so wäre die RTX 3090 je nach Auflösung nur 14 bis 17 Prozent schneller als die RTX 3080, würde aber 75 Prozent mehr kosten. Eine mögliche Erklärung ist, dass es sich dabei nur um den Preis der RTX 3080 mit 10 GB handelt und die RTX 3080 mit 20 GB deutlich teurer wird. Noch eine kurze Einordnung: Die RTX 2080 Ti kostete zum Marktstart 999 US-Dollar, die RTX 2080 699 US-Dollar, die RTX 2070 499 US-Dollar und die RTX 2060 349 US-Dollar.

Im Chiphell-Forum  spricht der User qjm47196 wiederum von einem Preis von 1499 US-Dollar für die Founders Edition der RTX 3090. Die günstigsten Custom-Designs sollen ab 1399 US-Dollar erhältlich sein. Das entspräche einem Preisanstieg von 200 bis 300 US-Dollar im Vergleich zum Release der RTX 2080 Ti. Also volkommen unabhängig, welchem Gerücht man jetzt Glauben schenken mag, es ist davon auszugehen, dass es einen Preisanstieg von RTX 2000 Turing auf RTX 3000 Apmere geben wird.

Letztendlich muss sich auch noch zeigen, in wie weit sich die Folgen von Covid-19 auf die Preise des Grafikkartenmarkts auswirken und ob die Hersteller in der Lage sind, zum Release genügend Chips zur Verfügung zu stellen. Die preisliche Gestaltung von Nvidia könnte auch sehr stark von AMDs kommenden Big Navi Grafikkarten abhängen, mit denen allerdings erst gegen Ende des Jahres zu rechnen ist.

PC-WELT Marktplatz

2526610