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225 Millionen Euro: Hammerstrafe für Whatsapp - der Grund

02.09.2021 | 16:10 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

225 Millionen Euro soll das Facebook-Unternehmen Whatsapp wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten zahlen.

Irlands Datenschutzbehörde Data Protection Commission (DPC) hat gegen Whatsapp eine Rekordstrafe verhängt . Whatsapp muss 225 Millionen Euro zahlen wegen fehlender Transparenz bei der Weitergabe von Nutzerdaten. Whatsapp habe nicht deutlich genug gemacht, zu welchem Zweck die von den Nutzern erfassten Daten verarbeitet werden.

Die irländische Datenschutzbehörde war zuständig, weil Whatsapp zu Facebook gehört und Facebook wiederum seinen europäischen Hauptsitz in Dublin, der Hauptstadt von Irland hat. Am 10. Dezember 2018 nahm die Behörde die Ermittlungen auf. Die jetzt verhängte Strafe ist die höchste in der Geschichte der irischen Datenschutzbehörde.

Das Bußgeld sollte nicht von Anfang an so hoch ausfallen. In Irland haben einige große Internetkonzerne ihre Europazentrale. Bisher fassten die irländischen Aufsichtsbehörden diese Konzern mit Samthandschuhen an, wenn es um Datenschutzfragen ging. Auch Whatsapp drohte anfangs eine deutlich niedrigere Strafe, von 50 Millionen Euro war Anfang 2021 noch die Rede, wie Spiegel Online berichtet . Doch dann übten andere europäische Datenschutzbehörden auf die irische Behörde Druck aus, damit diese die Strafe erhöhe. Auch das European Data Protection Board wandte sich an die DPC und erließ für die irische Behörde eine bindende Vorgabe. Schließlich gab die DPC nach und schwenkte auf die Linie der europäischen Kollegen ein.

Der Datenschutz-Aktivist Max Schrems begrüßte die Entscheidung, betont aber, dass nach den gesetzlichen Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung die Strafe noch viel höher ausfallen sollte. Denn die 225 Millionen Euro seien Schrems zufolge nur 0,08 Prozent des Umsatzes der Facebook-Gruppe. Laut Datenschutzgrundverordnung dürfen aber bis zu 4 Prozent des Umsatzes als Strafe verhängt werden.

Laut der BBC bezeichnete Whatsapp die Strafe und deren Höhe als unangemessen und kündigte an dagegen Berufung einlegen zu wollen.

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