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2 GB Daten mit brisantem Inhalt

07.08.2006 | 16:58 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Liste enthält - neben der ID des Anwenders - dessen eingegeben Suchbegriff, Datum und Uhrzeit. Außerdem wird gelistet, auf welchen Link der Anwender geklickt hat, nachdem ihm die Suchergebnisse präsentiert wurden.

Jeder Anwender wurde in der Liste durch eine Ziffer anonymisiert. Anhand der Ziffer kann in der Datei betrachtet werden, welche Suchabfragen der betreffende Anwender zwischen Anfang März und Ende Mai 2006 tätigte. Dadurch, dass die Liste ungefiltert von AOL veröffentlichte wurde, lässt sich detailliert verfolgen, wo sich die Anwender im Internet herumgetrieben haben.

Anwender "457" suchte beispielsweise sechs Mal hintereinander binnen weniger Minuten nach "www.msn.com". Das ist noch ein eher harmloses Beispiel eines Anwenders, der die URL nicht in der Adresszeile des Browsers eingibt, sondern per Suchmaschine danach sucht.
Anwender "243419" suchte vor allem Nachts nach Websites mit Sex-Inhalten. "244601" interessierte sich tagsüber für "Panasonic" oder eine Bank und einige Tage später Nachts für Sex-Spielzeuge. "1050" scheint Anfang März deprimiert gewesen zu sein, denn damals suchte er oder sie nach den "top saddest songs" im Internet und dann Ende März nach Wohnungen in Cleveland. "2327" zeigte fast im gesamten geloggten Zeitraum nur Interesse für die Ergebnisse der Lotterie in Florida. Und so weiter, und so weiter.

Angesichts des immensen Datensatzes ist es nicht auszuschließen, dass auch Suchabfragen von Anwendern protokolliert wurden, die nach ihrem eigenen Namen gesucht haben. Damit könnte einer ansonsten anonymen Nummer ein eindeutiger Anwender zugeordnet werden. Wenn man dann noch weiß, was dieser Anwender sonst noch im Internet gesucht hat, könnte es durchaus peinlich für ihn werden.
Spammer konnten die Liste beispielsweise zu Rate ziehen, um festzustellen, was es momentan für populäre Suchbegriffe gibt.

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