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15 Jahre Linux - Torvalds darf feiern

06.09.2006 | 13:05 Uhr |

Torvalds aber hatte einen Kernel und verband ihn mit den GNU-Tools. So war ein komplettes Betriebssystem entstanden. Stallman verlangte seinen Anteil am Ruhm und forderte zunächst den Namen "Lignux" später "GNU/Linux". Die Forderung war nicht unberechtigt, aber der prägnantere Namen Linux setzte sich durch. Das lag auch daran, dass die 1994 gegründeten Distributionen Red Hat und Suse sich Stallman widersetzten und Linux populär machten.

Ein Jahr später zeichnete sich eine Abkehr vom bisherigen Linux-Entwicklungsweg ab. Das Betriebssystem wurde dabei von Grund auf neu programmiert. Es wurde nun auf Rechner von DEC und Sun portiert; bald folgten weitere Systeme aus der Server-Welt. Linux verließ die PC-Nische und betrat eine andere: Mit dem quelloffenen Web-Server "Apache" verbreitete es sich sehr schnell. Und oft genug wussten die IT-Chefs nicht, auf welchen "Underground-Servern" in ihren Unternehmen inzwischen Linux lief.

Mit der Version 2.0 erschien im Juni 1996 ein völlig neuer Linux-Kernel, der nun schon 5 MB groß war. Er war prozessorunabhängig, unterstützte mehrere CPUs und Dateisysteme und erwies sich als sehr netzwerkfähig. Jetzt begann sich die Industrie ernsthaft dafür zu interessieren. Die Datenbank Adabas, der Browser Netscape sowie die Office-Pakete Applixware und Star Office wurden 1997 auf Linux portiert. Im Jahr darauf kündigten Oracle und Informix Linux-fähige Versionen ihrer Datenbanken an.

Im Januar 1999 kam der Linux-Kernel 2.2 mit nochmals verbesserter SMP-Unterstützung und Netzwerkfähigkeit heraus. Er leitete den endgültigen Durchbruch ein. Im gleichen Jahr folgte eine wahre Linux-Welle: Compaq, Dell, Fujitsu-Siemens, HP, IBM, SAP, SGI und Sun stellten sich hinter Linux. Der Hype reichte bis an die Aktienmärkte: Die Distributoren Red Hat und Caldera sowie die Linux-Server-Anbieter Cobalt Networks und VA Linux schafften bemerkenswerte Börsengänge.

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