2481942

12 Milliarden gestohlene Zugangsdaten: Polizei zerschlägt illegale Online-Börse

20.01.2020 | 15:39 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Polizeibehörden aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Nordirland sowie aus den Niederlanden haben eine gigantische Online-Börse für gestohlene Zugangsdaten zerschlagen. 12 Milliarden Zugangsdaten sollen auf Weleakinfo.com angeboten worden sein. Bereits für 2 Dollar konnten Hacker dort nach fremden Zugangsdaten suchen.

In einer weltweiten Aktion haben Polizeibehörden aus den USA, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Nordirland die Webseite WeLeakInfo.com am 15. Januar 2020 offline genommen, deren Server beschlagnahmt und die Betreiber verhaftet. Denn über Weleakinfo.com sollen 12 Milliarden gestohlene Zugangsdaten angeboten worden sein. Auf der gesperrten Webseite sieht man jetzt einen entsprechenden Hinweis. Laut Zdnet soll die Webseite unter Hackern einen sehr guten Ruf gehabt haben.

Wie der Pressemitteilung der zuständigen US-Staatsanwaltschaft zu entnehmen ist, stellte Weleakinfo.com seinen Nutzern eine Suchmaschine zur Verfügung, mit der diese gezielt nach bestimmten gestohlenen Zugangsdaten unter den insgesamt rund 12 Milliarden Datensätzen suchen konnten. Diese riesige Datenmenge stammte aus über 10.000 unterschiedlichen Quellen. Die 12 Milliarden Datensätze waren für die Suche auf Weleakinfo.com indexiert worden – die Nutzer konnten also zum Beispiel nach Klarnamen, Mailadressen, Benutzernamen, Telefonnummern und Passwörtern recherchieren.

Das Geschäftsprinzip von Weleakinfo.com war ein Abo-Modell; das Abonnement ging wahlweise über einen Tag (für zwei Dollar Nutzungsgebühr), eine Woche (für sieben Dollar), einen Monat (für 25 Dollar) oder über drei Monate (für 70 Dollar). Allen Abonnenten versprachen die Betreiber Rund-um-die-Uhr-Support.

Wer den Zugang zu Weleakinfo.com abonniert hatte, konnte nach Lust und Laune nach den für ihn spannenden Zugangsdaten recherchieren. Bezahlt wurde online. Die auf Weleakinfo.com angebotenen Zugangsdaten sollen für Cyberangriffe in Großbritannien, Deutschland und den USA benutzt worden sein, wie Bleeping Computer schreibt.

Die US-Staatsanwaltschaft bittet um Hinweis zu Weleakinfo.com und deren Betreibern über dieses Online-Formular.

Als Verdächtige nahm die Polizei in Nordirland einen Iren und in den Niederlanden einen Niederländer fest, wie The Register berichtet. Beide Verhafteten sind 22 Jahre alt. Zumindest der in Nordirland Verhaftete befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuß. Die beiden Männer sollen bis zu ihrer Festnahme rund 234.570 Euro Einnahmen mit ihrer Webseite erzielt haben.

PC-WELT Marktplatz

2481942