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iPhone-Todesgriff gilt für alle Smartphones

03.03.2011 | 10:00 Uhr |

Im Labor untersuchten Wissenschaftler der Universität Bristol die Signalstärke eines Smartphones mit Antennenrahmen unter verschiedenen Rahmenbedingungen.

Zunächst ohne äußere Einwirkungen und danach mit einem Finger, der die Antenne direkt berührt. In einem dritten Versuchsaufbau wurde ein Gegenstand an die Antenne gehalten, der die gleichen elektrischen Eigenschaften hat, wie die menschliche Haut.

Die Ergebnisse sind eindeutig. Die Empfindlichkeit der Antenne verringert sich bei direktem Kontakt mit der Haut oder mit einem elektrisch ähnlichen Material um das hundertfache, so die Forscher. Dabei ist gar nicht so sehr das Strahlungsmuster des Signals beeinträchtigt, sondern vielmehr die interne Verbindung zwischen Antenne und Handy-Elektronik. "Die Position der Antenne und die Stellung der Hand können bei Smartphones die Signalwege behindern und die Antenne verstimmen", erklärt Professor Mark Beach, der Leiter der Untersuchung.

Der Forscher gibt damit Apple in einem wichtigen Punkt Recht. Nach dem Antennagate-Skandal hatte das Unternehmen erklärt, dass die Empfangsprobleme des iPhone 4 nicht auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen sind, sondern alle Smartphones betreffen, bei denen die Antenne in den Rahmen integriert ist. In einem anderen Punkt widerspricht er Apple: Eine Schutzhülle löst das Problem nicht. Tests hätten gezeigt, dass die Isolierung der Antennenoberfläche mit Hilfe von Kunststoff die Signalstärke nicht verbessert.
Deshalb sind die Bumper von Apple aber nicht völlig sinnlos. Die Forscher haben den Einfluss der Hand auf die Signalstärke untersucht, ohne dabei das spezielle Antennendesign des iPhone 4 zu berücksichtigen. Beim Apple-Handy besteht die Antenne aus zwei Teilen, die durch einen dünnen Steg aus Plastik voneinander getrennt sind. Wenn man ihn mit dem Finger überbrückt, wird der Empfang massiv gestört. Der Bumper verhindert diese Überbrückung.

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