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Verleger sind gegen Kauf-Zwang auf dem iPad

08.02.2011 | 14:04 Uhr |

Der europäische Verband der Zeitungsverleger (ENPA) hat Apple aufgefordert, die angekündigten Einschränkungen für die Verlage fallen zu lassen.

Sie sollen selbst entscheiden können, über welches Geschäftsmodell und zu welchem Preis sie ihren Kunden Inhalte anbieten. "Zeitungsverlage sollten frei entscheiden können, welches Bezahlmodell sie ihren Kunden anbieten, und den Preis dafür verhandeln können" heißt es in einer Mitteilung des Verbandes, dem über 5200 Verlage aus 23 Mitgliedsstaaten der EU angehören.

Mitte Januar hatte Apple angekündigt, dass ab Juni kostenlose Abo-Modelle verboten sind. Jede Zeitungsausgabe soll kostenpflichtig sein - unabhängig davon, ob es sich um Inhalte einer Printzeitung handelt, die der Kunde vielleicht schon gekauft hat. Außerdem verlangt das Unternehmen, dass die Verlage innerhalb ihrer Apps neben eigenen Vertriebswegen auch einen Kauf über den iTunes Store anbieten müssen. Bei den sogenannten In-App-Käufen kassiert Apple 30 Prozent Provision für das Bereitstellen der Inhalte und die Abrechnung.

Neben den Zwang stört die Verlage auch, dass sie bei In-App-Käufen keine Hoheit über die Kundendaten haben. Es sei wichtig, dass die Verlage und Redakteure ihre Leser kennen, so der ENPA. Dazu sei eine enge Verbindung zu den Abonnenten nötig. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger trifft sich heute, um über das weitere Vorgehen gegen Apple zu beraten. Im März soll das Thema nach Angaben des Handelsblatt auch auf dem Treffen des Weltverbandes der Zeitschriftenverleger zur Sprache kommen.

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