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Retina, Nova, ClearBlack und Super-AMOLED im Test

02.03.2011 | 12:23 Uhr |

Retina, Nova, ClearBlack und Super-AMOLED – alles Bezeichnungen für Display-Typen. Aber welche Technik verbirgt sich hinter den klangvollen Namen und was bringen sie dem Nutzer?

Genau diese Frage hat sich das Mobilfunkportal Phonearena gestellt und die Touchscreens von iPhone 4, LG Optimus Black, Nokia E7 und Samsung Galxy S miteinander verglichen.

Die Technik
Im iPhone 4 steckt ein 3,5 Zoll großes LCD, das Apple wegen der hohen Auflösung von 960x640 Pixel Retina-Display genannt hat. Mit der LCD-Weiterentwicklung In Plane Switching (IPS) ist es sehr leuchtstark, lässt sich gut unter extremen Betrachtungswinkeln ablesen und bietet ausgeprägte Kontraste. Die Helligkeit des iPhone-4-Displays gibt Apple mit 500 Nit an. Zum Vergleich: Computermonitore haben meiste nur eine Leuchdichte von 200 bis 400 Nit.

Noch etwas heller als das iPhone 4 ist das Nova-Display des LG Black. Es ist eine Weiterentwicklung des IPS-LCD, das im iPhone 4 steckt - der Hersteller gibt 700 Nit an, heller ist derzeit kein anderes Handy-Display. Dabei soll der Stromverbrauch im Vergleich zu älteren IPS-LCD sogar gesunken sein, allerdings dürfte es sich dabei nur um einen Durchschnittswert unter Idealbedingungen handeln. So verbraucht das Nova-Display bei der Darstellung von Schwarz überhaupt keinen Strom. Ist der ganze Screen Weiß, benötigt er hingegen 0,7 Watt – das Retina-Display des iPhone verlangt in beiden Fällen 0,42 Watt.

Auch AMOLED-Screens wie im Nokia E7 verbrauchen keinen Strom, wenn sie Schwarz darstellen, denn die Pixel benötigen dafür keine Spannung. Da AMOLED-Bildschirme ohne Hintergrundbeleuchtung auskommen, stellen sie Schwarz außerdem richtig dar, bei LCD ist dieser Farbton immer leicht gräulich. Eine spezielle Filterschicht sorgt beim ClearBlack-Display im E7 außerdem für gute Ablesbarkeit bei Sonneneinstrahlung – einem typischen Problemfeld von AMOLED.

Als letztes Vergleichshandy hat Phonearena das Galaxy S von Samsung ausprobiert. Sein Super-AMOLED-Display ist die Weiterendwicklung der AMOLED-Technologie und erreicht 20 Prozent mehr Helligkeit bei gleich niedrigem Energieverbrauch. Trotzdem kommt das Display nur auf 300 Nit, eine spezielle Reflektionsschicht sorgt auch hier für gute Ablesbarkeit unter Sonneneinstrahlung wie bei einem IPS-LCD.

Das Vergleichsergebnis
Die theoretischen Vorzüge, mit denen die Hersteller ihre Bildschirm-Arten bewerben, haben sich im Vergleich von Phonearena voll bestätigt. Das Nova-Display ist am hellsten, dicht gefolgt vom Retina-Display des iPhone 4. Bei Kontrasten, Farbintensität und Betrachtungswinkel liegt aber die AMOLED-Technik vorne - das gilt sowohl für die Versuche bei abgedunkelter Umgebung, als auch bei Tageslicht. Während die beiden LCDs Farben fast gleich anzeigen, stellen sie die beiden AMOLEDs stark verfälscht dar – selbst auf den AMOLEDs werden die Farben ganz anders wiedergegeben. Vielleicht sorgt die nächste Generation, die Samsung Super-AMOLED-Plus getauft hat, außer für schärfere Darstellung durch mehr Subpixel auch für realistischere Farben.

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