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VPN in Windows 10 einfach einrichten - so geht´s

21.07.2020 | 14:43 Uhr | Birgit Götz,

Ein VPN mit dem integrierten Windows-Client einzurichten erfordert nicht allzu viel Arbeit und kann recht nützlich sein.

Mit der VPN-Technologie (Virtual Private Network) kann ein Computer, der eine öffentliche Internetverbindung nutzt, über einen sicheren „Tunnel“ zwischen diesem Computer und dem Netzwerk mit einem privaten Netzwerk verbunden werden. Dadurch sind die Daten vor fremdem Zugriff oder Manipulation geschützt. Und so setzen Sie VPN unter Windows 10 (und Windows 7) richtig ein.

Inhaltsverzeichnis


Was sind VPN-Dienste? Und warum man sie braucht

VPN-Dienste werden überwiegend genutzt von Anwendern, die entweder daheim oder über öffentliche Netzwerke privat surfen wollen. Ein zweiter Bereich sind geschäftsorientierte Lösungen, mit denen Mitarbeiter eine sichere Verbindung zu einem Unternehmensnetzwerk aus der Ferne herstellen können.

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In den meisten Fällen werden VPN-Verbindungen über kundenspezifische Software wie die vielen von uns getesteten VPN-Dienste oder über generische Software von Drittanbietern wie dem Open-VPN-Client oder Cisco Any Connect aufgebaut.

Eine weitere Option, die von den meisten VPNs unterstützt wird, ist die Verwendung des integrierten VPN-Clients von Microsoft. Dies ist nützlich, wenn ein VPN keinen eigenen Client zur Verfügung stellen oder wenn Sie ein VPN-Protokoll verwenden möchten, das vom Client Ihres VPNs nicht unterstützt wird, wie beispielsweise IKEv2.

Der Nachteil bei der Verwendung des integrierten Clients besteht darin, dass Sie einen bestimmten Server auswählen müssen  anstatt wie bei einem kommerziellen VPN-Dienst zwischen verschiedenen Standorten zu wechseln.

Andererseits werden die meisten vom Arbeitgeber bereitgestellten VPNs eine begrenzte Anzahl von Servern anbieten, mit denen Sie sich verbinden können, was die Verwendung dieses Clients ideal macht.


Schritt für Schritt: So richten Sie ein VPN unter Windows 10 ein

Schritt 1: Klicken Sie auf das Suche-Symbol in der Taskleiste und geben Sie vpn ein.

Schritt 2: Wählen Sie VPN-Einstellungen -> Netzwerk und Internet > VPN

Schritt 3: Klicken Sie auf VPN-Verbindung hinzufügen

VPN in Windows 10 einrichten
Vergrößern VPN in Windows 10 einrichten

Schritt 4: Jetzt geben Sie die Details für Ihre VPN-Verbindung ein. Klicken Sie unter "VPN-Anbieter" auf das Dropdown-Menü und wählen Sie Windows (integriert) . Dadurch wird auch "VPN-Typ" in Automatisch und "Art der Anmeldeinformationen" in Benutzername und Passwort geändert.

Schritt 5: Als nächstes füllen Sie die Felder "Verbindungsname" und "Servername oder IP-Adresse" aus. Diese variieren je nach Ihrem VPN-Anbieter - ob Drittanbieter oder Arbeitgeber. Wir haben Acevpn genommen, einen clientlosen VPN-Dienst, der verschiedene Verbindungstypen wie IKEv2, L2TP und PPTP unterstützt.

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Schritt 6: Scrollen Sie nach unten und Sie sehen zwei Felder, in die Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort für das von Ihrem VPN-Dienst bereitgestellte VPN eingeben können. Danach klicken Sie auf Speichern , und schließen die Einstellungen.

Schritt 7: Klicken Sie auf das Wi-Fi-Symbol in der Taskleiste und wählen Sie Ihre neue VPN-Verbindung aus, die ganz oben in der Liste stehen sollte. Die Verbindung sollte sich automatisch und im besten Fall auch zügig aufbauen.

Dieser Vorgang funktioniert für die einfachen VPN-Verbindungsarten wie PPTP und L2TP. Wenn Sie jedoch IKEv2 verwenden möchten, muss ein Root-Zertifikat von Ihrem VPN-Anbieter installiert werden. Beachten Sie, dass nicht jeder Dienst IKEv2 unterstützt, so dass die Verwendung dieser Methode stark von Ihrem VPN-Dienstleister oder Arbeitgeber abhängt.

Unabhängig davon funktioniert es unter Windows 10 wie folgt:
Laden Sie zunächst das IKEv2-Zertifikat Ihres VPN-Anbieters herunter. Doppelklicken Sie auf die Zertifikatsdatei und es erscheint eine Sicherheitswarnung. Klicken Sie auf Öffnen .

Im nächsten Fenster klicken Sie auf Zertifikat installieren .

Jetzt sind wir beim Assistenten für den Zertifikatsimport. Wählen Sie Lokaler Computer und klicken Sie auf Weiter .
Im nächsten Menü wählen Sie Alle Zertifikate in den folgenden Ordner legen und klicken auf Weiter.

Es öffnet sich ein kleineres Fenster mit einem Ordnerverzeichnis. Wählen Sie Vertrauenswürdige Stammzertifizierungsstellen und klicken Sie auf OK . Jetzt sind wir wieder im Fenster des Zertifikatsimport-Assistenten. Klicken Sie von hier aus auf Weiter .

Der schwierige Teil ist vorbei. Klicken Sie auf dem nächsten Bildschirm auf Fertigstellen und dann im kleineren Fenster auf OK .

Nach der Installation des Zertifikats können wir das IKEv2-VPN nach der oben beschriebenen Schritt-für-Schritt-Anleitung einrichten. Stellen Sie einfach sicher, dass Sie IKEv2 unter "VPN-Typ" auswählen und dann den Servernamen, die Adresse, den Benutzernamen und das Passwort Ihres Dienstanbieters verwenden.

Nachdem Sie sich mit dem VPN verbunden haben, prüfen Sie unter IPleak.net, ob Ihr VPN funktioniert. Sie sollten eine IP-Adresse und DNS-Server sehen, die sich von Ihrem Nicht-VPN-Status unterscheiden. Sehen Sie das nicht, gibt es eine Reihe möglicher Ursachen, auf die wir hier nicht eingehen können. Fragen Sie dann die Support-Abteilung Ihres Unternehmens oder den Supportdienst Ihres VPNs.

Eine einfache und gängige Lösung für IKEv2-Probleme ist jedoch, mit der rechten Maustaste auf das Wi-Fi- oder Ethernet-Symbol in der Taskleiste zu klicken und Netzwerk- und Internet-Einstellungen zu wählen. Gehen Sie dann auf VPN und Adapteroptionen ändern . Wählen Sie Ihre VPN-Verbindung und gehen Sie zu Eigenschaften > Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4) > Eigenschaften > Erweitert..... > IP-Einstellungen . Aktivieren Sie Standard-Gateway im Remote-Netzwerk verwenden und klicken Sie auf OK . Schließen Sie alle Fenster und versuchen Sie IP Leak erneut.

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Schritt für Schritt: So richten Sie ein VPN unter Windows 7 ein

Schritt 1: Klicken Sie auf die Schaltfläche Start und geben Sie in der Suchleiste vpn ein. Wählen Sie dann VPN-Verbindung (Virtual Private Network) einrichten.

Schritt 2: Geben Sie die IP-Adresse oder den Domänennamen des Servers ein, mit dem Sie sich verbinden möchten. Wenn Sie sich mit einem Arbeitsnetzwerk verbinden, kann Ihnen Ihr IT-Administrator die beste Adresse nennen.

Schritt 3: Wenn Sie die Verbindung einrichten, aber keine Verbindung herstellen möchten, wählen Sie Jetzt nicht verbinden ; andernfalls lassen Sie das leer und klicken Sie auf Weiter .

Schritt 4: Jetzt können Sie entweder Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort eingeben oder das Feld leer lassen. Sie werden in der aktuellen Verbindung erneut dazu aufgefordert. Klicken Sie auf Verbinden .

Schritt 5: Zum Herstellen einer Verbindung klicken Sie auf das Windows-Netzwerk-Logo unten rechts auf Ihrem Bildschirm und wählen unter VPN-Verbindung die Option Verbinden .

Schritt 6: Geben Sie im Feld VPN-Verbindung herstellen die entsprechende Domäne und Ihre Anmeldedaten ein und klicken Sie dann auf Verbinden .

Schritt 7: Wenn keine Verbindung zustandekommt, kann das an der Serverkonfiguration liegen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Netzwerkadministrator, welcher VPN-Typ verwendet wird (es gibt unterschiedliche) - beispielsweise PPTP -, und wählen Sie dann im Fenster VPN-Verbindung herstellen die Option Eigenschaften .

Schritt 8: Navigieren Sie zur Registerkarte Sicherheit und wählen Sie aus der Dropdown-Liste den gewünschten VPN-Typ aus. Möglicherweise müssen Sie auch die Option Windows-Anmeldedomäne einbeziehen auf der Registerkarte Optionen deaktivieren. Klicken Sie dann auf OK und Verbinden .


VPN kostenlos oder kostenpflichtig?

Es gibt zwar kostenlose VPN-Dienste, aber die meisten Menschen sind mit einem kostenpflichtigen VPN-Dienst besser dran. Das liegt daran, dass kostenlose Dienste in der Regel in der Wahl der Server, der Geschwindigkeit oder der monatlichen Nutzungsobergrenze sehr eingeschränkt sind.

Zu unseren Empfehlungen gehören ExpressVPN und der günstigere Allround-Dienst NordVPN. Mehr dazu in: Die besten VPN-Dienste 2020 im Test.

Bei der Wahl kostenpflichtiger Dienste ist es preislich immer besser, sich für einen längeren Zeitraum und nicht nur für einen Monat anzumelden.

Bei der Nutzung eines VPN ist zu beachten, dass es aufgrund der Verschlüsselung Ihrer Daten und der Weiterleitung über verschiedene Server zu einem kleinen Leistungseinbruch bei Ihren normalen Surfgeschwindigkeiten kommen kann. Dies ist in der Regel der Fall, wenn Sie einen weit entfernten Server auswählen. ExpressVPN entwickelt derzeit sein neues Lightway-Protokoll, das es noch schneller machen soll.

Ein VPN-Konto können Sie auf mehreren Geräten verwenden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem VPN-Dienst, wie viele er abdeckt.

Wenn Sie möchten, können Sie eine VPN-Verbindung auch manuell konfigurieren. Bricht die VPN-Verbindung allerdings aus irgendeinem Grund ab und Sie haben keinen Kill Switch (der gesamte Internetverkehr wird gestoppt), werden die Daten wie gewohnt über Ihren Internet-Provider geleitet, und Sie sind nicht mehr anonym unterwegs - wissen aber möglicherweise nicht, dass das gerade geschieht.

Der andere Nachteil ist, dass ein größeres Risiko von DNS-Lecks besteht, wodurch Ihr Provider immer noch sehen kann, was Sie vorhaben, selbst wenn die VPN-Verbindung läuft. Einfach ausgedrückt: Sie müssen wirklich wissen, was Sie tun, wenn Sie ein VPN manuell konfigurieren wollen.

Um dies zu tun, geben Sie VPN in das Suchfeld von Windows 10 ein. Klicken Sie auf VPN-Einstellungen , wenn es in den Ergebnissen erscheint.

Klicken Sie auf VPN-Verbindung hinzufügen und geben Sie dann die entsprechenden Informationen in die einzelnen Felder ein. Welche Angaben abgefragt werden, hängt von dem VPN-Dienst abhängt, bei dem Sie sich anmelden.

Für die oberste Einstellung gibt es jedoch nur eine Option: Windows (built-in). Wählen Sie diese Option, und geben Sie dann einen Namen für die Verbindung ein, bei dem es sich normalerweise um den Namen des VPN-Dienstes handelt. Da die Verbindung jedoch für einen Server spezifisch ist, können Sie UK oder ein anderes Land, aus dem Sie einen Server auswählen, anhängen.

Wenn Sie das Land wechseln müssen, müssen Sie eine neue VPN-Verbindung einrichten, was weniger komfortabel ist als eine VPN-Anwendung zu nutzen.

Dieser Beitrag entstand aus Texten unserer amerikanischen Kollegen auf pcworld.com und unserer englischen Kollegen auf techadvisor.co.uk .

Lesen Sie unseren großen VPN-Vergleichstest

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