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Einen Blog erstellen - so geht's

12.02.2020 | 14:09 Uhr | Birgit Götz,

Sie hätten gern einen eigenen Blog, in dem Sie über Ihre Lieblingsthemen schreiben oder Ihr Leben dokumentieren können? Wir sagen Ihnen, wo und wie Sie einen Blog ganz einfach und kostenlos einrichten.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, einen Blog zu starten? Mit einem Blog können Sie Ihre Interessen mit dem Rest der Welt teilen oder auch einfach nur für sich und/oder einen kleinen Kreis Ihr Leben aufzeichnen. Es kann ein unterhaltsames Hobby sein - wenn Sie den Blog erst einmal begonnen haben.

Die gute Nachricht: Es ist ziemlich einfach, einen Blog zu starten und häufig geht das sogar kostenlos. Wir helfen bei der Entscheidung, welche Plattform für Sie am besten geeignet ist - Wordpress, Tumblr oder Blogger - und wie Sie einen Blog einrichten. Und wir werden Ihnen auch ein paar Blogging-Tipps geben.

Wählen Sie ein Thema für Ihren Blog

Als erstes müssen Sie sich entscheiden, worum es in Ihrem Blog gehen soll. Man kann über so ziemlich alles bloggen. Es ist Ihr Teil des Internets, dem Sie Ihren Stempel aufdrücken können. Wichtig ist, dass Sie sich für etwas entscheiden, was Sie wirklich interessiert, denn der Spaß hört schnell auf, wenn das Bloggen anfängt, sich wie eine lästige Pflicht anzufühlen.

Welches ist die beste Blogging-Plattform?

Sobald Sie sich beim Thema sicher sind, müssen Sie sich einen eingängigen Namen für Ihren Blog überlegen. Dann können Sie sich Gedanken über die Blogging-Plattform machen, die Sie verwenden möchten. Es gibt vier bekannt Plattformen, die recht unterschiedliche Vorteile haben. Zur Auswahl stehen Tumblr, Wordpress.com, Wordpress.org und Blogger.

Tumblr

Wir beginnen mit der lässigsten Plattform:: Tumblr . Tumblr ist eher ein soziales Netzwerk als eine Blogging-Plattform, aber hier beginnen viele Blogs.

Durch Feeds und Hashtags können Sie Ihre Blog-Posts von Anfang an vor vielen Leuten veröffentlichen. Wir haben festgestellt, dass Tumbrl am besten für "Fandoms" funktioniert (so nennt man dort Gruppen mit einem großen Interesse an Prominenten, Filmreihen, Büchern usw.). Mitglieder des Harry-Potter-Fandoms nennen sich beispielsweise "Potterheads", Beyoncé-Fans werden als "Beyhive" bezeichnet.

Wenn Ihr Thema in die Kategorie des Fandoms passt, ist Tumblr vermutlich ein guter Ort, um Ihren Blog zu beginnen. Tumblr eignt sich auch gut für diejenigen, die hauptsächlich Fotos und keine Artikel mit viel Text veröffentlichen möchten.

Sie können einen Blog einrichten, der ziemlich kurze und einfache Beiträge enthält, die immer die gleiche Struktur haben. Sie brauchen weder mehrere Kategorien, ein Menü oder ein komplexes Design, und trotzdem sieht es gut aus.

Wenn Sie sich nun für Tumblr entscheiden und später aber doch Ihre Meinung ändern: kein Problem. Es ist ziemlich einfach, Ihren gesamten Blog auf Blogger oder Wordpress umzustellen, ohne dass Sie dabei etwas von seinem Inhalt verlieren.

Blogger

Blogger ist die kostenlose Blogging-Plattform von Google. Sie brauchen dafür allerdings ein Google-Konto, über das Sie dann auf eine Vielzahl von Vorlagen zugreifen können und Sie erhalten eine URL, die auf blogspot.com endet. Gegen Bezahlung können Sie  Ihre eigene Vorlage und URL hinzufügen.

Es gibt Tausende von Blogger-Designern, deren Vorlagen Sie gegen eine geringe Gebühr oder Kommission kaufen können. Eine beliebte Wahl unter Schönheits- und Lifestyle-Bloggern ist zum Beispiel die Vorlagen-Sammlung auf  Pipdig .

Wenn Sie Ihren eigenen Domainnamen (URL) kaufen möchten, können Sie dies gegen eine geringe Jahresgebühr über Blogger selbst tun oder über Anbieter wie GoDaddy , Ionos und andere. Egal, für welche Plattform Sie sich entscheiden: Es ist  eine Überlegung wert, denn dadurch wird Ihr Blog ein bisschen professioneller.

Die kostenlosen Vorlagen wirken altbackener als solche, für die Sie bezahlen, vor allem im Vergleich zu den kostenlosen Optionen von Wordpress, auf die wir weiter noch eingehen.

Einer der Vorteile von Blogger ist, dass Sie Adsense verwenden können, mit dem Sie dank der Werbung in Ihrem Blog ein paar Cent mehr verdienen könnten.

Wie bei Wordpress erhalten Sie Analysen, die Ihnen zeigen, wie viele Personen Ihre Beiträge lesen und woher sie stammen.

Auch von Blogger können Sie auf Wordpress umsteigen.

Wordpress.com

Wie bei Blogger können Sie einen Wordpress-Blog völlig kostenlos einrichten: mit einer URL, die auf wordpress.com endet, und einer kostenlosen Vorlage aus einem großen Wordpress-Auswahl. Mehr Gestaltungsmöglichkeiten bieten kostenpflichtige Vorlagen, die aber weiterhin von Wordpress gehostet werden. Sie müssen sich also keine Gedanken über den Kauf eines Domainnamens oder die Suche nach einem Server machen, auf dem Ihre Website gehostet wird (mehr dazu weiter unten).

Wordpress ist unsere Plattform der Wahl, weil sie eine einfache und intuitive Schnittstelle hat, an die Sie sich im Handumdrehen gewöhnen werden, plus besserer Auswahl an kostenlosen Vorlagen.

Auch für die Leser ist es wirklich einfach, Ihrem Blog auf Wordpress zu folgen und zu kommentieren.

Ein Nachteil von Wordpress.com ist, dass Sie vielleicht einige kleine Anzeigen auf Ihrem Blog sehen, die von Wordpress dort platziert werden. Dafür können Sie den Dienst kostenlos nutzen. Sie bekommen kein Geld für diese Anzeigen und Sie können sie nicht entfernen, aber sie sind recht klein und relativ unauffällig, so dass sie kaum stören.

Wordpress.org

Wenn Sie die volle Kontrolle über das Design Ihres Blogs und seine Anzeigen haben möchten und sich mit einigen technischen Herausforderungen abfinden können, die möglicherweise einige Zeit in Anspruch nehmen (es gibt eine Menge Hilfe von Wordpress, falls Sie diese benötigen), empfehlen wir Wordpress.org . Damit erhalten Sie alles, was auch Wordpress.com bietet plus vieles mehr.

Wordpress.org ist keine kostenlose Option, also besser geeignet für diejenigen, die schon einmal einen Blog hatten, von einer anderen Blogging-Plattform umsteigen wollen oder beabsichtigen, das Bloggen von Anfang an ernst zu nehmen.

Bei Wordpress.org müssen Sie Ihre eigene Vorlage kaufen oder erstellen (es gibt Tausende zur Auswahl und Tools, mit denen Sie Ihre eigene Vorlage erstellen können, wenn Sie ein ganz bestimmtes Design im Sinn haben), und Sie müssen einen Ort finden, an dem Sie diese Vorlage hosten können.

Es gibt viele Dienstleister, die Ihren Blog mit Ihrem Design für Sie einrichten, damit Sie Ihre Inhalte hinzufügen können. Viele Template-Designer bieten diesen Service kostenlos an, wenn Sie eine ihrer Vorlagen kaufen, andere wiederum berechnen eine kleine Gebühr.

Durch die Verwendung von Plug-ins können Sie Wordpress.org weiter anpassen. Diese Plug-ins können alles sein, von Google Analytics bis hin zu SEO-Tools oder Newslettern.

Viele bekannte Websites verwenden Wordpress, so dass Sie sich sicherlich in guter Gesellschaft befinden, wenn Sie sich dafür entscheiden.

Medium

Das englischsprachige Medium ist eine weitere hervorragende Plattform für angehende Blogger, insbesondere für diejenigen, denen das Schreiben der Inhalte wichtiger ist als die Marke. Es ist eine Plattform, die Hobby-Blogger, Journalisten und andere professionelle Autoren gleichermaßen anzieht, so dass Sie sich in guter Gesellschaft wiederfinden werden.

Medium bietet eine minimalistische, standardisierte Ästhetik auf der gesamten Plattform, und das bedeutet, dass Sie das Aussehen nicht anpassen können. Das Positive daran ist, dass Sie keine Werbung oder Banner auf Ihrer Seite erhalten.

Die Plattform soll eine Drehscheibe für intelligentes und informatives Schreiben sein, das eine Vielzahl von Themen abdeckt - von Kultur über Technologie bis hin zu Politik und mehr - was sie zu einer besonders guten Wahl für alle macht, die einen eher forschungsbasierten Ansatz für ihr Schreiben in Betracht ziehen.

Ohne Anzeigen können Sie immer noch ein Einkommen aus Ihren Medienbeiträgen erzielen (obwohl dies nicht Ihr Hauptanreiz sein sollte), das auf dem Engagement der Leser basiert. Wenn sich ein Leser nach dem Lesen Ihres Beitrags für eine bezahlte Medium-Mitgliedschaft entscheidet, können Sie einen kleinen Betrag als Entschädigung verdienen.

Sobald Sie sich entschieden haben, mit welcher Blogging-Plattform Sie beginnen möchten, können Sie sich anmelden und den im Allgemeinen sehr einfachen Anweisungen folgen, um Ihren Blog einzurichten und zu pflegen.

Inhalte gestalten

Jetzt müssen Sie sich etwas genauer überlegen, was Sie schreiben wollen. Sie sollten in Ihrem Blog eine "Über mich"-Seite einrichten, um zu erklären, wer Sie sind und worum es in Ihrem Blog gehen wird. Sie können hier auch Kontaktinformationen weitergeben, wenn Sie die Leser dazu ermutigen wollen, auf Sie zuzugehen.

Dann werden Sie einen oder zwei Blog-Beiträge zu dem von Ihnen gewählten Thema schreiben wollen. Achten Sie darauf, Bilder einzufügen, um Ihren Beitrag visuell ansprechender zu gestalten. Es ist eine gute Idee, auch andere,  thematisch ähnliche Blogs zu besuchen, um sich inspirieren zu lassen.

Vielleicht sollten Sie über einen Zeitplan für das Bloggen nachdenken. Gehen Sie dabei nicht zu streng vor, sonst verlieren Sie schnell den Spaß. Ein Ziel zu haben ist gut, aber seien Sie realistisch und  nicht zu hart zu sich selbst, wenn Sie es nicht ganz erreichen können.

Soziale Medien nutzen

Jetzt, wo Sie einige Inhalte in Ihrem Blog haben, werden Sie damit beginnen wollen, die Nachricht zu verbreiten. Sie können Ihren Blog auf Ihren persönlichen Twitter- und Facebook-Konten freigeben oder neue, blog-spezifische Profile erstellen, um für Ihren Blog zu werben.

Soziale Medien sind der Schlüssel zum Bloggen. Sie werden wahrscheinlich Twitter nutzen wollen, um mit anderen Bloggern und Ihren Lesern, aber auch mit relevanten Marken und Unternehmen, über die Sie vielleicht schreiben, zu kommunizieren. Blogs mit Themen zu Schönheit, Reise und Lifestyle können von Instagram profitieren. Und Sie können in den sozialen Medien auch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Bloggern finden. Es kann viel Spaß machen, an Blogging-Communities teilzunehmen.

Was Sie erwarten können (und was nicht)

Setzen Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch an. Es gibt Millionen von Bloggern da draußen, und selbst einige der Besten verdienen kein Geld damit. Erwarten Sie also nicht, dass Sie viel bzw. überhaupt etwas mit Ihrem Blog verdienen.

Seien Sie nicht enttäuscht, wenn die Seitenaufrufe in Ihrem Blog anfangs ziemlich niedrig sind. Es braucht viel Zeit und Mühe, eine Leserschaft aufzubauen. Selbst wenn Sie nur ein paar Besucher pro Tag haben, bedeutet das nicht, dass Sie schlechte Inhalte anbieten. Geduld ist der Schlüssel.

Wichtig ist, dass Ihr Blog Ihnen Spaß machen soll. Und wenn Sie mal einen Tag keine Lust haben, etwas zu posten - dann lassen Sie es. Und lassen sich davon nicht entmutigen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei unseren englischen Kollegen auf techadvisor.co.uk

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