Es ist sehr ärgerlich, wenn etwas so Banales wie das Anstecken eines USB-Sticks an PC oder Notebook nicht klappt. Denn obwohl der Vorgang simpel ist, gilt das meist nicht, wenn Sie ergründen müssen, warum er nicht funktioniert: Liegt es an der Hardware, die angeschlossen werden soll – also an einem defekten Stick oder einer kaputten externen Festplatte? Ist der Rechner schuld, der das USB-Gerät aufnehmen soll, weil die Anschlussbuchse verschmutzt oder ihre Anbindung an die Hautplatine beschädigt ist? Ist das USB-Kabel zu lang, zu kurz, zu schlecht geschirmt? Oder lässt sich die Schuldfrage auf die Software eingrenzen, weil ein fehlerhaftes Windows-Update zickt, der USB-Treiber veraltet oder einfach schlecht programmiert ist oder weil der Virenscanner den USB-Stick ablehnt?
USB beweist jeden Tag, wie etwas Einfaches schnell schwierig wird: Deshalb sollen Ihnen die folgenden Lösungen dabei helfen, umgehend das Problem einzugrenzen und nachhaltig abzustellen.
1. USB-Speicher wird beim Anstecken nicht erkannt
Problem: Wenn Sie einen externen Speicher wie Stick oder Festplatte mit dem Rechner verbinden, lädt Windows als Erstes den passenden Treiber. Den brauchen Sie nicht extra zu installieren, weil das System ihn mitbringt. Doch wenn bei dieser Installation etwas schiefgeht, kann Windows mit der angeschlossenen Hardware nichts anfangen und gibt möglicherweise eine Fehlermeldung wie „USB-Gerät nicht erkannt“ aus.
Lösung 1: Als Lösung müssen Sie dafür sorgen, dass der Treiber korrekt geladen wird. Dazu melden Sie das USB-Gerät zunächst über den Geräte-Manager ab: Klicken Sie dazu seinen Eintrag unter „Portable Geräte“ mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Gerät deinstallieren“. Ziehen Sie den Stick oder die Festplatte ab, warten Sie kurz – und verbinden Sie das Gerät wieder mit dem USB-Port.
Lösung 2: Hat das keinen Erfolg, ist eventuell ein aktualisierter Treiber notwendig: Prüfen Sie zunächst, ob ein Windows-Update für Ihren Rechner bereitsteht, und installieren Sie es. Als Nächstes probieren Sie, den Windows-Treiber für den USB-Controller erneut zu installieren. Dazu deinstallieren Sie den Controller über den Geräte- Manager: Sie finden seinen Eintrag im Abschnitt „USB-Controller“ – er versteckt sich meist hinter einer Bezeichnung wie „USB xHCI“ oder „eXtensible Hostcontroller“. Klicken Sie diese Zeile mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie „Gerät deinstallieren“. Anschließend starten Sie den Rechner neu: Das System bindet den passenden Treiber erneut ein.
Lösung 3: Klappt auch das nicht, benötigt Windows eventuell einen externen Treiber für den Controller: Den bringen die Chipsatztreiber des PC-Herstellers oder beim Selbstbau-PC des Hautplatinenherstellers mit: Laden Sie die aktuellen Chipsatztreiber für Ihr System von dessen Support-Webseite herunter und installieren Sie sie.

2. Kein Zugriff auf externen Speicher möglich
Problem: Sie haben einen USB-Speicher angeschlossen und nehmen aufgrund einer akustischen Meldung oder einer Windows-Meldung an, dass das System den Stick oder die Festplatte erkannt hat. Doch im Windows-Explorer taucht das Laufwerk nicht auf oder es dauert sehr lange, bis sein Inhalt erscheint – meist zeigt der Explorer in der Adresszeile dann einen sehr langsam vorankriechenden Balken.
Lösung 1: Die verzögerte Anzeige im Windows-Explorer muss nicht unbedingt der USB-Speicher verursachen. Rufen Sie deshalb zunächst den Task-Manager auf und prüfen Sie im Reiter “Prozesse“, ob ein bestimmtes Programm sehr hohe CPU- oder Datenträgerlast erzeugt – zum Beispiel ein Programmupdate, der Virenscanner oder eine Cloudspeicher-App wie Dropbox. In diesem Fall können Sie diesen Vorgang unterbrechen oder anhalten, damit die Inhalte auf dem USB-Speicher angezeigt werden. Probieren Sie außerdem, ob es hilft, die Verbindung zu Netzwerklaufwerken zu beenden, die im Explorer sichtbar sind. Testweise sollten Sie auch den Virenscan für den externen Speicher abschalten.
Lösung 2: Taucht der USB-Speicher gar nicht auf, untersuchen Sie als Nächstes, ob Windows ihn einbinden und lesen kann. Dazu öffnen Sie die Computerverwaltung und dort die Datenträgerverwaltung: Ist der Speicher dort zu sehen, checken Sie, ob er einen Laufwerksbuchstaben hat – ansonsten weisen Sie ihm einen zu per Rechtsklick und „Laufwerksbuchstaben und -pfade ändern“. Erscheint in der Datenträgerverwaltung neben dem Laufwerk der Hinweis „RAW“ oder „Nicht zugeordnet“ ist der USB-Speicher entweder nicht oder fehlerhaft formatiert. Per Rechtsklick können Sie den Speicherplatz formatieren – aber Achtung, dabei gehen alle Daten verloren.
Lösung 3: Dass der Zugriff auf das USB-Laufwerk nicht funktioniert, kann auch an einem Hardwaredefekt liegen: Verbinden Sie es deshalb zunächst mit einem anderen USB-Port am Rechner und wechseln Sie das USB-Kabel – wenn möglich, probieren Sie ein Kürzeres aus.
Hat der problematische USB-Speicher einen Laufwerksbuchstaben, scannen Sie ihn außerdem auf Hardwarefehler: Öffnen Sie dafür die Eingabeaufforderung mit Admin-Rechten, und wechseln Sie zum externen Laufwerk. Anschließend geben Sie den Befehl
sfc /scannow
ein.
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3. Fehler: Bei diesem USB-Laufwerk liegt ein Problem vor

Problem: Ein Klassiker: Sie verbinden ein USB-Laufwerk mit dem PC, und Windows meldet sofort, dass mit diesem Laufwerk ein Problem vorliegt. Sie können es überprüfen und reparieren lassen und dann meist ohne Probleme damit arbeiten. Doch beim nächsten Anstecken erscheint der Warnhinweis erneut.
Lösung: Wenn Sie den USB-Speicher entfernen, während Windows ihn noch liest oder beschreibt, merkt sich das System dies. Es setzt ein sogenanntes Dirty Bit, das beim nächsten Einstecken die Fehlermeldung verursacht. Führen Sie deshalb die von Windows empfohlene Reparatur durch und aktivieren Sie zusätzlich die Option „Fehlerhafte Sektoren suchen/wiederherstellen“. Per Kommandozeilenbefehl können Sie prüfen, ob das Dirty Bit jetzt verschwunden ist: Rufen Sie die Eingabeaufforderung mit Admin-Rechten auf und geben Sie folgenden Befehl ein
fsutil dirty query x:
wobei Sie statt des x den Buchstaben Ihres USB-Laufwerks eintragen. Wenn als Antwort kommt „Volume ist NICHT fehlerhaft“, haben Sie das Problem gelöst. Außerdem empfiehlt sich zu prüfen, ob das schnelle Abstecken für das externe Laufwerk aktiviert ist: Rufen Sie dazu im Geräte-Manager unter „Laufwerke“ den Eintrag für das USB-Laufwerk mit Rechtsklick auf und gehen Sie zu „Richtlinien“: Hier sollte die erste Option „Schnelles Entfernen“ markiert sein. Statt umständlich das USB-Laufwerk sicher über das Logo in der Taskleiste zu entfernen, können Sie Tools wie USB Safely Remove oder USB Disk Ejector einsetzen.

4. Das USB-Laufwerk ist manchmal nicht erreichbar
Problem: Haben Sie eine USB-Festplatte zum Beispiel zum Backup ständig mit dem Rechner verbunden, kann es vorkommen, dass Windows sie nicht immer erkennt. Vor allem kann das dann passieren, wenn der PC oder das Notebook aus einem Schlafmodus aufwacht.
Lösung: Möglicherweise funktioniert das Energie-Management nicht korrekt – daran kann der Treiber für das USB-Gerät oder für den USB-Controller im Rechner schuld sein. Bevor Sie aber einen neuen Treiber installieren, suchen Sie zunächst in den Energieoptionen von Windows, ob Sie dort Einstellungen für USB ändern können. Rufen Sie dazu das aktive Energieschema auf unter „Systemsteuerung –› System und Sicherheit –› Energieoptionen“ und klicken Sie auf „Energiesparplaneinstellungen ändern –› Erweiterte Energieeinstellungen ändern“. Gibt es dort einen Eintrag für „USB-Einstellungen“, öffnen Sie ihn und wählen bei „Einstellungen für selektives USB-Energiesparen“ die Option „Deaktiviert“.

5. Kein Booten von USB-Stick möglich
Problem: Sie haben auf dem USB-Stick eine Windows- oder Linux-Installation beziehungsweise ein Rettungssystem auf Basis dieser Betriebssysteme gespeichert. Nun soll Ihr Rechner von diesem Stick booten, um das entsprechende System zu laden. Aber das klappt nicht – entweder startet der Rechner gar nicht oder immer mit dem lokal installierten System.
Lösung: Prüfen Sie zunächst, ob Sie alle Vorarbeiten geleistet haben, damit der Stick erfolgreich booten kann. Dazu gehört das korrekte Erstellen der Startfähigkeit, zum Beispiel mithilfe eines Tools wie Rufus. Außerdem müssen Sie Uefi-Einstellungen anpassen: Der Stick muss vom Uefi-Bios erkannt werden und als primäre Bootoption aktiviert sein.
Zusätzlich sollten Sie Optionen wie Secure Boot und Fast Boot ab- und CSM (Compatibility Support Module) einschalten – sofern diese Einstellungen vorhanden sind.
Außerdem: Booten Sie den Rechner immer über die Option „Neu starten“, nicht über „Herunterfahren“ und manuelles Anschalten des PCs.
Zuletzt sollten Sie versuchen, das Zweit-System auf unterschiedlichen Sticks zu installieren und davon zu starten, denn bisweilen kommt es vor, dass das Uefi trotz der korrekten Einstellungen bestimmte Sticks einfach ignoriert.
6. Smartphone wird am PC nicht erkannt
Problem: Sie haben Ihr Smartphone mit dem PC verbunden. Doch der zeigt die Inhalte des Phones nicht an.
Lösung: Grundsätzlich empfiehlt sich für den Anschluss am PC immer das USB-Kabel, das dem Phone beiliegt. Außerdem sollte das Smartphone beim Anschließen angeschaltet und entsperrt sein. Achten Sie bei einem Android-Smartphone auf Meldungen im Benachrichtigungsbereich: Üblicherweise wird das Handy nämlich am PC geladen. Um Dateien oder Fotos zu übertragen, klicken Sie die Meldung auf den Phone an und aktivieren eine Option wie „Dateiübertragung“ oder bei älteren Geräten „Massenspeicher“ oder „MTP-Verbindung“. Beim Anschließen eines iPhones müssen Sie den Warnhinweis „Diesem Computer vertrauen“ bestätigen und dafür das Phone eventuell erneut entsperren. Bei einigen älteren Smartphones benötigen Sie den passenden Windows-Treiber, den Sie beim Phone-Hersteller bekommen, oder sogar eine spezielle Software zur Dateiübertragung.
Funktionieren diese Tipps nicht, schauen Sie als Nächstes im Windows-Geräte-Manager nach, ob dort das Smartphone mit einer Fehlermeldung auftaucht: In diesem Fall klicken Sie den Eintrag mit der rechten Maustaste an und wählen „Treibersoftware aktualisieren“.

7. So bekommen Sie heraus, was der Typ-C-Anschluss kann
Problem: Sie haben ein Notebook mit USB-Typ-C-Buchse. Doch Sie sind sich nicht sicher, was der Anschluss leistet – zum Beispiel, welches Tempo bei einer USB-Übertragung möglich ist, ob Sie Geräte darüber laden können oder einen Monitor anschließen.
Lösung: Eigentlich sollten Symbole am Gehäuse neben dem Anschluss dessen Fähigkeiten erklären. Doch die meisten Notebookhersteller verzichten darauf: Am häufigsten finden Sie neben einer Typ-C-Buchse ein Blitzsymbol, wenn das Notebook über diesen Anschluss Thunderbolt beherrscht. Nur dann können Sie sicher sein, dass Daten zu einem passenden USB-Speicher mit mindestens rund 10 GBit/s übertragen werden, sich ein externer Monitor anbinden und Peripheriegeräte und das Notebook selbst über diesen Anschluss laden lassen. Außerdem ist in diesem Fall unter Windows immer eine Thunderbolt-Software von Intel installiert: Das können Sie prüfen, indem Sie „Thunderbolt“ in das Windows-Suchfenster eingeben – das Programm sollte als erstes Suchergebnis erscheinen.
Ansonsten müssen Sie sich auf die Herstellerangaben im Handbuch verlassen oder ausprobieren – die Praxiserfahrung zeigt nämlich, dass selbst die Hersteller die Fähigkeiten der Typ-C-Anschlüsse nicht immer korrekt dokumentieren. Das mögliche Übertragungstempo verrät Ihnen zum Beispiel Crystaldiskmark ; was Sie in der Praxis erwarten dürfen, steht in der Tabelle unten. Stecken Sie einen externen USB-Speicher an den Anschluss, starten Sie das Tool, und wählen Sie dort seinen Laufwerksbuchstaben aus. Anschließend klicken Sie auf „SEQ1M Q8T1“: Damit prüft der Benchmark die sequenzielle Lese- und Schreibrate des Speichers, wo sein Tempo üblicherweise am höchsten ist. Erhalten Sie ein Ergebnis mit rund 800 MB/s, beherrscht der USB-Anschluss USB 3.2 Gen 2 (früher USB 3.1 Gen 2). Bei rund 470 MB/s liefert der Anschluss lediglich das Tempo von USB 3.2 Gen 1 (USB 3.0). Der Tempo-Check lohnt sich übrigens auch bei aktuellen Notebooks mit Typ-A-Buchsen, denn die beherrschen häufig auch USB 3.2 Gen 2.
