Channel Header
2316276

Zweite Fritzbox ins Netzwerk einbinden

14.12.2017 | 09:01 Uhr | Roland Freist

Haben Sie vielleicht noch eine alte Fritzbox, die derzeit unbenutzt im Regal liegt? Dann sollten Sie sie nicht wegwerfen, denn der Router im Ruhestand ist in der Lage, Ihnen in zahlreichen Funktionen noch nützliche Dienste zu erweisen. So lässt er sich beispielsweise zum Erweitern eines Netzwerks verwenden.

Zunächst sollten Sie die aktuellen Datenraten Ihres DSL-Anschlusses ermitteln. Rufen Sie hierzu durch Eingabe von fritz.box im Browser die Konfigurationssoftware Ihrer aktuell verwendeten Fritzbox auf und loggen Sie sich ein. Stellen Sie als Nächstes sicher, dass links unten „Ansicht: Erweitert“ eingestellt ist. Gehen Sie nun zur Seite „Internet -> DSL-Informationen“ und wechseln Sie zum Register „DSL“. Lesen Sie dort in der Zeile „Aktuelle Datenrate“ die Werte unter „Empfangsrichtung“ und „Senderichtung“ ab und notieren Sie sie. Verbinden Sie danach das ältere Fritzbox-Modell mit dem Stromnetz und warten Sie, bis das Gerät gebootet hat. Da noch keine DSL-Verbindung besteht, wird die LED „Power/DSL“ dauerhaft blinken. Unterbrechen Sie die Netzwerkverbindung zu Ihrer aktuellen Box und schließen Sie Ihren Rechner über ein Ethernet-Kabel an die alte Box an. Verwenden Sie dazu einen der drei Ports LAN 2, LAN 3 oder LAN 4. Tippen Sie dann fritz.box in den Browser ein und loggen Sie sich bei Ihrer alten Fritzbox ein. Rufen Sie jetzt die Seite „Internet -> Zugangsdaten“ auf und stellen Sie mithilfe des Drop-down-Menüs neben „Internetanbieter“ die Option „Weitere Internetanbieter“ ein. In der Folge erscheint ein neues Ausklappmenü, in dem Sie „Anderer Internetanbieter“ auswählen. Markieren Sie im Abschnitt „Anschluss“ die Option „Externes Modem oder Router“. Darunter – unter „Betriebsart“ – stellen Sie „Vorhandene Internetverbindung mitbenutzen (IP-Client-Modus)“ ein. Unter „Verbindungseinstellungen“ tragen Sie bitte bei „Upstream“ sowie „Downstream“ die zuvor notierten Werte ein.

Die Software der Fritzbox unterstützt einen IP-Client-Modus, bei dem das DSL-Modem deaktiviert wird und die Box lediglich als Access Point und Switch arbeitet.
Vergrößern Die Software der Fritzbox unterstützt einen IP-Client-Modus, bei dem das DSL-Modem deaktiviert wird und die Box lediglich als Access Point und Switch arbeitet.

 

Klicken Sie daraufhin auf „Verbindungseinstellungen ändern“ und stellen Sie sicher, dass „IP-Adresse automatisch über DHCP beziehen“ ausgewählt ist. Tragen Sie im Anschluss daran neben „DHCP-Hostname“ noch eine neue Bezeichnung für das ältere Fritzbox-Modell ein. Damit eine eindeutige Unterscheidung möglich ist, darf die Box nicht „fritz.box“ heißen. Nennen Sie sie also zum Beispiel „Arbeitszimmer“. Bestätigen Sie die neuen Einstellungen noch mit  „Übernehmen“. Im Betriebsmodus „IP-Client“ wird der DHCP-Server der Box nun automatisch deaktiviert und sie bekommt von der aktuellen Fritzbox eine passende Adresse zugewiesen. Um später die Software der Box aufzurufen, tippen Sie deren IP-Adresse ein – Sie erfahren sie über die Bedienoberfläche der aktuellen Fritzbox unter „Heimnetz -> Heimnetzübersicht -> Netzwerkverbindungen“. Oder Sie klicken dort direkt auf den Link mit dem Namen, den Sie der Box gegeben haben.

Bei Ihrer aktuellen Fritzbox lassen Sie alles so, wie es ist. Schließen Sie an einen der vier LAN-Ports ein Ethernet-Kabel an und führen Sie es zu dem älteren Modell, wo Sie dann das Kabel mit dem Anschluss LAN 1 verbinden. Achten Sie dabei bitte auch darauf, dass Sie unter „Heimnetz -> Heimnetzübersicht -> Netzwerkeinstellungen“ in dem Abschnitt „LAN-Einstellungen“ für die beiden Ports, über die die Boxen miteinander verbunden sind, den „Power Mode“ mit 1 GBit/s aktiviert haben.

Ihren Computer können Sie ganz nach Belieben mit beiden Boxen verbinden. So lässt sich bei dem älteren Fritzbox-Modell beispielsweise das WLAN aktivieren und das Gerät als zusätzlicher Access Point benutzen, etwa um ein weit entferntes Zimmer mit einem Internetzugang auszustatten. Natürlich können Sie auch Geräte an die noch unbenutzten drei LAN-Ports der Box anschließen. Das Gleiche ist allerdings auch mit einem einfachen Access Point oder sogar mit zahlreichen WLAN-Repeatern möglich, die darüber hinaus wesentlich kostengünstiger sind. Die hier beschriebene Konfiguration lohnt sich also nicht, wenn Sie dafür noch eine weitere Fritzbox neu kaufen müssen.

Tipp: Die Fritzbox kann mehr als nur einen Internetzugang bereitstellen. Die Kombigeräte bieten unter anderem einen eigenen NAS-Speicher und erlauben den Zugriff übers Internet auf das eigene Netzwerk. Mehr dazu in unserem Ratgeber.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2316276