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Zweit-Identität in der Virtuellen Maschine für Social Media nutzen

11.04.2018 | 10:05 Uhr |

Nicht jeder will mit seinem echten Namen bei Facebook, Instagram und Co. sowie bei Ausflügen ins Internet unterwegs sein. Daher bietet sich eine Zweit-Identität in einer virtuellen Maschine an, mit ganz eigenen Profilen.

Warum macht es überhaupt Sinn, sich eine zweite Identität im Internet zuzulegen? Der Hintergrund muss nicht zwingend krimineller Natur sein. Bei vielen Nutzern ist es so, dass nicht jeder berufliche Kontakt automatisch auch Zugang zu privaten Informationen und Aktivitäten haben soll. Wenn nun mal Ihr Chef oder Vorgesetzter unbedingt mit Ihnen auf Facebook befreundet sein soll, dann doch bitte im entsprechenden „Business“-Profil. Und auch bei Lehrern und Dozenten ist ein Trennen der Kontakte sicher nicht verkehrt. Übrigens gab es schon vor sechs Jahren sehr erfolgreiche Versuche an einigen Schulen in Nordrhein-Westfalen, bei denen Lehrer und Lehrerinnen mit einem Zweit-Account bei Facebook mit Schülern und Schülerinnen befreundet waren und so respektierter Teil der Jugend-Community wurden.

Zwar lässt sich eine Trennung beziehungsweise eine Rubrizierung der Kontakte in der Theorie auch über die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook steuern und auch das wechselweise Einloggen mit den beiden Accounts ist möglich. Zuverlässiger und einfacher ist es jedoch, einen virtuellen PC mit Windows einzurichten und hier eine zusätzliche Identität zu unterhalten. So können Sie mit dem Profil auf dem Host-PC private Kontakte in Facebook verwalten und die beruflichen im virtuellen Gast-PC. Sie kommen sich dann mit den beiden Profilen erst gar nicht ins Gehege und haben sie physisch voneinander klar getrennt.

Für ein neues Profil ändern Sie den bislang verwendeten Nutzernamen, indem Sie ein Namenskürzel hinzufügen. So wird beispielsweise aus der Erst-Identität „Peter Mustermann“ die zusätzliche Zweit-Identität „Peter A. Mustermann“.

Hinweis: Facebook mag keine Fake-Profile und will natürlich, dass sich alle Nutzer mit ihrem richtigen Namen registrieren. Verbieten kann Facebook eine Zweit-Identität nicht. Laut einigen IT-Fachanwälten hat ein zweites Profil auch rechtlich keine Relevanz, wenn jemand damit unter einem falschen Namen im Internet und in sozialen Netzwerken unterwegs ist. Rechtlich relevant wird es hingegen, wenn unter dem Namen der zweiten Identität beispielsweise Verträge abgeschlossen werden und beleidigende Posts veröffentlich werden. Im schlimmsten Fall kann das als Betrug beziehungsweise Urkundenfälschung gewertet werden und strafbar sein.

Tipp: Verschlüsselte Daten in einer VM speichern

Zweites Facebook-Profil anlegen

Instagram ist inzwischen auch als Windows-10-Programm erschienen.
Vergrößern Instagram ist inzwischen auch als Windows-10-Programm erschienen.

Bevor Sie mit einem zweiten Profil beginnen, holen Sie sich zuerst eine zusätzliche Mailadresse, wenn Sie noch keine besitzen, die Facebook noch nicht kennt. Denn anhand der Mailadresse werden Sie bei Facebook identifiziert. Idealerweise passt die neue Mailadresse zu Ihrem neuen Profil. Passend zu unserem Beispiel legen Sie sich etwa bei Google Mail , GMX , Web.de oder einem beliebig anderen Provider einen Account für Peter A. Mustermann an. Die neue Mailadresse für das Zweit-Profil könnte dann etwa „peter.a.mustermann@googlemail.de“ lauten. Mit der neuen Mailadresse legen Sie anschließend auf der Facebook-Webseite www.facebook.com den neuen Facebook-Account an. Nach einem Klick auf „Konto erstellen“ und Bestätigung mithilfe des per Mail zugeschickten Codes ist Ihre Zweit-Identität aktiv. Sie erhalten Vorschläge für Freunde. Überspringen Sie dies mit einem Klick auf „Weiter“. Auf der folgenden Seite binden Sie auf Wunsch ein Foto ein und vervollständigen das Profil – das ist jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Während Sie für das private Profil ein eher legeres Foto verwenden, sollten Sie für das zweite Profil ein seriöses Foto einbinden.

Im nächsten Schritt fügen Sie neue Kontakte hinzu – aber natürlich nur solche, die Sie im ersten Profil nicht haben wollen. Das könnten nun also Kollegen und Geschäftspartner sein, die Sie von Ihren privaten Leben ausschließen möchten. Lehnen Sie konsequent Freundschaftsanfragen von Ihren Freunden ab, sofern Sie mit dem zweiten Profil überhaupt gefunden werden. Sonst ist die Gefahr nämlich groß, dass sich doch wieder private Postings im zweiten Profil finden, die Sie zeigen oder erwähnen. Gehen Sie mit dem Profil also sorgsam um und stellen Sie sicher, dass die Personen mit denen Sie in Kontakt treten, immer Ihre wahre Identität kennen. Denn es handelt sich bei Ihrer Zweit-Identität ja nicht um ein Fake-Account im herkömmlichen Sinn (siehe Kasten).

Tipp: Sollen keine Rückschlüsse auf die wahre Identität möglich sein, dann ist eine möglichst neutrale Namensgebung ratsam. Stellen Sie außerdem die Privatsphäre-Einstellungen in Facebook so ein, dass Ihre EMail-Adresse nicht öffentlich sichtbar ist.

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Zweit-Identitäten auch bei anderen Diensten anlegen

Mit der zusätzlichen Mailadresse haben Sie im Grunde schon die Voraussetzungen geschaffen, sich auch bei anderen Social-Media-Diensten zu registrieren und diese ausschließlich in der virtuellen Maschine zu nutzen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie unabhängig vom Smartphone Zugang zu den jeweiligen Diensten erhalten – das ist nicht immer der Fall.

Gut: Sämtliche Nachrichten, die Sie von und für diese Dienste empfangen, laufen auf die neue Mailadresse. Zum Abruf brauchen Sie noch nicht einmal ein Mailprogramm wie Mozilla Thunderbird zu installieren, da Sie via Webmail im Browser auf die Accounts bei Google, GMX und Web.de zugreifen können.

Facebook: 270 Millionen Fake-Accounts

Bei bis zu 13 Prozent aller Konten auf Facebook soll es sich um Fake-Profile handeln. Dies entspricht 270 Millionen Accounts. Facebook hat sich im November letzten Jahres in seinem Quartalsbericht zu dem heiklen Thema Fake-Profile geäußert. Demnach gehen die Betreiber davon aus, dass es sich bei 12 bis 13 Prozent aller Konten um Fake-Accounts handeln könnte. Facebook unterscheidet hier in zwei Kategorien: Einmal gebe es falsch klassifizierte Konten, die bei der Registrierung falsch zugeordnet wurden. So kann etwa ein Unternehmensprofil auch als privates Konto angelegt werden, um mehr Vertrauen bei den Besuchern zu erwecken. Dazu kommen unerwünschte Facebook-Accounts, also Konten, mit denen bewusst gegen die Nutzungsbedingungen der Plattform verstoßen werden soll. Hier kommen oft falsche Angaben zum Einsatz. Laut Facebook dienen die Profile in erster Linie zur Verbreitung von Spam.

Weltweit sollen bis zu 13 Prozent aller Konten in diese beiden Kategorien fallen. Zu den Fake-Profilen gehören außerdem Zweit- und Dritt-Accounts realer Personen. In Anbetracht der 2,1 Milliarden Nutzer im Monat dürften ungefähr 270 Millionen Konten in die Kategorie Fake-Account fallen. Die Verteilung über den Globus ist hierbei nicht gleichmäßig. Facebook rechnet in Wachstumsmärkten wie Indonesien oder Indien mit deutlich mehr Fake-Accounts. In Deutschland dürfte der Wert deutlich geringer ausfallen. Doch auch hierzulande gibt es auf Facebook viele Konten, die nicht mehr genutzt oder für Werbezwecke verwendet werden.

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