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Zorin-OS - das kann das einsteigerfreundliche Linux

12.06.2018 | 13:10 Uhr |

Ein Ubuntu-Abkömmling, der in diesem Magazin bisher eher für Stirnrunzeln sorgte, ist das kommerziell angehauchte Zorin-OS. In der Version 12.2 kann die freie Variante aber dank neuem Desktop überzeugen.

Die Ubuntu-Variante Zorin-OS aus Irland will vor allem Windows-Anwendern den Umstieg auf den Linux-Desktop erleichtern und setzt auf äußerliche Ähnlichkeiten. Dieser Ansatz ist umstritten, schließlich findet schon beim ersten Aufruf des Dateimanagers jede Ähnlichkeit zu Windows ein Ende. Trotzdem gibt es mit Deepin und Zorin-OS Linux-Desktopsysteme, die mit eigenen Mitteln eine Windows-Oberfläche nachbauen. Das Konzept funktioniert jetzt unter Zorin-OS 2.2 erstaunlich gut und zeigt die Flexibilität der Gnome-Shell, auf welcher der Zorin-Desktop mittlerweile basiert.

Blick hinter die Kulissen

Mit dem Schritt auf die neue Arbeitsumgebung mustert Zorin-OS den Advanced Window Manager (AWN) aus, der in der Vorgängerversion für die Darstellung der Taskleiste mit Dock sorgte und nebenbei auch für eine Menge Programmfehler. Die Reduktion auf die Gnome-Shell hat der Zorin-Oberfläche, die sich nun „Zorin Desktop 2.0“ nennt, gut getan. Wie ein Blick auf die Konfiguration mit dem installierbaren Gnome-Tweak-Tool zeigt, sind fast alle Modifikationen als Gnome-Erweiterungen realisiert. Den unteren Bildschirmrand füllt weiterhin eine Taskleiste mit einem aufklappenden Anwendungsmenü ganz links und einem Dock. Das Dock nimmt laufende Programme per Rechtsklick auf das Symbol mit „Zu Favoriten hinzufügen“ als Anwendungsverknüpfungen auf. Das kommt dem Verhalten von Windows 10 recht nahe und hat sich auch schon bei Ubuntu Unity bewährt. Standardprogramme wie der Dateimanager sind aus dem Gnome-Standardrepertoire und damit ausgereift, wenn auch sehr schlicht.

Der Zorin-Desktop kann so wenig wie Gnome mit vielseitigen Feineinstellungen aufwarten. Es gibt aber immerhin in den Einstellungen mit „Zorin Appearance“ einen Auswahldialog für zwei weitere Desktopstile – zum einen mit Taskleiste mit Programmnamen neben den Symbolen, zum anderen im Stil eines Standard-Gnome. Die verwendeten Paketquellen dieser Distribution bestehen aus den offiziellen Repositories von Ubuntu, den Ubuntu-Backports und einigen PPAs der Zorin-Entwickler. Vorinstalliert sind zunächst wenige Anwendungen: Chromium 63 ist der Webbrowser, als Dateimanager dient Nautilus von Gnome, außerdem ist Libre Office 5.1.6 an Bord. Als Player sind Rhythmbox 3.3 und Gnome Videos (Totem 2.0) vorhanden. Der grafische Paketmanager ist das übliche Programm Gnome-Software.

Die Desktopanpassungen sind als Gnome-Erweiterungen umgesetzt, wie ein Blick in das Gnome-Tweak-Tool zeigt.
Vergrößern Die Desktopanpassungen sind als Gnome-Erweiterungen umgesetzt, wie ein Blick in das Gnome-Tweak-Tool zeigt.

Fazit: Zorin zieht nach

Nach den oft nicht ganz ausgereiften vorangegangenen Zorin-Ausgaben kann Version 12.2 überzeugen und demonstriert die Anpassungsfähigkeit des Gnome-Desktops dank Shell-Erweiterungen. Die Einrichtung auf Festplatte ist dank des bewährten Installationsprogramms von Ubuntu komfortabel und in wenigen Schritten erledigt. Nach der Installation aus dem Livesystem fällt zunächst auf, dass noch nicht alle Sprachpakete vorhanden sind und Libre Office beispielsweise in Englisch startet. Ein Besuch in den Einstellungen und „Region und Sprache“ behebt das Problem.

Website: https://zorinos.com
Dokumentation: https://zorinos.com/help/install-zorin-os

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