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Yelp zu Schadensersatz an Fitnessstudios verdonnert

14.11.2018 | 12:56 Uhr | René Resch

In einer Klage gegen Yelp-Bewertungen, gab das OLG München der Klägerin recht. Yelp muss nun Schadensersatz leisten.

Eine Betreiberin von drei Fitnessstudios aus dem Münchner Umland empfand die Yelp-Bewertungen als zu schlecht, und klagte - das Oberlandesgericht München gab der Betreiberin nun recht.

Pro Fitnessstudio muss das Online-Portal Yelp nun 800 Euro plus Zinsen Schadensersatz zahlen und muss die Prozesskosten übernehmen. Die Betreiberin der Fitnessstudios ist die ehemalige Bodybuilding-Weltmeisterin Renate Holland. Nach ihrer Auffassung waren die Gesamtwertungen der Fitnessstudios zu schlecht und hatte darum auf Unterlassung geklagt – dass OLG München gab ihr recht. Zukünftig muss Yelp alle Bewertungen in die Gesamtwertung einschließen, nicht nur diejenigen, die als „empfohlen“ gelten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, das OLG hat einer Revision zugestimmt.

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Die Fitnessstudios hatten auf der Plattform jeweils nur eine Gesamtwertung von zwei oder drei von fünf möglichen Sternen erhalten. In die Gesamtwertung wurden jedoch nicht alle Bewertungen eingerechnet, sondern nur die als „empfohlen“ galten, sprich die von der Yelp-Software ausgewählt wurden, hauptsächlich von Nutzern die Yelp schon länger verwenden und viele Bewertungen schrieben. Ein Großteil der Bewertungen wies fünf Sterne auf, diese Einzelbewertungen flossen aber nicht in die Gesamtwertung mit ein, was die Gesamtwertung so schlecht ausfallen lies.

"Die schaden kleinen Unternehmen. Wer geht denn da noch hin, wenn man schlechte Bewertungen hat?", sagte die Betreiberin Renate Holland nach der Urteilsverkündung. "Dass wir gewonnen haben, freut mich gerade für diese kleinen Firmen. Das ist wie David gegen Goliath", sagte sie zur Entscheidung des Gerichts.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und Yelp kann noch in Berufung gehen.

Yelp erklärte zum Urteil, es beziehe sich auf eine frühere Version der Website – und habe nichts an der aktuellen Darstellung auszusetzen, bei der darauf hingewiesen wird, dass es sich um „empfohlene Bewertungen“ handelt.

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