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WWW-Erfinder will das Internet revolutionieren

01.10.2018 | 13:02 Uhr | René Resch

Tim Berners-Lee, einstiger Erfinder des WWW, will mit Projekt Solid dem Nutzer die volle Kontrolle über seine Daten zurückgeben.

Tim Berners-Lee gilt als Erfinder des World Wide Web (WWW). In einem Beitrag auf Inrupt.com spricht der einstige Erfinder nun über die aktuelle Lage des WWW. Nach seiner Ansicht ist das derzeitige WWW „zu einem Motor für Ungleichheit und Aufspaltung“ verkommen und werde von Großkonzernen regelrecht ausgenutzt. Das würde Tim Berners-Lee gerne ändern, und mit seinem Projekt Solid soll das WWW komplett umgekrempelt werden.

Am Konzept von Open-Source-Projekt Solid arbeitet Berners-Lee seit 15 Jahren. Dazu wurde mit einigen Mitarbeitern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) kooperiert. Mit seinem Startup Inrupt will er das Projekt nun umsetzen. Solid soll dabei als Plattform für die nächste Generation an App und Diensten des Internets dienen und dem Nutzer wieder die volle Kontrolle über die eigenen Daten geben. Mit konkreten Details hält sich Berners-Lee jedoch noch bedeckt. Er spricht jedoch davon, dass Solid die Weitergabe von Nutzerdaten an Großkonzerne eindämmen soll.

Dazu kommt ein spezieller Datenspeicher zu Einsatz, sogenannte PODs (persönlicher Online-Datenspeicher), in dem der Benutzer alle seine persönlichen Informationen aufbewahrt. Wer auf diese Informationen zugreifen kann, liegt ganz im Ermessen des Nutzers selbst. Für jeden Dienst oder jede App kann man individuell bestimmen, welche Daten verwendet werden dürfen. Auch ein Teilen der eigenen Daten mit vertraulichen Personen solle erleichtert werden. Berners-Lee beschreibt, dass er sich Solid als ein neues Web vorstellt, es soll aber auf das existierende Web aufsetzen.

Mit Google und Facebook sprechen wir nicht!

Auf den Umstand angesprochen, dass große Player Nutzerdaten wohl kaum kampflos aufgeben werden, machte Tim Berners-Lee klar: „Wir sprechen nicht mit Facebook und Google, ob wir eine komplette Veränderung einführen, die alle ihre Geschäftsmodelle über Nacht total auf den Kopf stellt. Deren Erlaubnis benötigen wir nicht.“

Wir sind auf ausführlichere Informationen rund um Projekt Solid jedenfalls gespannt. Interessierte können sich schon jetzt einen eigenen „POD“ einrichten. Apps und Dienste gibt es allerdings noch nicht. Das Projekt wurde ja gerade erst gestartet.

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