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Wucher: Photobucket wird kostenpflichtig

05.07.2017 | 15:32 Uhr |

Photobucket hat mit der Änderung seiner Lizenzbedingungen Nutzer verärgert und zahlreiche Online-Shops lahmgelegt.

Der Bilder-Dienst Photobucket wird von zahlreichen Amazon-, Ebay- und Etsy-Verkäufern genutzt, um Bilder zu hosten. Für den ehemals kostenlosen Dienst wurde nun eine horrende Jahresgebühr in Höhe von 400 US-Dollar fällig. Vor wenigen Tagen änderten die Photobucket-Betreiber ihre Lizenzbedingungen, wodurch das Hosting von Bildern nun nicht mehr kostenlos möglich ist.

Die Tatsache, dass viele Photobucket-Nutzer die 400 US-Dollar nicht zahlen wollen, sorgte heute für Chaos bei Amazon, Ebay und Etsy. Anstatt der bei Photobucket hinterlegten Produktfotos findet sich auf den Angebotsseiten der Verkäufer nun ein einheitliches Platzhalter-Bild von Photobucket. Das Unternehmen weist im Platzhalter darauf hin, dass die Funktion von 3rd Party Hosting vorübergehend deaktiviert wurde. Um den Account wieder freizuschalten, sollen Nutzer die angegebene URL besuchen. Kommen sie dieser Aufforderung nach, erfahren sie im Login-Bereich von Photobucket, dass ihr vormals kostenloser Account nun plötzlich 400 US-Dollar im Jahr kostet.

Die Änderung der Lizenzbedingungen bei Photobucket hat Milliarden von Bildern im Netz, die beispielsweise auf Blogs oder in Shops über Photobucket gehostet wurden mit dem eher unansehnlichen Platzhalter-Bild ersetzt. Photobucket zählt eigenen Aussagen zufolge weltweit mehr als 100 Millionen Mitglieder, die täglich bis zu vier Millionen Fotos und Videos hochladen. Nutzer haben nun die Wahl: 400 US-Dollar zahlen und ihre Bilder gehen wieder online oder einen alternativen Hosting-Service finden.

Frustrierte Photobucket-Nutzer machen ihrem Ärger heute unter anderem auf Twitter Luft . Die neuen Lizenzvereinbarungen werden als Erpressung bezeichnet und viele Nutzer drohen mit der Schließung ihres Accounts. Photobucket wurde 2003 gegründet. Einen Großteil seiner Gewinne erwirtschaftete das in Denver ansässige Unternehmen bislang über Werbeeinblendungen beim Bilder-Upload. Mit der Einführung der neuen Gebühren will Photobucket seine Einnahmen nun auch an anderer Stelle erhöhen. 

Das neue Abo-Modell für 400 US-Dollar ist nur im Kleingedruckten zu finden.
Vergrößern Das neue Abo-Modell für 400 US-Dollar ist nur im Kleingedruckten zu finden.
© Photobucket

Über die neuen Lizenzvereinbarungen hatte Photobucket Ende Juni sehr knapp  in seinem Blog informiert . In dem Beitrag wurden die plötzlich anfallenden Gebühren jedoch nicht thematisiert. Die unterschiedlichen Premium-Account-Modelle müssen die Nutzer selbst dem Kleingedruckten entnehmen . Darin werden zwar mit dem Plus 50 und de Plus 100 Plan auch zwei günstigere Abo-Modelle für 59,99 bzw. 99,99 US-Dollar jährlich angeboten. Das Hosting von Bildern für Drittanbieter ist jedoch nur im Plus 500 Plan, der mit stattlichen 399,99 US-Dollar jährlich zu Buche schlägt, möglich.

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