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Windows-Update ab jetzt mit neuen Funktionen

23.07.2019 | 08:01 Uhr | Thorsten Eggeling

Windows 10, Version 1903, bietet jetzt mehr Optionen für die Steuerung des Windows-Updates – auch für die Home-Edition. Wem das nicht reicht, der kann mit Zusatztools den Update-Prozess noch genauer steuern und etwa vorübergehend stoppen.

Regelmäßige Updates verbessern die Sicherheit des Systems und beheben Fehler. Es ist unbestritten notwendig, sie zu installieren, weil Software trotz aller Sorgfalt und Bemühungen niemals frei von Mängeln oder vollständig sicher ist.

Rechnet man Aktualisierungen für installierte Programme, Treiber-Updates sowie Windows-Updates zusammen, entsteht an einigen Tagen der Eindruck, dass man sich nur mit der Wartung des Systems beschäftigen muss, statt es effektiv zu nutzen. Besonders lästig wird es dann, wenn Windows zur Unzeit neu starten will oder nach dem Start besonders lange für die Einrichtung von Updates benötigt.

Microsoft hält das eigene Betriebssystem offenbar auch weiterhin für so unsicher, dass eine Abkehr vom Update-Zwang derzeit nicht in Sicht ist. Allerdings gestaltet das Unternehmen den Update-Prozess bei jeder Windows-10-Version neu und erlaubt dem Benutzer mittlerweile wieder etwas mehr Kontrolle.

Es gibt darüber hinaus mehrere Varianten jenseits der von Microsoft vorgesehenen Wege: manuelle Update-Installation bei Bedarf, Abschalten des Windows Updates oder aktuellere Installationsmedien für die Neuinstallation, die den Update-Terror zumindest reduzieren.

Die meisten in diesem Artikel erwähnten Tools lassen sich über PC-WELT Windows-Rebuilder starten. Entpacken Sie das Toolpaket in einen Ordner mit kurzem Dateinamen und ohne Leerzeichen, Sonderzeichen und Umlaute, beispielsweise nach „C:\Rebuilder“.

Siehe auch: Windows-Update funktioniert nicht? So reparieren Sie (fast) jeden Fehler

1. Funktionsupdate kommt (meist) nicht mehr automatisch

Funktionsupdates installiert Windows jetzt nicht mehr automatisch. Bis etwa sechs Monate vor dem Support-Ende der genutzten Windows-Version dürfen Sie über die Installation selbst entscheiden.
Vergrößern Funktionsupdates installiert Windows jetzt nicht mehr automatisch. Bis etwa sechs Monate vor dem Support-Ende der genutzten Windows-Version dürfen Sie über die Installation selbst entscheiden.

Das Funktionsupdate 1903 sollte im März 2019 erscheinen, aufgrund einiger Probleme war es aber erst Ende Mai 2019 so weit. Offiziell heißt es „Windows 10 Mai 2019 Update“. Das Update wird erst nach und nach angeboten, sodass es einige Monate dauern kann, bis ein Update-Hinweis auch auf Ihrem Rechner erscheint.

Ist die Version 1809 (Pro oder Home) installiert, so wird das Funktionsupdate zunächst nicht automatisch durchgeführt. Wenn Sie in den „Einstellungen“ (Win-I) unter „Update und Sicherheit –› Windows Update“ auf „Nach Updates suchen“ klicken, sollte irgendwann der Hinweis „Funktionsupdate für Windows 10, Version 1903“ erscheinen. Per Klick auf „Jetzt herunterladen und installieren“ leiten Sie das Update selbst ein. Voraussetzung ist mindestens das Update KB4497934 vom Mai 2019, das die dafür notwendige Funktion nachrüstet und den Betriebssystem-Build auf 17763.529 anhebt. Das lässt sich prüfen, indem Sie die Tastenkombination Win-R drücken, winver eintippen und mit „OK“ bestätigen.

Allerdings wird Microsoft nach bisherigem Kenntnisstand das Funktionsupdate etwa sechs Monate vor dem Serviceende (siehe Tabelle) automatisch durchführen, bei Version 1809 wahrscheinlich ab Dezember 2019. Bei Windows 10, Version 1803, ist das Serviceende bereits im November 2019 erreicht, das „Zwangs-Upgrade“ steht damit schon ab Ende Juni 2019 an. Davor wird Ihnen auch hier das Funktionsupdate wie bei Version 1809 lediglich angeboten.

2. Änderungen beim Update ab Windows 10, Version 1903

Version ermitteln: Welches Windows installiert ist, erfahren Sie über das Tool Winver.
Vergrößern Version ermitteln: Welches Windows installiert ist, erfahren Sie über das Tool Winver.

Den Benutzern der Home-Version traut Microsoft offenbar nicht so viel zu wie den Pro-Nutzern. Nach wie vor gibt es Unterschiede. In die Pro-Version hat Microsoft ab der Version 1903 zwei neue Optionen eingebaut. Gehen Sie in den „Einstellungen“ (Win-I) auf „Update und Sicherheit –› Windows Update“ und klicken Sie auf „Erweiterte Optionen“. Unter „Installationszeitpunkt für Updates auswählen“ können Sie getrennt für Funktionsupdates (neue Windows-10-Version) und Qualitätsupdates (Fehlerbehebung und Sicherheitslücken) einen Aufschub von bis zu 365 beziehungsweise 30 Tagen einstellen. Unklar ist jedoch bisher, ob sich beispielsweise auch einige Monate vor dem SupportEnde von Version 1903, also vor November 2020, das Funktionsupdate immer noch für ein Jahr aussetzen lässt oder ob das Update dann trotzdem erfolgt.

Geplantes Serviceende der Windows-Versionen

Windows-Versionen

Build-Nummer

Veröffentlichungsdatum

Serviceende Home, Pro und Pro for Workstations

Serviceende Enterprise-und Education-Editionen

Windows 10, Version 1903

18362

21. Mai 2019

8. Dezember 2020

8. Dezember 2020

Windows 10, Version 1809

17763

13. November 2018

12. Mai 2020

11. Mai 2021

Windows 10, Version 1803

17134

30. April 2018

12. November 2019

10. November 2020

Windows 10, Version 1709

16299

17. Oktober 2017

9. April 2019

14. April 2020

Windows 10, Version 1703

15063

5. April 2017

9. Oktober 2018

8. Oktober 2019

Windows 8.1

9600

18. Oktober 2013

10. Januar 2023

1. Oktober 2023 (Enterprise)

Windows 7, Service Pack 1

7601

22. Oktober 2009, SP1: 22. Februar 2011

14. Januar 2020

14. Januar 2020, bis 2023 kostenpflichtig

3. Update-Downloads bei Bedarf auf das Nötigste reduzieren

Update-Pause: Updates lassen sich ab Windows 10, Version 1903, für bis zu 35 Tage aussetzen.
Vergrößern Update-Pause: Updates lassen sich ab Windows 10, Version 1903, für bis zu 35 Tage aussetzen.

Windows lädt standardmäßig alle Updates herunter, sobald sie verfügbar sind. Teilweise sind die Downloads umfangreich. Bei einer langsamen Internetverbindung oder einem Volumentarif will man die Downloads daher eher vermeiden. Microsoft berücksichtigt das und seit Windows 10, Version 1704, besteht die Möglichkeit, Update-Downloads bei WLAN-und Ethernet-Verbindungen auf sicherheitsrelevante Aktualisierungen zu beschränken.

Um die Funktion zu aktivieren, rufen Sie die „Einstellungen“ auf und gehen danach auf „Netzwerk und Internet –› Ethernet“. Klicken Sie auf die Netzwerkverbindung unterhalb von „Ethernet“ und setzen Sie den Schalter vor „Als getaktete Verbindung festlegen“ auf „Ein“. Bei WLAN-Verbindungen funktioniert das über „Netzwerk und Internet –› WLAN“ entsprechend.

4. Zeitpunkt des Neustarts nach Updates festlegen

Unpassende Neustarts verhindern: Ändern Sie die Nutzungszeit auf die Stunden, in denen Sie den Computer tatsächlich nutzen.
Vergrößern Unpassende Neustarts verhindern: Ändern Sie die Nutzungszeit auf die Stunden, in denen Sie den Computer tatsächlich nutzen.

Einige Windows-Updates erfordern keinen Neustart des Systems, wie beispielsweise die Updates der Virensignaturen für Windows Defender. Bei den großen, kumulativen Update-Paketen ist in der Regel ein Neustart erforderlich. Sie bekommen eine Benachrichtigung, wenn ein Windows-Neustart notwendig ist.

Automatische Neustarts erfolgen nur außerhalb der Nutzungszeit, die standardmäßig auf 8:00 bis 17:00 Uhr festgelegt ist. Um den Zeitraum anders festzulegen, gehen Sie in den „Einstellungen“ auf „Update und Sicherheit –› Windows Update“ und klicken dann auf „Nutzungszeit ändern“. Nach einem Klick auf „Ändern“ stellen Sie die gewünschte Start-und Endzeit ein. Der Zeitraum darf maximal 18 Stunden umfassen.

Sie können bei der Version 1903 auch den Schalter unter „Nutzungszeit für dieses Gerät automatisch auf Grundlage der Aktivitäten anpassen“ auf „Ein“ setzen. Daraufhin versucht Windows, Start-und Endzeit automatisch zu ermitteln, je nachdem, wann Sie den Computer benutzen.

Tipp: Windows 10 Mai 2019 Update - 8 versteckte Neuerungen

5. Update-Downloads unter Windows 10 mit Tools stoppen

Für das Windows-Update sind verschiedene Dienste und Programme zuständig. Für Funktionsupdates beispielsweise benutzt Windows das Tool „%systemroot%\system32\usoclient.exe“, das in regelmäßigen Abständen über die Aufgabenplanung gestartet wird. Die Suche nach Windows-Updates und deren Installation erfolgt über den Dienst Wuauserv.

Updates deaktivieren: Mit Stop-Updates-10 pausieren Sie Updates länger, als Microsoft es erlaubt.
Vergrößern Updates deaktivieren: Mit Stop-Updates-10 pausieren Sie Updates länger, als Microsoft es erlaubt.

Vor allem für Besitzer der Home-Edition, die standardmäßig weniger Kontrolle über den Update-Prozess haben, kann es nützlich sein, die Update-Funktionen zumindest vorübergehend abzuschalten. Am einfachsten geht das über das Tool Stop-Updates-10. Es ist Bestandteil unserer Toolsammlung PC-WELT Windows-Rebuilder . Starten Sie es über das Menü „Tools –› Windows-Updates stoppen“.

Über „Help –› Language“ stellen Sie „German“ ein, wenn Sie eine deutschsprachige Oberfläche wünschen. Per Klick auf „Pause Update“ können Sie Funktionsupdates und Qualitätsupdates bis zu einem bestimmten Datum anhalten – maximal bis 2099. Über „Windows Updates blockieren“ schalten Sie alle Update-Funktionen ab. Updates für Virensignaturen lassen sich über „Tools –› Update Windows Defender Signatures“ herunterladen. Per Klick auf „Windows Updates wiederherstellen“ aktivieren Sie die Update-Funktionen wieder.

Updates unter Kontrolle: Über Windows-Update-Toggle deaktivieren Sie gezielt einzelne Update-Funktionen.
Vergrößern Updates unter Kontrolle: Über Windows-Update-Toggle deaktivieren Sie gezielt einzelne Update-Funktionen.

Ein weiterer Update-Verhinderer ist auch die Batch-Datei „ Windows-Update-Toggle “. Sie lässt sich ebenfalls über PC-WELT Windows-Rebuilder und „Tools –› Windows-Updates stoppen“ aufrufen. Das Tool ist vor allem für Nutzer geeignet, die genau wissen wollen, wie sich Updates deaktivieren lassen – ein Blick in den Inhalt der Batch-Datei genügt.

Windows-Update-Toggle (WUT) richtet dabei mehrere Einträge im Desktop-Kontextmenü ein, über das sich die Funktionen steuern lassen. Darüber können Sie etwa getrennt den Update-Service und die Update-Installation aktivieren oder deaktivieren. Unter „Configure WUT v10.1“ gibt es Optionen, über die Sie das Tool deaktivieren oder entfernen. Sollten Defender-Updates anstehen, lassen diese sich über den Kontextmenüpunkt „Apply“ installieren.

6. Updates zu einem beliebigen Zeitpunkt manuell installieren

WSUS Offline: Das Tool lädt vor allem Sicherheits-Updates für Windows herunter, die sich auch ohne Internetverbindung installieren oder in ein Installationsmedium integrieren lassen.
Vergrößern WSUS Offline: Das Tool lädt vor allem Sicherheits-Updates für Windows herunter, die sich auch ohne Internetverbindung installieren oder in ein Installationsmedium integrieren lassen.

Wer das Windows-Update deaktiviert (sie-he hierzu Punkt 5), kann die Update-Dateien auch sammeln und bei Gelegenheit selbst installieren. In PC-WELT Windows-Rebuilder lassen sich dafür unter „Updates“ mehrere Tools starten.

WSUS Offline lädt insbesondere Sicherheits-Updates herunter. Dabei spielt es keine Rolle, unter welchem System Sie das Tool starten. Sie können auf einem anderen PC, etwa unter Windows 8.1, auch Updates für Windows 10 herunterladen. Für die Installation der Updates verwenden Sie „UpdateInstaller.exe“ aus dem Ordner „Client“. Setzen Sie Häkchen bei den gewünschten Aktualisierungen und klicken Sie auf „Start“.

Whdownloader lädt beinahe alle Updates herunter und nicht nur die sicherheitsrelevanten. Nach dem Start des Tools klicken Sie auf das Icon links oben. Damit laden Sie Listen herunter, die Download-Adressen von Update-Dateien für Windows 7 bis 10 enthalten. Im Feld neben dem Icon wählen Sie eine Liste aus, beispielsweise „Windows 10-x64“. Sie benötigen in der Regel nur die Dateien unter „General Updates“. In der Spalte „Category“ sehen Sie, für welche Windows-Version sich das Update eignet, etwa „General/18362“ (Windows 10, Version 1903). Fahren Sie mit dem Mauszeiger über eine Zeile in der Spalte „Updates“. Sie erfahren sodann, um was für ein Update es sich handelt und zu welcher Versionsnummer es gehört, beispielsweise „1903“. Setzen Sie Häkchen vor die Zeilen mit den gewünschten Updates und klicken Sie jetzt auf „Download“. Die Dateien legt das Tool in Ordnern unterhalb von „Updates“ ab.

Whdownloader: Das Tool zeigt Ihnen eine Liste mit den möglichen Updates für alle Systemversionen an.
Vergrößern Whdownloader: Das Tool zeigt Ihnen eine Liste mit den möglichen Updates für alle Systemversionen an.

Whdownloader bietet keine Funktion zur Installation der Updates. Diese kann über Batch-Dateien erfolgen, die Sie hier  herunterladen. „W10UI“ ist für Windows 10 gedacht, „WHD-W8.1UI“ für Windows 8.1 und „WHD-W7UI“ für Windows 7. Kopieren Sie die Batch-Datei für das gewünschte Betriebssystem bitte in das Verzeichnis, in dem Whdownloader liegt – wie beispielsweise „C:\Rebuilder\Tools\WH Downloader“. Starten Sie das Script dann über den Kontextmenüpunkt „Als Administrator ausführen“. Alle Batch-Dateien bieten eine einfache Menüführung. Es genügt, die Updates mit „0“, gefolgt von der Enter-Taste, einzuleiten. Lesen Sie die beigelegten Readme-Dateien für Informationen zu den anderen Optionen.

Ein weiteres Tool ist Portable Update . Es verwendet das Windows-Update für die Ermittlung der Downloads und kann deshalb nur Dateien für das Betriebssystem herunterladen, unter dem es läuft. Gegenüber Whdownloader bietet Portable Update den Vorteil, dass es die Updates auch selbst installieren kann.

Tipp:  Mit den heruntergeladenen Updates lässt sich auch ein aktualisiertes Windows-Setup-Medium für die Neuinstallation erstellen. Dazu verwenden Sie das Tool Ntlite , das Sie über PC-WELT Windows-Rebuilder starten (per Menüpunkt: „Setup_Medium“). Mehr Informationen können Sie in unserem Ratgeber nachlesen. Eine individuell angepasste ISO-Datei sollten Sie zunächst einmal über eine virtuelle Maschine in Virtualbox  testen, bevor Sie damit eine Installation auf der Festplatte durchführen.

Windows entnerven: 20 Tipps zum Optimieren

7. Installationszeitpunkt eines Funktionsupdates bestimmen

Funktionsupdate durchführen.
Vergrößern Funktionsupdate durchführen.

Die halbjährlichen Windows-Funktionsupdates bieten allerhand Neuerungen, auf die einige Benutzer möglicherweise mit Spannung warten. Aber auch alle, die sich weniger dafür interessieren, müssen ein Funktionsupdate spätestens alle 18 Monate durchführen, weil das System ansonsten keine Sicherheits-Updates mehr erhält.

Statt auf das „Zwangs-Update“ zu warten, empfiehlt es sich, den Zeitpunkt selbst zu wählen und die Aktualisierung manuell einzuleiten. Der richtige Termin dafür ist wahrscheinlich jeweils einige Monate nach der offiziellen Veröffentlichung der Version. Bis dahin sollte Microsoft die allermeisten Fehler beseitigt haben, sodass ein Update ohne Problem verläuft.

Ab Windows 10, Version 1803, kann die Installation des Funktionsupdates erfolgen, wie unter Punkt 1 beschrieben. Sollte der Update-Hinweis nicht erscheinen, führt der von Microsoft vorgesehene Weg über einen Update-Assistenten, den Sie hier  erhalten. Klicken Sie auf „Jetzt aktualisieren“, um das Tool herunterzuladen. Der Assistent prüft die Installationsvoraussetzungen und beginnt danach mit dem Download und der Aktualisierung.

Eine Alternative bietet das Media Creation Tool . Das Tool ermöglicht ein Upgrade von Windows 7 oder 8.1 auf Windows 10 und auch das Funktionsupdate von Windows 10. Außerdem können Sie darüber die aktuelle ISO-Datei des Installationsmediums herunterladen oder einen USB-Setup-Stick erstellen. Beides eignet sich für ein Windows-Upgrade oder eine saubere Neuinstallation. Der Vorteil: Wenn Sie mehrere Rechner aktualisieren müssen, genügt ein Download. Darüber hinaus verfügen Sie damit über ein aktuelles Installationsmedium, das sich beispielsweise auch für Windows-Reparaturen nutzen lässt.

8. Weitere Download-Möglichkeiten für Windows 10

Das Tool Windows ISO Downloader  ermöglicht den Download von Installations-ISOs für Windows 7, 8.1 und 10. Sie können darüber außerdem ältere Windows-10-Versionen und neuere Testversionen (Insider-Vorabversionen) herunterladen. Die Downloads erfolgen direkt von Microsoft und sind mit denen etwa über das Media Creation Tool identisch (Punkt 7).

ISO aus UUPs erstellen:  Die ISO-Dateien des Windows-Installationsmediums enthalten neben einigen Hilfsprogrammen lediglich eine wichtige Datei: Die Install.wim oder Install.esd mit einer Größe von ungefähr 3,2 GB (64-Bit) ist ein komplettes Abbild der Windows-Installation, das während des Setups auf die Festplatte kopiert wird. Beim Funktionsupdate lädt Windows allerdings keine WIM-Datei dieser Größe herunter, sondern stattdessen mehrere, kleinere ESD-und CAB-Dateien. Das Verfahren wird als Unified Update Platform (UUP) bezeichnet und soll den Gesamt-Download bei Windows Versions-Upgrades verringern.

Die UUP-Downloads lassen sich nicht direkt für ein Funktionsupdate oder eine Neuinstallation verwenden. Mithilfe von geeigneten Tools kann man daraus allerdings eine ISO-Datei für das Installationsmedium erzeugen. Ein Vorteil ergibt sich, wenn Sie mehrere PCs besitzen und auf einem davon das Funktionsupdate schon angestoßen haben. Die Update-Funktion legt die Dateien unterhalb des Ordners „C:\Windows\SoftwareDistribution\Download“ ab. Darin finden Sie Ordner, die mit einer 32-stelligen ID bezeichnet sind, wie zum Beispiel „5b2a5d5bb8f50b5311daae4c2e9552e9“. Öffnen Sie die zuletzt erstellten Ordner und finden Sie denjenigen, in dem sich mehrere CAB-sowie eine oder mehrere ESD-Dateien befinden. Sollten Sie das Funktionsupdate schon durchgeführt haben, sind die Dateien in der Regel noch vorhanden. Sie finden diese im Ordner „C:\Windows.old\SoftwareDistribution\Download/[ID]“. Erstellen Sie ein Backup des kompletten Ordnerinhalts, weil Windows ihn nach einiger Zeit oder spätestens beim nächsten Update automatisch löscht. Als Ziel verwenden Sie ein Verzeichnis mit einem kurzen Namen, beispielsweise „C:\UUP“. Sonst schlägt der Kopiervorgang wegen der überlangen Dateinamen fehl.

Um eine ISO-Datei zu erstellen, gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools –› ISO-Datei aus UUPs erstellen“ und klicken auf „UUP-Converter starten“. Tippen Sie das Verzeichnis ein, in dem die Update-Dateien liegen, beispielsweise „C:\UUP“ (ohne Anführungszeichen) und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Tippen Sie nun 1 ein, um eine ISO-Datei mit einer standardmäßigen Install.wim zu erzeugen und bestätigen Sie mit der Enter-Taste.

UUPs herunterladen und ISO erstellen:  Sie können ein UUP-Update auch direkt herunterladen. Dazu gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools –› UUPs herunterladen und ISO erstellen“ und klicken auf „UUP-Downloader starten“. Sollte das Tool mit einer Fehlermeldung starten, installieren Sie zunächst die Microsoft Visual C++ Runtime (x86), die Sie in dem Ordner „C:\Rebuilder\Tools\Runtime\“ finden.

Wählen Sie nun die gewünschte Windows-10-Version aus. Neben den aktuellen Funktionsupdates bietet das Tool auch alle verfügbaren Insider-Builds an. Des Weiteren werden auch gleich einige Update-Pakete heruntergeladen und in das Installationsmedium integriert. Sie ersparen sich damit beim Funktionsupdate und bei der Neuinstallation zusätzliche Downloads.

Klicken Sie auf „Ausgewähltes Build auswählen“. Danach stellen Sie die gewünschte Sprache und Edition ein. Setzen Sie ein Häkchen vor „Speichern von UUPs im Unterverzeichnis ‚UUPs‘“. Die Dateien bleiben dann erhalten und Sie können daraus bei Bedarf mit UUP-Converter ein neues ISO erstellen. Klicken Sie auf „Prozess starten“, um mit dem Download zu beginnen. Die fertige ISO-Datei liegt daraufhin im Ordner „C:\Rebuilder\Tools\uupdownloader“.

9. Upgrade über ein Installationsmedium durchführen

Gleich auf welchem Weg Sie an die ISO-Datei des Windows-Installationsmediums gekommen sind, Sie können daraus eine DVD brennen oder einen Setup-Stick für die Windows-Neuinstallation erstellen. Für den Stick verwenden Sie das Tool Rufus , das Sie einfach über PC-WELT Windows-Rebuilder per „USB-Stick“ starten.Für das Funktionsupdate oder ein Upgrade eines älteren Windows genügt die ISO-Datei, die Sie über den Kontextmenüpunkt „Bereitstellen“ in das Dateisystem einbinden. Starten Sie „Setup.exe“ vom virtuellen DVD-Laufwerk und folgen Sie den Anweisungen des Assistenten.

Informationen zu Windows-Updates finden

Viele Anwender bemängeln, dass Microsoft nicht ausreichend über die ausgelieferten Updates und deren Zweck informiert.   Darauf hat das Unternehmen mit einer zurzeit weitestgehend nur in englischer Sprache verfügbaren Webseite reagiert, die Sie über  www.pcwelt.de/FbFHCO  aufrufen. Im „Message center“ finden Sie eine Übersicht mit den letzten Ankündigungen, beispielsweise wann ein Funktionsupdate veröffentlicht wird. Gehen Sie in der Navigation auf der linken Seite etwa auf „Version 1903 –› Known issues and notifications“. Hier erfahren Sie, welche Probleme es in dieser Version gibt und wie deren Status ist. Unter „Resolved issues“ gibt es eine Liste mit bereits behobenen Problemen. Diese enthält auch die KB-Nummer des zugehörigen Updates. Per Klick darauf können Sie weitere Informationen einholen.

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