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Heinmnetz: Tipps zur Kontrolle und Wartung

21.09.2018 | 08:05 Uhr |

Fehlende Windows-Updates und ein veralteter Virenschutz sind die größten Gefahrenquellen bei PCs. Doch selbst ein nur kleines Heimnetz stets aktuell zu halten und abzusichern ist aufwendig. Es sei denn, Sie kennen unsere Tipps und die richtigen Tools.

Die Wartung und Kontrolle von drei oder vier PCs nimmt viel Zeit in Anspruch. Bereits in einem kleinen Heimnetz gibt es damit für den Zuständigen einiges zu tun. Wichtige Punkte sind Updates für Windows und für Anwendungen, der Virenschutz, starke Passwörter und vieles mehr. Wenn Sie der Admin für Ihr Netzwerk zu Hause sind, sind die nachfolgend vorgestellten Tipps und Tools hilfreich. Sie erleichtern die Wartung aller Windows-PCs erheblich.

Mit Syspectr Windows-PCs kontrollieren

Eine große Erleichterung bei der Überwachung der Heimnetz-PCs in puncto Sicherheitsmängel ist das Tool Syspectr von O&O. Die Handhabung von Syspectr ist einfach, der Funktionsumfang groß und die Nutzung kostenlos.

Die Software überwacht PCs und Server und meldet potenzielle Risiken an den Anwender. So prüft der Syspectr-Client unter anderem, ob der Virenschutz eines Nutzers deaktiviert ist. Falls ja, erhält der Administrator eine Benachrichtigung per Mail. In unserem Test funktionierte das stets einwandfrei und problemlos. Die Mail enthält einen Link zum Onlinemanagement-Dashboard von O&O Syspectr, in der man sich weitere Details zu dem Problem ansehen kann. Weitere Warnungen gibt es, wenn etwa Updates fehlen oder das Passwort für das Administratorkonto auf dem PC zu schwach ist.

Dashboard: Das erwähnte Syspectr Dashboard informiert über Meldungen von einzelnen PCs und gibt zudem einen Überblick über die Windows-PCs im Heimnetz. Sie erfahren etwa, welche Software installiert und welche Hardware im PC verbaut ist sowie die Auslastung und Temperatur der Festplatte. Weiterhin gibt es einen Überblick über aktive Prozesse und Dienste, was bei der Suche nach störenden Anwendungen sehr hilfreich sein kann.

Zentrale Verwaltung: Die Administrationsoberfläche von Syspectr läuft im Browser und kann auf jedem internetfähigen Endgerät eingesetzt werden. Damit ist die Überwachung und Verwaltung von Windows-Rechnern jederzeit und überall möglich. Denn die Daten des jeweiligen PCs werden vom Syspectr-Client automatisch in die Syspectr-Cloud geladen.

Laut dem deutschen Hersteller O&O werden die Daten in der Cloud ausschließlich in deutschen Rechenzentren nach dem Bundesdatenschutzgesetz gespeichert und nicht mit Dritten geteilt.

Checkliste Heimnetz: So lösen Sie Verbindungs-Probleme

Syspectr einrichten und erste Schritte ausführen

Wir halten Syspectr auch deshalb für empfehlenswert, weil die Installation und Einrichtung von Syspectr sehr schnell und einfach abläuft. So können Sie in wenigen Minuten alle Ihre PCs in die Managementsoftware integrieren.

Sollte auf einem PC der Virenschutz veraltet sein oder deaktiviert werden, meldet das Syspectr per Mail.
Vergrößern Sollte auf einem PC der Virenschutz veraltet sein oder deaktiviert werden, meldet das Syspectr per Mail.

Für die Einrichtung von Syspectr starten Sie im Browser unter www.syspectr.com und legen sich dort ein Konto an. Sie erhalten im Anschluss eine angepasste Installationsdatei für Ihre Windows-Rechner. Starten Sie die Datei auf dem ersten PC. Sie können diese Datei per Netzwerk oder USB-Stick auf die anderen PCs transferieren und dort ebenfalls starten. Die Installation ist nach wenigen Klicks abgeschlossen, und der so installierte Syspectr-Client meldet den Rechner automatisch in Ihrem Konto bei www.syspectr.com an. Haben Sie die Installationsdatei auf allen Ihren PCs gestartet, tauchen diese fast umgehend in Ihrem Onlinekonto auf.

Dort können Sie sich einen Überblick über die verwendete Hard- und Software der PCs verschaffen sowie die übrigen Syspectr-Funktionen nutzen. Unter Umständen haben Sie einige Minuten später die ersten Warnungen per Mail und in Ihrem Onlinekonto. Das passiert zumindest dann, wenn bei Ihren Rechnern Windows-Updates fehlen oder die Sicherheitseinstellungen nicht stimmen.

Neue PCs hinzufügen: Sollten Sie Ihre Installationsdatei gelöscht haben, ist das auch kein Problem: Auf der Startseite im Dashboard finden Sie auf der rechten Seite neben dem Button „Alle Computer“ ein Plus-Zeichen. Ein Klick darauf lädt eine neue, auf Ihr Konto angepasste Installationsdatei herunter.

Die personalisierte Installationsdatei für den Syspectr-Client stellt dabei kein Sicherheitsrisiko dar. Wenn diese von einer fremden Person auf einem fremden PC installiert wird, haben Sie über das Syspectr-Dashboard Zugriff auf diesen PC.

Zentrale Verwaltung von Updates, Virenschutz und mehr

Die Weboberfläche in Ihrem Onlinekonto bietet eine gute Übersicht über Ihre PCs.
Vergrößern Die Weboberfläche in Ihrem Onlinekonto bietet eine gute Übersicht über Ihre PCs.

Die zentrale Verwaltung Ihres Heimnetzes läuft bei Syspectr über das Dashboard unter www.syspectr.com. Dringende Aufgaben zeigt das Dashboard oben als „Warnungen“ und „Probleme“ an. Klicken Sie einfach auf die angezeigte Zahl – und Sie erhalten weitere Infos zu den Meldungen. Möchten Sie ein Problem umgehend beheben, dann klicken Sie in der Meldung auf den Computernamen. Sie gelangen auf die Managementseite für diesen PC. Dort sind oben alle verfügbaren Managementtools aufgeführt. Darunter finden sich die letzten Meldungen zum PC. Wenn Sie sich einen noch umfassenderen Überblick über den PC verschaffen möchten, klicken Sie oben rechts auf das Klemmbrettsymbol („Bericht“) und wählen alle Komponenten aus. Syspectr erzeugt dann eine PDF-Datei mit allen Infos zum PC.

Alternativ können Sie auch direkt auf eines der Managementtools klicken. Zur Verfügung stehen diese Werkzeuge: „Hardware“, „Software“, „Windows-Sicherheit“, „Windows- Updates“, „Speicherplatzbelegung“, „Defragmentieren“, „Prozesse und Dienste“, „Datenträgerbereinigung“, „Laufwerksüberwachung“ „USB-Speicher“, „Prozesse überwachen“, „Powershell-Skripte“, Remote Console“ und „Remote Desktop“.

Die meisten dieser Punkte haben nicht nur einen informativen Zweck, sondern erlauben auch direkte Maßnahmen auf dem entfernten PC. Unter dem Punkt „Windows- Updates“ führt Syspectr nicht nur die Updates auf, die auf dem PC fehlen, sondern erlaubt auch den Start der Installation. Sollte der PC aktuell nicht eingeschaltet sein, beginnt der Syspectr-Client die Installation der Updates nach dem nächsten Rechnerstart.

Ähnliches gilt für den Punkt „Software“. Finden Sie als Heim-Administrator auf einem der PCs unerwünschte Programme, können Sie die meisten davon sofort deinstallieren oder die Deinstallation für den nächsten PC-Start vormerken. Über das Dashboard geht aber noch mehr: USB-Speichergeräte lassen sich überwachen und sperren. Oder Sie stoßen eine Defragmentierung der Festplatte in dem entfernten PC an, obwohl das bei modernen Windows-PCs eigentlich nicht mehr nötig ist. Denn im Windows-Hintergrund ist seit Vista eine automatische Defragmentierung aktiviert.

Updates für alle Programme überwachen

Überwachung und Installation neuer Updates für Windows und andere Microsoft-Produkte übernimmt an erster Stelle natürlich Windows selber. Sollte es bei der Installation von Windows-Updates zu Verzögerungen kommen, meldet das der Syspectr-Client und informiert Sie per Mail.

Das Dashboard von Syspectr zeigt Ihnen an, wenn bei einem überwachten PC Windows-Updates fehlen.
Vergrößern Das Dashboard von Syspectr zeigt Ihnen an, wenn bei einem überwachten PC Windows-Updates fehlen.

Worum sich Syspectr allerdings nicht kümmert, sind fehlende Updates von installierten Programmen. Tatsächlich haben wir keinen guten Update-Manager fürs Heimnetz gefunden, der fehlende Updates an eine zentrale Stelle meldet – und sei es auch nur per Mail.

Eine Möglichkeit, dieses Manko zu beseitigen, ist ein kostenpflichtiger Update-Manager, der fehlende Updates selber installiert. Empfehlenswert ist etwa die Shareware Sumo . In der Bezahlversion sind automatische Updates möglich.

Alternativ nutzen Sie etwa die Freeware Patch my PC . Die kennt allerdings etwas weniger Programme als Sumo. In Patch my PC müssen Sie unter „Scheduler“ angeben, wie oft das Tool nach Updates suchen soll, und unter „Options“ aktivieren Sie „Auto Start Updates On Open“, um die automatische Installation einzuschalten. Weiter unten wählen Sie unter „Application Languages –› German“, um die deutschsprachigen Versionen der Updates zu laden. Den Erfolg des Tools können Sie per Syspectr und einen Remote- Desktop-Zugriff kontrollieren (siehe nächsten Punkt).

Smart Home: So schließen Sie Sicherheitslücken

PC-Fernsteuerung mit Syspectr per CMD oder Desktop

Der Remote-Desktop-Zugriff erfolgt bei Syspectr komplett im Browser.
Vergrößern Der Remote-Desktop-Zugriff erfolgt bei Syspectr komplett im Browser.

Sehr praktisch ist die Remote-Funktion im Dashboard. Müssen Sie auf einem oder mehreren PCs im Haushalt neue Einstellungen vornehmen oder eine Software installieren oder einfach mal nach dem Rechten sehen, können Sie das von jedem beliebigen PC aus. Denn das Online-Dashboard von Syspectr bietet einen Remote-Zugriff auf alle angeschlossenen PCs. Klicken Sie auf den zu betreuenden PC, und wählen Sie „Remote Console“, wenn Sie nur einen Zugriff per Eingabeaufforderung (CMD) haben möchten. Der Remote-Zugriff per CMD funktioniert auch dann, wenn noch kein Nutzer in Windows angemeldet ist. Die Methode ist zwar altmodisch, doch wer sich noch gut an seine DOS-Befehle erinnert, ist mit der CMD oft schneller als mit einer grafischen Bedienerführung. So liefert etwa der Befehl

dir mc.exe /s

schnell den Speicherort für die Datei mc.exe. Denn der Schalter „/s“ sorgt dafür, dass auch alle Unterverzeichnisse nach der Datei durchsucht werden. Unser Versuch hingegen, per „Remote Console“ den Midnight Commander , einen Dateimanager für die Eingabeaufforderung, zu starten, scheiterte im Test leider an einer zu geringen Zeilenzahl der übertragenen CDM.

Profis werden sich über die Funktion „Powershell-Skripte“ freuen. Sie können vorhandene Powershell-Skripts remote einbinden und ausführen oder neue Skripts erstellen. Wem Remote Console und Powershell zu technisch ist, der nutzt eine Remote-Desktop-Verbindung zu den anderen Rechnern. Mit ihr sieht man den Desktop des entfernten PCs im Dashboard und kann ihn per Maus und Tastatur bedienen. Für diese Funktion muss im entfernten Rechner allerdings ein Nutzer angemeldet sein.

Ist das der Fall, lässt sich der entfernte Desktop sehr gut per Maus und Tastatur bedienen. Wählen Sie nach einem Klick auf „Remote Desktop“ eine Qualität von „100“ für die beste Qualität. Die Option „Anzeige skalieren“ können Sie auch während der Remote-Sitzung über „Ansicht“ einschalten und so eine größeren oder kleineren Ausschnitt des Bildschirms sehen. Sollten Sie remote Aktionen ausführen, die eine Benutzerkontenabfrage auslösen oder ein Administratorpasswort erfordern, dann lässt sich das bestätigen beziehungsweise eingeben. Allerdings trifft dies nicht auf alle Sicherheitsabfragen zu. So versuchten wir testweise, den Virenschutz Avast zu deaktivieren. Das Tool stellt beim Deaktivierungsversuch eine eigene Sicherheitsfrage, die remote nicht angezeigt wurde. Doch solche Fälle waren selten. Die meisten Aufgaben ließen sich im Test problemlos lösen.

Kinder- und Jugendschutz einschalten und konfigurieren

Wer für Heranwachsende im Haus Internetfilter für Websites einrichten möchte, kann das über eine Fritzbox erledigen.
Vergrößern Wer für Heranwachsende im Haus Internetfilter für Websites einrichten möchte, kann das über eine Fritzbox erledigen.

Viele Admins eines Heimnetzwerks sind nicht nur für die Wartung der Windows-PCs zuständig, sondern sollen für die Heranwachsenden im Haushalt den Kinder- und Jugendschutz technisch gewährleisten. In erster Linie sind hier Filter fürs Surfen sowie zeitliche Beschränkungen der Geräteoder Internetnutzung gefragt. Eine kluge technische Lösung ist allerdings nur mit einigem Aufwand zu erstellen und sollte zudem pädagogisch begleitet sein.

Die wichtigsten Tipps für eine technische Überwachung lauten:

Mit dem Bitdefender Home Scanner prüfen Sie das eigene Netzwerk auf Schwachstellen.
Vergrößern Mit dem Bitdefender Home Scanner prüfen Sie das eigene Netzwerk auf Schwachstellen.

1. Ein guter Ort für Filterlisten und die Beschränkung der Internetzeit ist der Router. Eine Anleitung für die Fritzbox finden Sie hier . Dieser Filter nützt Ihnen allerdings nichts mehr, wenn die Kinder über eine mobile Internetverbindung am Smartphone oder ein anderes WLAN online gehen können.

2. Ein brauchbarer Kinder- und Jugendschutzfilter ist in Windows 10 integriert. Sie aktivieren ihn über „Windows-Logo –› Einstellungen –› Windows Defender Security Center –› Familienoptionen –› Familieneinstellungen anzeigen“. Von da ab geht es online bei https://account.microsoft.com/family/ weiter, wo Sie von Assistenten geführt werden.

3. Ein gute Kinder- und Jugendschutzfilter für Android-Smartphones gibt es von Kaspersky. Die App Kaspersky Safekids – Kids mode bietet schon in der kostenlosen Basisversion einen guten Schutz, der sich für 15 Euro pro Jahr noch ausweiten lässt. Bei diesem Schutz ist es egal, ob das Gerät per überwachtem WLAN online geht oder per mobilem Internet.

Siehe auch: 10 Tipps für ein schnelles und stabiles WLAN

Netzwerkkontrolle: Wer macht was im Heimnetz?

Auch ohne Kinder im Haus stellt sich manchem Admin die Frage: Wer macht eigentlich was im Heimnetz? Diese Frage lässt sich am zuverlässigsten am Router beantworten. Wenn Sie die Weboberfläche Ihres Routers aufrufen, bei der Fritzbox geht das etwa über die Webadresse fritz.box, sehen Sie darin alle aktiven PCs mit IP-Adresse und Rechnernamen.

Wer genauer wissen möchte, welche Daten von welchen PCs ins Internet wandern, muss einen deutlich höheren Aufwand betreiben. Sie müssen dafür einen Router besitzen, der den Netzwerkverkehr mitschneiden kann. Dieses Protokoll müssen Sie sich anschließend auf einen PC laden und mit dem Tool Wireshark analysieren. Sowohl die einmalige Einrichtung dieses Verfahrens als auch die Auswertung mit Wireshark nimmt Zeit in Anspruch. Eine ausführliche Schritt-für- Schritt-Anleitung finden Sie hier .

Netzwerkscan auf Sicherheitslücken und Schwachstellen

Als Heim-Admin sollten Sie sich natürlich auch um mögliche Sicherheitslücken in Ihrem Netz kümmern. Eine gute Hilfe dabei ist das Tool Bitdefender Home Scanner . Sie installieren es auf einem Windows-Computer und scannen von dort aus das Netzwerk. Das Programm geht dabei recht gründlich zur Sache. So versucht es beispielsweise, sich mithilfe von Standardpasswörtern in Ihren Router einzuloggen. Dieser Test ist wichtig, da auch Angreifer so vorgehen. Sollte Ihr Router tatsächlich nur mittels Standardpasswort geschützt sein, würde der Bitdefender Home Scanner das nur protokollieren und später in der Zusammenfassung der Testergebnisse für das Gerät melden.

Nach der Installation müssen Sie sich über die Software bei Bitdefender registrieren. Erst danach ist ein Scan des Netzwerks möglich. Sie müssen außerdem noch zwei Mal bestätigen, dass es sich tatsächlich um Ihr Netzwerk und um Ihren Router oder Access Point handelt, bevor der Scan startet. Der Grund: In den meisten Ländern ist es gesetzlich verboten, fremde Netzwerke auf Schwachstellen hin zu untersuchen – es sei denn, man handelt im Auftrag des Netzwerkinhabers. Je nach Anzahl der Netzwerkgeräte dauert der Scanvorgang einige Zeit. Das Programm scannt sämtliche am Netzwerk angeschlossenen Geräte wie PCs, NAS, mobile Geräte und smarte Geräte wie etwa Smart-TVs oder Webcams. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Geräte Windows, Linux, Mac, Android, iOS oder ein anderes System verwenden. Zu den untersuchenden Maßnahmen von Bitdefender Home Scanner zählt ein Portscan, der Hinweise auf sogenannte Backdoors liefern kann. In diesem Fall hat ein Schadcode (Backdoor) bereits ein Gerät befallen und hält einen Port für Befehle aus dem Internet offen. Darüber hinaus sucht das Tool nach Log-in-Möglichkeiten in Geräten und testet diese auf Standardpasswörter und einfache Log-in-Daten, bei denen das Passwort etwa „12345678“ lautet.

Abschließend liefert Ihnen das Tool zu jedem Gerät einen Bericht und zeigt darin sowohl die gefundenen Basisinfos als auch mögliche Schwachstellen an. Teilweise meldet Bitdefender Home Scanner auch veraltete Firmware von Geräten.

Lansweeper für den großen Überblick

Eine gute Ergänzung zu dem Tools Syspectr ist die professionelle Netzwerküberwachung-Software Lansweeper . Die Nutzung bis maximal 100 PCs und Netzwerkgeräte ist kostenlos. Das sollte für die meisten Heimnetz-Admins genügen.

Die Software Lansweeper scannt Ihr Netzwerk mit allen Geräten und den installierten Programmen und listet Ihnen anschließend zahlreiche Informationen über die Hard- und Software auf. So beantwortet auch das Tool Lansweeper unter anderem die Fragen: Ist auf allen PCs eine Antivirensoftware installiert? Ist sie aktiv, und ist sie mit den neuesten Update versehen? Sind alle nötigen Service-Packs für Windows installiert? Der Vorteil von Lansweeper gegenüber Syspectr: Sie müssen keine Client-Software von Lansweeper auf jedem PC installieren. Eine Installation auf Ihrem Haupt-PC genügt. Der Scan der anderen PCs mit Windows oder Linux gelingt trotzdem umfangreich, zumindest dann, wenn Sie Lansweeper die Log-in-Infos zu den anderen PCs im Heimnetz verraten. Und das ist aber schon der Nachteil des Tools: Die Log-in-Daten für alle PCs in Lansweeper zu hinterlegen kann aufweniger sein, als das Client-Programm von Syspectr auf jedem PC zu installieren.

So führen Sie den Scan durch: Installieren Sie Lansweeper auf einem PC und starten Sie das Tool anschließend über die neue Desktop-Verknüpfung „Lansweeper Web Console“. Zunächst ist eine Registrierung per Mailadresse fällig. Sie erhalten dann per Mail einen langen Schlüssel, den Sie in Lansweeper in den Startassistenten eingeben. Ist das geschehen, läuft die weitere Bedienung per Browser über die Adresse http://localhost:81/ ab. Auf der Seite mit den Scan-Optionen können Sie den zu scannenden IP-Adressbereich bestimmen. Im Test erkannte es unser Testnetz stets korrekt, sodass hier meist keine Änderungen nötig sein dürften. Auch die anderen Einstellungen können Sie belassen. Als Log-in-Daten müssen Sie die Windows-Benutzerdaten des aktuellen PCs und die der anderen PCs eingeben. Per Klick starten Sie den Scan, an dessen Ende sich die Lansweeper-Konsole mit den Ergebnissen öffnet.

So ersetzen Sie die Heimnetzgruppe in Windows 10 durch eine klassische Arbeitsgruppe

In der Version Windows 10 1803 hat Microsoft die Heimnetzgruppe abgeschafft. Eingeführt wurde sie mit Windows 7. Ihr Ziel sollte sein, dass Nutzer auf einfache Weise Fotos, Musik, Video, Dokumente und Geräte wie Drucker in ihrem Heimnetz austauschen und nutzen konnte. Der Vorteil: An jedem PC musste nur ein Code für die Heimnetzwerkgruppe eingegeben werden, den Rest konfigurierte Windows automatisch. Der Nachteil: Rechner mit Linux oder MacOS blieben ausgesperrt. Außerdem gab es viele Nutzer, die über Verbindungsprobleme klagten.

Für einen sicheren Zugriff auf Ordner muss der zugreifende Nutzer die Log-in-Daten kennen.
Vergrößern Für einen sicheren Zugriff auf Ordner muss der zugreifende Nutzer die Log-in-Daten kennen.

Microsoft begründet das Ende der Heimnetzgruppe damit, dass es dank Cloud-Diensten wie Onedrive heute einfach sein, Dateien auszutauschen. Unsere Erfahrung ist allerdings, dass viele Nutzer ihre Dateien nicht über die Cloud austauschen wollen, sondern nach wie vor im Heimnetz teilen wollen. Hier finden Sie eine kompakte Anleitung zur Erstellung eines Heimnetzwerks mit Dateifreigaben nach der Methode einer Arbeitsgruppe. Wir gehen hier davon aus, dass Sie Windows 10 nutzen.

1. Arbeitsgruppe kontrollieren: Alle PCs in Ihrem Heimnetz müssen der gleichen Arbeitsgruppe angehören. Standardmäßig ist das bei Windows „Workgroup“. Kontrollieren Sie das über die klassische Systemsteuerung von Windows (Windows-Symbol –› Windows-System –› Systemsteuerung –› System und Sicherheit –› System“. Sollte auf einem PC der Name für die „Arbeitsgruppe“ abweichen, ändern Sie das an selber Stelle über „Einstellungen ändern“ neben „Computername“.

2. „Privates Netzwerk“ kontrollieren: Wir gehen davon aus, dass alle Ihre Windows-PCs mit dem Router verbunden sind – entweder per LAN-Kabel oder per WLAN. Der Router kann also die grundlegende Vermittlungsstelle einnehmen. Am ersten Rechner, bei dem Sie einen Ordner freigeben möchten, wählen Sie „Windows-Symbol –› Einstellungen –› Netzwerk und Internet“ und kontrollieren dort, ob unter „Netzwerkstatus“ „Privates Netzwerk“ steht. Das ermöglicht es den teilnehmenden PCs, sich gegenseitig zu sehen. Steht dort „Öffentliches Netzwerk“, ändern Sie das über „Verbindungseigenschaften ändern“ auf „Privates Netzwerk“.

3. Freigabeoptionen: Klicken Sie auf derselben Seite („Windows-Symbol –› Einstellungen –› Netzwerk und Internet –› Status“) auf „Freigabeoptionen“. Windows verlässt den neuen Windows-10-Look und öffnet die klassische Systemsteuerung. In dem angezeigten Fenster kontrollieren Sie, ob „Netzwerkerkennung einschalten“ und „Datei und Druckerfreigabe“ aktiviert sind.

4. Benutzer anlegen: Damit der Nutzer eines anderen PCs auf den aktuellen PC zugreifen kann, muss er die Log-in-Daten zu einem Benutzerkonto des aktuellen PCs haben. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie einen neuen Benutzer anlegen, in unserem Beispiel heißt das Nutzerkonto Zugriff und hat das Passwort !Meins135 . Sie erstellen dieses lokale Windows-Nutzerkonto zum Beispiel mit der Freeware Quick User Manager . Über den Befehl „Create user Account“ legen Sie damit ein neues Benutzerkonto an und belassen die Einstellung „Standard User“. Alternativ nutzen Sie die Eingabeaufforderung (cmd im Startmenü eingeben) mit diesem Befehl:

net user Benutzername Passwort /add 

5. Ordner freigeben: Starten Sie den Windows-Explorer und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner, den Sie freigeben möchten. Wählen Sie „Eigenschaften –› Eigenschaften –› Freigabe –› Erweiterte Freigabe“ und aktivieren Sie „Diesen Ordner freigeben“.

6. Zugreifen: Nun können Sie von jedem anderen PC aus auf den freigegebenen Ordner zugreifen. Starten Sie dafür den Windows-Explorer und klicken Sie links auf Netzwerk. Wählen Sie rechts den gewünschten PC per Doppelklick und geben Sie Nutzername und Passwort ein. In unserem Beispiel ist das – wie unter Punkt 4 angelegt – Zugriff und !Meins135 .

Sollte es nach dieser Anleitung noch Probleme geben, finden Sie in den beiden Ratgeber hier und hier viele hilfreiche Tipps. Eine gute Alternative zu freigegebenen Ordnern sind übrigens NAS-Geräte. Eine ausführliche Anleitung zu diesem Thema finden Sie in diesem Artikel .

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