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Windows Ink: Schreiben statt tippen

13.11.2018 | 10:05 Uhr |

Anwender, die ein 2-in-1-Gerät nutzen, können Windows 10 meist auch per Digitalstift bedienen. Diese Eingabevariante macht in der Praxis durchaus Sinn, da Microsoft die Stifteingabetechnologie in den letzten Monaten signifikant verbessert hat.

Windows-PCs werden schon lange nicht mehr ausschließlich mittels Maus und Tastatur bedient. Geräte, die mit einem Touchdisplay ausgestattet sind, lassen sich ebenso einfach durch Wisch- und Tippgesten steuern – im Desktop- und im Tablet-Modus. Seit der Integration von Cortana lassen sich zudem immer mehr Funktionen und Apps auch per Spracheingabe aktivieren. Die vierte Möglichkeit ist die Stifteingabe. Etwas vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei der Stifteingabe, die Microsoft als Windows Ink bezeichnet, um eine Art erweiterte Berührungssteuerung. Der einzige Unterschied ist, dass die Spitze des Digitalstifts mit dem Display „kommuniziert“, was unter anderem verschiedene Schriftstärken ermöglicht. Der von Microsoft entwickelte Surface-Stift der zweiten Generation unterstützt dabei beispielsweise 4096 Druckempfindlichkeitsstufen – weitaus mehr als jeder „analoge“ Stift. Des Weiteren lässt sich die Spitze neigen, etwa um großflächige Bereiche zu schraffieren.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen nicht nur, welche Windows-Funktionen für die Stiftnutzung optimiert wurden, sondern stellen Ihnen auch die Neuerungen vor, die das April-Update von Windows 10 gebracht hat. Darüber hinaus informieren wir Sie über die wichtigsten Stifteingabefunktionen in den Office-Anwendungen.

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Die Stifteingabe von Windows 10 kann in der Praxis überzeugen

Nicht nur Microsoft bringt mit seiner Surface-Serie Windows-10-Geräte, die für die Stifteingabe optimiert sind, auf den Markt. Auch andere namhafte Hersteller, darunter Asus, HP und Lenovo, bieten solche Produkte an – in den meisten Fällen als 2-in-1-Modelle, also als Geräte, die sich sowohl als Notebook wie auch als Tablet einsetzen lassen. Die große Gemeinsamkeit der Geräte ist, dass zumeist ein Digitalstift zum Lieferumfang gehört, sodass die Kopplung mit dem Windows-10-Gerät schon während der Einrichtung des Betriebssystems erfolgt.

Mit der pfiffigen Gratis-App Microsoft Font Maker können Sie Ihre eigene Schriftart designen.
Vergrößern Mit der pfiffigen Gratis-App Microsoft Font Maker können Sie Ihre eigene Schriftart designen.

Ein Anlernen, so wie das früher der Fall war, ist hier nicht zwingend erforderlich. Allerdings ist es ratsam, ein wenig mit dem Stift zu üben, um die Erkennungsrate zu verbessern. Wechseln Sie zu den „Windows-Einstellungen“ und wählen Sie erst „Geräte“, danach „Stift & Windows Ink“. Linkshänder können in diesem Dialog die „Linke Hand“ als „Schreibhand auswählen“. Blättern Sie nach unten zu dem Bereich „Handschrift“, so können Sie seit dem Redstone-4-Update die Schriftart auswählen, die bei der handschriftlichen Eingabe verwendet werden soll. Ein Klick auf den Button „Erkennung verbessern“ öffnet den Dialog „Handschrifterkennungsanpassung“, in dem Sie daraufhin den Link „Die Handschrifterkennung auf die eigene Handschrift trainieren“ anklicken, „Sätze“ wählen und den Anweisungen des Assistenten folgen. Alles in allem müssen Sie 50 vorgegebene Sätze schreiben. Per Klick auf „Vorübergehend speichern“ werden Ihre Fortschritte gesichert, sodass Sie den Vorgang abbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen können. Ob Sie, wie abschließend angeboten, eine Handschriftenprobe an Microsoft senden, bleibt Ihnen überlassen.

Schließen Sie den Assistenten mit „Aktualisieren und beenden“. Sobald Windows die neuen Informationen verarbeitet hat, werden Sie per Bildschirmhinweis darauf aufmerksam gemacht. Die besten Ergebnisse erzielen Sie übrigens, wenn Sie das Gerät flach auf den Schreibtisch legen und zum Tabletmodus wechseln.

Was kaum ein Anwender weiß: Microsoft bietet die englischsprachige App Microsoft Font Maker kostenlos im hauseigenen App Store an. Hierdurch können Sie Ihre ganz persönliche Schriftart designen. Die Vorgehensweise ist überdies einfach: Im ersten Schritt schreiben Sie das Alphabet, die einstelligen Zahlen wie auch einige Sonderzeichen in die entsprechenden Kästen, im Anschluss daran stehen drei Beispielsätze auf dem Programm. Zum Abschluss passen Sie dann noch die Textgröße und den Abstand zwischen den Buchstaben und Wörtern an. Nach einem Klick auf „Create“ können Sie Ihre Schriftart als True Type Font (TTF) speichern. Wenn Sie diese Datei im Folgenden anklicken und „Installieren“ wählen, steht Ihnen die neue Schriftart systemweit zur Verfügung. Nicht gut ist, dass die App keine Umlaute unterstützt.

Der Windows Ink-Arbeitsbereich hat sich kaum verändert

In Onenote können Sie handschriftlich eingegebene Gleichungen lösen.
Vergrößern In Onenote können Sie handschriftlich eingegebene Gleichungen lösen.

Speziell für Anwender, die Windows 10 auf einem Gerät nutzen, das mit einem Touchdisplay ausgestattet ist und des Weiteren die Stifteingabe unterstützt, ist der mit dem Windows 10 Anniversary Update eingeführte Windows Ink-Arbeitsbereich konzipiert. Der Zugriff auf die Funktionen „Kurznotizen“, „Skizzenblock“ und „Bildschirmskizze“ erfolgt wie gewohnt mit einem Klick auf das gleichnamige Systray-Icon – ein Startmenüeintrag ist nicht vorhanden.

Sollte das Systray-Icon auf Ihrem Rechner nicht zu sehen sein, müssen Sie es manuell aktivieren. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf eine freie Fläche der Taskleiste und wählen Sie im Kontextmenü den Befehl „Windows Ink-Arbeitsbereich anzeigen (Schaltfläche)“ aus. Dass es sich hierbei tatsächlich um einen eigenen Arbeitsbereich handelt, erkennen Sie daran, dass der Desktop nach der Auswahl einer Funktion abgedunkelt wird und die Standardbedienelemente deaktiviert sind.

Wenn Sie diesen Modus wieder verlassen möchten, schließen Sie einfach den geöffneten Arbeitsbereich per Klick auf das oben rechts platzierte „X“-Symbol.

Neu ist, dass die Stifteingabe nun auch von allen Texteingabefeldern unterstützt wird: Sobald Sie mit der Stiftspitze ein solches Feld berühren, wird der Eingabebereich vergrößert und Sie können losschreiben.

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Aktuelle Office-Anwendungen unterstützen die Stifteingabe

Wie Windows ist auch Office ein Produkt, das Microsoft permanent verbessert und um neue Funktionen erweitert. Dies gilt jedoch nur für die beiden unter der Bezeichnung Office 365 vertriebenen Aboversionen Office 365 Personal und Office 365 Home. PC-Benutzer, die sich für den Kauf einer Office- 2016-Edition entschieden haben, zum Beispiel für Office 2016 Professional, erhalten lediglich Stabilitäts- und Sicherheits-Updates – neue Funktionen gibt es hingegen keine. Und das, obwohl beide Office-Pakete die gleichen Anwendungen enthalten.

Neu hinzugekommen sind in den letzten Monaten zahlreiche Funktionen, darunter „Recherche“ in Word und „Schnellstart“ in Powerpoint. Von besonderem Interesse im Zusammenhang mit der Stifteingabe sind jedoch die neuen Funktionen „Freihand- Editor“ und „Wiedergabe in Freihand“, die im Register „Zeichnen“ untergebracht sind. Aktivieren Sie die erstgenannte Funktion, können Sie Word-Dokumente und Powerpoint-Folien mittels Digitalstift bearbeiten. Wenn beispielsweise ein Wort, ein ganzer Satz oder ein kompletter Abschnitt gelöscht werden soll, dann streichen Sie den jeweiligen Text einfach durch. Prima: Der Textfluss passt sich automatisch an. Außerdem lassen sich Texte formatieren, indem Sie den gewünschten Bereich mit dem Stift einkreisen und in dem daraufhin angezeigten Dialog die Formatierungsoptionen auswählen. Das Markieren mit dem Leuchtstift ist ebenfalls möglich.

Hilfreich für Benutzer, die häufig Dokumente redigieren oder von anderen Personen überarbeitete Word- sowie Powerpoint-Dateien bekommen, ist „Wiedergabe in Freihand“. Denn die – etwas unglücklich übersetzte – Funktion zeigt Ihnen auf animierte Art und Weise an, in welcher Reihenfolge die handschriftlichen Anmerkungen sowie Überarbeitungen eingefügt wurden.

Sie können die Wiedergabe jederzeit stoppen und auch zurück- und vorspulen. Bereits seit Längerem in den Aboversionen von Word, Excel, Powerpoint und Onenote vorhanden sind die Stifteingabefunktionen „Freihand in Form“, „Freihand in Gleichung“ und „Mathematik“.

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