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Windows-Datenschutz: Das ist neu im Fall Creators Update

14.11.2017 | 08:40 Uhr |

Über die Datenschutzeinstellungen bei Windows 10 Fall Creators Update erfahren Sie, ob und aus welchem Grund das Betriebssystem Daten an Microsoft und App-Anbieter übermittelt.

Mit Windows 10 Creators Update hat Microsoft Anfang April diesen Jahres die immer wieder kritisierten Datenschutzeinstellungen für mehr Transparenz und Kontrolle geändert. Zusätzlich hat Microsoft auch den Umfang der gesammelten Daten deutlich verringert. Mit dem Herbst-Update wird es nun weitere Verbesserungen beim Datenschutz für Privatnutzer und Unternehmen geben, wie Microsoft in einem Blog-Beitrag mitgeteilt hat.

Die jeweils aktuelle Datenschutzerklärung von Microsoft lesen Sie online unter https://privacy.microsoft.com/de-de/privacystatement .

Neuer Dialog: Wählen Sie die Datenschutzeinstellungen

Für mehr Transparenz, welche Daten gesammelt werden, sorgen eine konkrete Auflistung von Diagnose- und Nutzungsdaten. Auch gibt es für jeden Eintrag eine Beschreibung.

Während der Konfiguration von Windows 10 in den Bereichen „Position“, „Spracherkennung“, „Diagnose“, „individuelle Benutzererfahrung mit Diagnosedaten“ und „Werbung“ erhalten Nutzer über die „Lernen Sie mehr“- Funktion genauere Details zu diesen Funktionen. Das Durchstöbern der Datenschutzerklärung nach den gerade benötigten Informationen soll dadurch entfallen.

Mit dem Windows 10 Fall Creators Update gibt Microsoft den Nutzern außerdem mehr Kontrolle darüber, auf welche Informationen Anwendungen zugreifen dürfen. Bisher fragen Apps um die Erlaubnis, den aktuellen Standort des Geräts ermitteln zu dürfen. Das macht beispielsweise bei Wetter-Apps durchaus Sinn. Künftig werden die Nutzer auch um Erlaubnis gebeten, wenn eine App auf die Kamera, das Mikrofon, den Kalender oder Kontakte zugreifen möchte. Wichtig in dem Zusammenhang: Die Benachrichtigungen erhalten nur Anwendungen, die nach dem Fall Creators Update installiert wurden. Die Privatsphäreneinstellungen der Apps können aber über die Einstellungen unter „Privatsphäre“ kontrolliert und verändert werden.

Unternehmen erhalten ab Windows 10 Fall Creators Update eine erweiterte Kontrolle über das Ausmaß an Telemetriedaten, die von Microsoft erhoben werden. Damit erfüllt Microsoft einen von Unternehmen vielfach geäußerten Wunsch. So können die Diagnosedaten auf ein Minimum reduziert werden, welche für die Nutzung des Dienstes Windows-Analytics benötigt werden.

Siehe auch: So funktioniert Datenschutz ohne großen Komfortverlust

Die Datenschutzeinstellungen bei Windows 10 anpassen

Einen großen Teil der Privatsphäre-Optionen finden Sie im Bereich „Datenschutz“.
Vergrößern Einen großen Teil der Privatsphäre-Optionen finden Sie im Bereich „Datenschutz“.

Hinsichtlich der Übermittlung von Daten bietet Windows 10 zahlreiche neue Einstellungen. Es empfiehlt sich in Sachen Datenschutz nach der Installationen einen Blick auf die relevanten Optionen zu werfen, denn während des Upgrades beziehungsweise der Installation kann man nicht auf alles Einfluss nehmen.

Einen großen Teil der Privatsphäre-Optionen finden Sie unter „Einstellungen“ im Bereich „Datenschutz“. Die Einstellungen rufen Sie mit der Tastenkombination Win-I auf. Unter den „Datenschutzoptionen“ und „Allgemein“ können Sie beispielsweise Apps die Verwendung der Werbungs-ID untersagen. Ebenso kann man an dieser Stelle die permanente Übermittlung des Schreibverhaltens an Microsoft dauerhaft unterbinden.

Über den Link „Microsoft-Werbung und andere Personalisierungsinfos“ landen Sie auf einer Website, auf der Sie festlegen können, ob Sie personalisierte Werbung von Microsoft im Edge-Browser erhalten wollen. Zudem können Sie hier die Verknüpfung des Microsoft-Kontos für personalisierte Werbung deaktivieren.

Nicht nur für Nutzer mobiler Geräte relevant sind die Menüpunkte „Kamera“ und „Mikrofon“. Dort können Nutzer festlegen, ob Apps Kamera und Mikrofon verwenden dürfen und welche Apps das sind. Zu den für mobilen Anwendern relevanten Punkten zählt zudem der Funkempfang.

Unter „Kontoinformationen“ legen Sie fest, ob Apps auf Informationen zu dem Microsoft-Konto Zugriff haben. Apropos Konto: In den Einstellungen und dem Punkt „Konten“ legen Sie fest, welche Informationen über verschiedene Geräte mittels Ihres Microsoft-Kontos synchronisiert werden, also beispielsweise Browser-Einstellungen oder Kennwörter.

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App-Berechtigungen und Umfang der gesammelten Daten einstellen

In den Datenschutz-Einstellungen können Sie über den Punkt „Weitere Geräte“ einstellen, ob Apps Informationen über verschiedene Devices hinweg synchronisieren dürfen. Zudem werden hier die vertrauenswürdigen Geräte gelistet. Über die drei Punkte „Kontakte“, „Kalender“ und „Messaging“ kann man Einfluss nehmen, welche Apps Zugriff auf die entsprechenden Daten haben. Unter dem Punkt „Feedback und Diagnose“ lassen sich Umfang und Häufigkeit einstellen, in dem Microsoft Nutzungs- und Diagnosedaten einsammelt. Die Einstellung für den geringsten Umfang an übermittelten Daten ist „Einfach“. Microsoft hat zu diesem Punkt eine gesonderte FAQ online gestellt.

Unter dem Punkt „Hintergrund Apps“ finden Sie die Anwendungen, die Informationen empfangen oder auch Benachrichtigungen senden, auch wenn sie nicht ausgeführt werden.

O&O Shutup10: Datenschutzeinstellungen ändern

Windows 10 macht viele Dinge einfacher als seine Vorgänger. Dafür zahlen Sie aber einen Preis: Das Betriebssystem sammelt Daten über Sie und schickt sie zur Auswertung ins Internet.

Nach dem Aufruf zeigt Ihnen Shutup10 den aktuellen Status Ihrer Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen.
Vergrößern Nach dem Aufruf zeigt Ihnen Shutup10 den aktuellen Status Ihrer Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen.

Die entsprechenden Windows-Funktionen und ihre Datenweitergabe lassen sich an teils weit verstreuten Stellen im System deaktivieren. Wo genau, verrät Windows erst mal nicht. Hier hilft das Tool O&O Shutup10 , das alle diese Einstellungen unter einer Oberfläche zusammenfasst und zudem kostenlos ist. O&O Shutup10 besteht lediglich aus einer EXE-Datei. Das Tool muss also nicht installiert werden und lässt sich beispielsweise auch von einem USB-Stick ausführen.

Die Software greift auf die Registry zu, überprüft die aktuelle Konfiguration und zeigt sie in einer langen Liste an. Per Schalter können Sie die einzelnen Schnüffelfunktionen deaktivieren. Damit Sie wissen, was Sie tun, liefert Ihnen das Programm jeweils Erläuterungen dazu. Ist der Schalter rot, ist die Voreinstellung von Windows aktiv, grün signalisiert, dass Ihre Privatsphäre geschützt ist.

Zudem können Sie anhand von grünen, gelben und roten Symbolen erkennen, welche Einstellungen besonders wichtig sind (grün), welche lediglich empfohlen beziehungsweise eingeschränkt empfohlen sind (gelb) und welche Sie besser nicht anrühren sollten (rot). Über den Button „Aktionen“ können Sie alle Schalter einer der drei Gruppen mit einem Mausklick umlegen. Außerdem finden Sie dort eine Möglichkeit, um einen Systemwiederherstellungspunkt anzulegen, was bei Änderungen an der Registrierdatenbank immer eine gute Idee ist.

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