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Windows 7: Support für ältere CPUs heimlich gestrichen

25.06.2018 | 13:02 Uhr |

Offiziell gewährt Microsoft noch bis Januar 2020 Support für Windows 7. Für Besitzer älterer PCs hat er aber schon geendet.

Für Windows 7 endete der Mainstream-Support im Januar 2015 und der erweiterte Support geht noch bis zum 14. Januar 2020. Während des erweiterten Support gibt es regelmäßige Sicherheitsupdate. Das ist auch dieser Microsoft-Seite zu entnehmen. Allerdings: Für Rechner mit älteren Intel-Prozessoren wurde der erweiterte Support bereits eingestellt, wie unsere US-Schwesterpublikation Computerworld berichtet. 

Betroffen sind Systeme, in denen Intel-Prozessoren stecken, die die x86-Befehlssatzerweiterung SSE2 (Streaming SIMD Extensions 2) nicht unterstützen. Diese wurde mit dem Pentium 4 von Intel eingeführt. Zu den CPUs, die SSE2 nicht unterstützen, gehört damit also unter anderem der Pentium 3, der noch bis ins Jahr 2002 verkauft wurde. Ja, das ist eine alte CPU. Aber auch damit läuft nun mal Windows 7 problemlos. Zumindest bisher.

Das Problem trat zum ersten Mal im März 2018 auf, als Microsoft mit KB4088875 ein neues sogenanntes "monatliches Rollup" veröffentlichte, welches sich auf Systemen mit einer Nicht-SSE2-CPU nicht installieren ließ. Seinerzeit hieß es, dass an einer Lösung für dieses Problem gearbeitet und über ein entsprechendes Update nachgeliefert werde. Ein entsprechender Hinweis erschien auch bei den "monatlichen Rollup"-Updates in den kommenden Monaten.

Seit Mitte Juni wurden die älteren KB-Einträge allerdings geändert. Seitdem erscheint dort folgender Vorschlag für eine Problemlösung: "Führen Sie für Computer mit einem Prozessor, der SSE2 unterstützt, ein Upgrade durch, oder virtualisieren Sie diese Computer."

Seit dem Mitte Juni erschienen monatlichen Rollup wird das Problem auch gar nicht mehr in den Veröffentlichungsnotizen erwähnt. Jedenfalls nicht mehr in der seit dem 15. Juni geänderten Fassung. Über die Wayback Machine des Internet Archive findet sich hier noch die alte Fassung des gleichen KB-Eintrags vom 13. Juni, in der das Problem noch erwähnt und eine Lösung versprochen wird.

Letztendlich hat also Microsoft die Unterstützung von Windows 7 für Nicht-SSE2-Prozessoren still und heimlich eingestellt. Versucht man dennoch die Updates auf den älteren Rechnern zu installieren, verweigert Windows 7 anschließend den Start und muss wiederhergestellt werden. Offen bleibt letztendlich die Frage, wieso die alten und jüngsten KB-Einträge verändert wurden.

Eine Vermutung: Die Spectre/Meltdown-Patches von Microsoft und Intel für Windows könnten schuld sein und weit größere Auswirkungen auf die Performance haben, als es die beiden Unternehmen öffentlich zugeben wollen.

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