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Windows 7: Microsoft kündigt Zwangs-Update an

19.02.2019 | 09:29 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Microsoft hat für Windows 7 ein zwingend erforderliches Update angekündigt. Wer das Update nicht installiert, kann ab Juli Windows Update nicht mehr nutzen.

Microsoft wird am 12. März 2019 ein wichtiges Update für Windows 7 und Windows Server 2008 R2 SP1 veröffentlichen, welches alle Nutzer dieser Systeme unbedingt installieren müssen. Sollte das Update nicht installiert werden, dann erhalten die betreffenden Nutzer ab dem 16. Juli 2019 keine Updates mehr über Windows Update. Das kündigt Microsoft in diesem Support-Beitrag an. Ursprünglich sollte das Update erst im April veröffentlicht werden, offensichtlich hat sich Microsoft aber dazu entschieden, es bereits einen Patch-Day früher auszuliefern.

Offiziell endet der erweiterte Support für Windows 7 am 14. Januar 2020. Bis dahin werden die Nutzer noch mit Sicherheitsupdates versorgt. Das gilt gemäß der jetzigen Ankündigung von Microsoft aber nur, wenn am 12. März das Zwangs-Update installiert wird.

Der Grund für das Zwangs-Update für Windows 7 und Windows Server 2008 R2 SP1 ist eine Umstellung der Art und Weise, wie Microsoft ab Juli 2019 alle Aktualisierungen für Windows ausliefern wird. Dabei wird von SHA-1-signierte Updates auf SHA-2-signierte Updates umgestellt. Die Umstellung ist notwendig, weil die SHA-1-Verschlüsselung als nicht mehr sicher gilt. So hatten im Februar 2017 Google-Forscher bewiesen, dass sich die SHA-1-Verschlüsselung - wenn auch mit sehr großem Aufwand - knacken lässt, wie wir seinerzeit auch ausführlich berichteten.

Die Unterstützung für die SHA-2-Verschlüsselung wird für Windows 7 Service Pack 1 und Windows Server 2008 R2 SP1 mit einem Update am Patch-Day im März eingeführt. Zeitgleich wird es auch ein Update für WSUS 3.0 SP2 geben, also Microsofts Windows Server Update Services 3.0 SP2. Ein weiteres Update für Windows Server 2008 SP2 wird am 9. April 2019 ausgeliefert.

Für eine kurze Übergangszeit wird bei den über Windows Update ausgelieferten Aktualisierungen unter allen Windows-Versionen sowohl SHA-1 als auch SHA-2 unterstützt. Ab dem 16. Juli 2019 wird dann schließlich SHA-2 zur Pflicht. Nutzer von Windows 7 (und Windows Server 2008) werden davon nichts bemerken, falls sie die besagten Updates bereits installiert haben.

Was ist mit Windows 10 und Windows 8?

Die Änderung betrifft übrigens auch Windows 10 und Windows 8. Allerdings müssen die Nutzer hierfür kein besonderes Update vorab installieren, sondern die Umstellung erfolgt automatisch. Beide Betriebssysteme unterstützen von Haus aus die SHA2-Verschlüsselung und müssen nicht noch durch ein Update aufgerüstet werden.

Bei allen unterstützten Windows-10-Versionen erfolgt die Umstellung von der dualen SHA1- und SHA2-Unterstützung auf die alleinige SHA2-Unterstützung dann in zwei Phasen: Am 18. Juni für die aktuellen Windows-10-Versionen Windows 10 Version 1709, Version 1803 und Version 1809. Und schließlich am 16. Juli auch noch für Windows 10 Version 1507, Version 1607 und Windows 10 Version 1703.

Die Änderung für Windows 8.1 tritt dann schließlich am 16. September 2019 in Kraft. In diesem Zeitraum werden dann auch noch Windows Server 2012, Windows Server 2012 R2 und Windows Server 2019 umgestellt.

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