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Windows 10: Support-Aus könnte mehr Geräte treffen

21.07.2017 | 10:33 Uhr |

Microsoft hat die Lebenszyklus-Regeln für Windows 10 angepasst. Künftig könnte mehr Geräten ein frühzeitiges Support-Aus drohen.

Einmal Windows 10, immer Windows 10. In dieser Woche wurde klar, dass die Regel doch nicht gilt. Geräte mit Clover-Trail-CPUs bleiben, wie wir Anfang der Woche bereits berichteten, aufgrund fehlender Treiber seitens des Herstellers der CPUs bei Windows 10 Anniversary Update hängen. Und das, obwohl mittlerweile das Windows 10 Creators Update verfügbar ist und in diesem Jahr das Windows 10 Fall Creators Update noch folgen wird.

Problematisch wird dies, weil Microsoft bis 18 Monate nach Veröffentlichung solcher Feature-Update einen Support gewährt. Für entsprechende Geräte wäre der Support damit bereits im Januar 2018 abgelaufen. Mitte dieser Woche entschied Microsoft dann aber, für diese Geräte bis ins Jahr 2023 zumindest Sicherheitsupdates auszuliefern. Andererseits bedeutet dies: Besitzer dieser Geräte erhalten keinerlei neue Funktionen und Unterstützung neuer Hardware, die typischerweise Microsoft in die großen Windows-10-Updates packt, die zweimal im Jahr erscheinen.

Zeitgleich hat Microsoft aufgrund dieses Falles auch die Lebenszyklusregeln für Windows 10 geändert. Und das hat dann doch gravierendere Auswirkungen: In den neuen Regeln wird nämlich klargestellt, dass für Geräte künftig keine Windows-10-Updates mehr ausgeliefert werden könnten, falls ein Hersteller den Support für eines seiner Geräte beendet.

Wie unsere US-Schwesterpublikation PC-World berichtet, verweist Microsoft in einem Statement darauf, dass für eine gute "Windows-10-Erfahrung" eine Kombination von Hardware, Treibern und Firmware-Unterstützung notwendig seien. Aus diesem Grund habe man die Support-Lifecycle-Policy aktualisiert, um sie an der Hardware-Support-Dauer des jeweiligen Geräts anzupassen. "Wenn ein Hardware-Partner den Support für ein gegebenes Gerät einstellt oder für eine seiner Kern-Komponenten keine Treiber-Updates, Firmware-Updates oder Fixes ausliefert, dann kann dies bedeuten, dass auf diesem Gerät künftige Windows 10 Feature-Updates nicht ordentlich laufen", so Microsoft.

Unklar bleibt vorerst, ob Microsoft nur aufgrund der Clover-Trail-Problematik die Support-Regeln für Windows 10 geändert hat, oder in Zukunft mit ähnlichen Fällen rechnet. Intel selbst stellt beispielsweise in seinen Regeln klar: Sobald ein Produkt den EOL-Status , also End-of-Life-Status erreicht hat, wird nicht nur das Produkt nicht mehr gefertigt, sondern es werden auch keinerlei Updates für Treiber und Software ausgeliefert. Die Liste der CPUs, für die Intel keinen Support mehr leistet, fällt lang aus.

Die neuen Regeln von Microsoft beschränken sich aber nicht nur auf CPUs. Auch das Support-Ende für Komponenten wie Netzwerkcontroller, Festplatten, Soundkarten oder gar Kopfhörer könnten im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein Gerät keine Windows-10-Updates mehr erhalten kann.

Es gibt aber auch noch Hoffnung für solche ältere Hardware. In dem Statement weist Microsoft auch darauf hin, dass man mit den Herstellern aktiv an einer Lösung für ältere Hardware arbeite, wenn es zu Problemen mit der Windows-10-Unterstützung komme.

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