2281995

Windows 10 Source Code teilweise geleakt

26.06.2017 | 09:55 Uhr |

Microsoft hat gegenüber US-Medien bestätigt, dass Teile des Quellcodes von Windows 10 illegal ins Internet gestellt wurden.

Microsoft hat gegenüber US-Medien bestätigt, dass Teile des Quellcodes von Windows 10 im Internet veröffentlicht wurden. Dabei handelt es sich vor allem um Dateien, die Treiber für USB, Speicher und WLAN enthalten. Unbekannte haben diese Code-Teile auf der auf das Windows-Betriebssystem spezialisierten Webseite Beta Archive veröffentlicht.

Der Code landete auf dem FTP-Server von Beta Archive. Er gehört zum Shared Source Kit, das Microsoft für OEM-Hersteller und andere Microsoft-Partner zur Verfügung stellt. Die IT-Nachrichtenseite The Register hatte dazu berichtet, dass es sich um 32 Terabyte Daten handeln würde, die auch noch nicht veröffentlichte Releases von Windows enthalten würden. The Register behauptete zudem, dass dieser Leak größer als der Windows-2000-Leak von 2004 sei. Damals veröffentlichten Unbekannte Teile des Quellcodes von Windows NT 4 und Windows 2000.

Laut der Technikseite Ars Technica sollen die Code-Bestandteile von Windows 10 Redstone 2 stammen. Also von dem in diesem Frühjahr offiziell von Microsoft frei gegebenen Creators Update.

Microsoft überprüfte den Leak und stellte fest, dass die veröffentlichten Dateien tatsächlich aus dem Microsoft Shared Source Kit stammen. In dem Leak sind auch das Windows 10 Mobile Adaption Kit sowie einige Windows 10 Creators Update Builds und einige ARM-basierte Versionen von Windows 10 enthalten. Entgegen der Meldung von The Register scheint es sich laut The Verge dabei aber um Dateien zu handeln, die bereits seit Monaten oder teilweise sogar seit Jahren verfügbar seien. Laut Beta Archive ist der Leak nur 1,2 GB groß. Beta Archive hat die Dateien von seinem FTP-Server bereits wieder entfernt. Dies sei aus eigenem Entschluss passiert und ohne Druck durch Microsoft, wie Beta Archive gegenüber The Verge erklärte.

Die Veröffentlichung des Codes dürfte für Microsoft zwar ärgerlich sein. Doch die konkret veröffentlichten Code-Teile hat Microsoft schon lange mit Partnerunternehmen und Regierungen geteilt, sie sind also nicht geheim. Interessierte Unternehmen konnten und können diese Code-Teile im Rahmen der Shared Source Initiative lizenzieren.

In Großbritannien nahm die Polizei vor einigen Tagen zwei Männer fest, 22 und 25 Jahre alt. Laut The Verge sollen die beiden Festgenommenen zwischen Januar und März 2017 sich unerlaubt Zugang zu Windows 10 Builds verschafft haben, die als vertraulich eingestuft waren. Mindestens einer der beiden Verhafteten soll laut The Verge die auf Beta Archive eingestellten Windows-10-Dateien veröffentlicht haben. Ob die Festnahmen in einem direkten Zusammenhang mit dem Leak auf Beta Archive stehen, ist jedoch unbekannt; Beta Archive hält dies aber eher für unwahrscheinlich.



PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2281995